Mit eigener Stromzapfanlage: Enkel Lukas Hertel (v.l.) hält den Zapfhahn, Klimaschutzbeauftragte Anna Lena Mügge und Landrat Jürgen Müller übergeben Ingrid und Günter Hertel die Auszeichnung in Form einer Gebäudetafel. Sohn Andreas (r.) tankt immer, wenn er seine Eltern besucht, am Haus. - © Foto: Corina Lass
Mit eigener Stromzapfanlage: Enkel Lukas Hertel (v.l.) hält den Zapfhahn, Klimaschutzbeauftragte Anna Lena Mügge und Landrat Jürgen Müller übergeben Ingrid und Günter Hertel die Auszeichnung in Form einer Gebäudetafel. Sohn Andreas (r.) tankt immer, wenn er seine Eltern besucht, am Haus. | © Foto: Corina Lass

Kreis Herford Prvat installierte Ladestation in den "Kreis der guten Beispiele" aufgenommen

Engagement: Der Kreis Herford zeichnet kleinere und größere Aktivitäten aus, mit denen Bürger helfen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren

Corina Lass

Kreis Herford. Klimaschutz fängt vor der eigenen Haustür an. Deshalb zeichnet der Kreis Herford nun vorbildlichen Klimaschutz aus. In den "Kreis der guten Beispiele", so der Titel der Auszeichnung, nimmt er sowohl kleinere als auch größere Projekte auf. Nur vorbildlich müssen sie sein. Klimaschutzbeauftragte Anna Lena Mügge und Landrat Jürgen Müller zeichneten am Freitag die Familie Hertel aus Herford aus. An ihrem Wohnhaus an der Weststraße haben Ingrid und Günter Hertel eine Ladestation für Elektrofahrzeuge installiert. Sohn Andreas, der in Lüneburg lebt, benötigt zweieinhalb Stunden, um seinen Wagen auf dem Parkplatz vor dem Haus aufzuladen. Eine herkömmliche Steckdose würde zwar auch reichen, aber dann müsste er über Nacht bleiben. Andreas Hertel hat noch ein älteres Elektroauto, das mit einer Akkuladung Strom nur 150 Kilometer weit kommt. Für die Strecke von Lüneburg, seinem Wohnsitz, nach Herford und zurück reicht das noch nicht. Neben Andreas Hertel nutzen auch andere Elektroautofahrer die Ladestation: Dreimal hätten sie schon Lade-Gäste gehabt, sagt Ingrid Hertel. Auch andere Elektro-Autobesitzer dürfen bei Hertels ihren Akku laden Die klingeln dann und fragen höflich, ob sie ihren Wagen anschließen dürfen. Das geht dann zwar auf Hertels Stromrechnung. Die Stromkosten bekommen sie aber später vom Hersteller der Ladesäule erstattet. Denn der bietet auch ein deutschlandweit einheitliches Karten-Zahlsystem an: Es rechnet den Stromverbrauch mit den E-Autofahrern ab, sagt Ingrid Hertel und überweist irgendwann den Betrag für den verbrauchten Strom. Die Zapfsäule hat rund 800 Euro gekostet, die Installation mit einem armdicken acht Meter langen Kabel durch den Keller noch einmal so viel, sagt Andreas Hertel. Das sei auch für Privatleute erschwinglich. "Und das zeigt, dass jeder in seinem Bereich dazu beitragen kann, den CO2-Ausstoß zu senken", ist Landrat Jürgen Müller überzeugt. "Das sind die Beispiele, die wir brauchen." Familie Hertel hat darüber hinaus auch eine Photovoltaikanlage für die Warmwasseraufbereitung auf dem Dach. Auch das ist ein Puzzlestück im Kampf gegen den Klimawandel.

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