Ehrgeizig: Lennart Ferlemann (Mitte) ist im Qualifikationsverfahren für die Internationale Informatik-Olympiade 2018. Schulleiter Ulf Kleine-Piening (l.) und Informatiklehrer Christof Hanke (r.) unterstützen den Schüler. Foto:AG - © Alexandra Golfinger
Ehrgeizig: Lennart Ferlemann (Mitte) ist im Qualifikationsverfahren für die Internationale Informatik-Olympiade 2018. Schulleiter Ulf Kleine-Piening (l.) und Informatiklehrer Christof Hanke (r.) unterstützen den Schüler. Foto:AG | © Alexandra Golfinger

Herford Lennart Ferlemann ist im Auswahlverfahren für die Informatik-Olympiade in Japan

Ambitioniert: Der 17-Jährige nimmt Ende September an der nächsten Runde im Qualifizierungswettbewerb teil

Alexandra Golfinger

Herford. Mathematik ist der Alptraum vieler Schüler, aber nicht für Lennart Ferlemann, der die zwölfte Klasse des Beruflichen Gymnasiums für Informatik am Friedrich-List-Berufskolleg in Herford besucht. Der 17-Jährige aus Bad Oeynhausen hat es durch herausragende Leistungen in Informatik in das Qualifikationsverfahren für das deutsche Team für die internationale Informatik-Olympiade (IOI) 2018 in Japan geschafft. "Lennart ist erst seit einem Jahr im Informatikunterricht, hat aber sehr schnell gelernt", sagt der Diplom-Informatiker und Lehrer Christof Hanke. Davor hatte sich Lennart sein Wissen über Bücher und das Internet angeeignet. Zudem ist er Hobby-Elektroniker. "Ich habe mich schon immer für Mathe, Physik und solche Sachen interessiert. 2012 habe ich dann mein erstes Programm geschrieben, eine Erweiterung für ein Computerspiel", sagt der 17-Jährige. Informatiker Christof Hanke erinnert sich an das Bewerbungsgespräch von Lennart an der Berufsschule: "Ich hatte ein fachspezifisches Rätselheft auf dem Tisch liegen und während ich mit seiner Mutter sprach, hatte er schon angefangen die Rätsel zu lösen." Informatiker Christof Hanke sieht für den Schüler gute Chancen in Japan Um sich für die IOI 2018 zu qualifizieren, muss der Schüler jedoch noch einige Hürden überstehen. Bei dem ersten, bundesweiten Probecontest Anfang September löste Lennert Ferlemann die gestellten Aufgaben in vier, statt der vorgegebenen sechs Stunden und war damit der Zweitschnellste. Zufälligerweise hatte er für den Wettbewerb trainiert, ohne davon zu wissen: "Ich hatte mir in den Sommerferien ein Fachbuch angeschaut und circa 150 Aufgaben gelöst. Dann bekam ich die E-Mail für das Auswahlverfahren." Der nächste Probewettbewerb findet Ende September statt, dann folgen weitere Auswahlverfahren in Schweden und Polen. Christof Hanke sieht gute Chancen für den Schüler: "Er ist sehr talentiert, auch in allen anderen Fächern hat er gute Noten. Trotz allem ist er sehr bescheiden und hilfsbereit. Zur IOI werden nur jeweils vier der besten Informatikschüler aus ihrem Land zugelassen. In einem bestimmten Zeitraum müssen die Schüler ein fiktives Problem lösen, indem sie Systeme entwickeln und Programme schreiben. Zwar gibt es keinen Preis, aber Unternehmen wie Google suchen dort Nachwuchs Neben der Teilnahme an der Olympiade, wird es ein kulturelles Programm geben, bei dem die Schüler die Möglichkeit haben, Japan kennenzulernen. Finanziert wird die Teilnahme für deutsche Schüler vom Bund für Bildung und Forschung.Zwar gibt es keinen großen Preis zu gewinnen, jedoch sind häufig große Unternehmen wie Google bei solchen Veranstaltungen vertreten, die nach neuen Mitarbeitern suchen. Auch Universitäten und Forschungseinrichtungen wie das Max-Planck-Institut haben großes Interesse an talentiertem Nachwuchs. "Nach Japan würde ich schon gerne, ich bin noch nie aus Europa rausgekommen, aber ich möchte später lieber noch studieren. Vielleicht Elektrotechnik oder Informatik in Bielefeld oder Münster, aber das weiß ich noch nicht", sagt Lennart Ferlemann. Seine Eltern sind auch jetzt schon stolz auf ihn. "Wir ermutigen unsere Schüler selbstorganisiert zu lernen und Verantwortung zu übernehmen. Da freut es mich als Schulleiter besonders, so einen engagierten Schüler wie Lennart unterstützen zu können", sagt FLB-Schulleiter Ulf Kleine-Piening.

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