Hat den Durchblick: Maximiliane Scheidt ist Geschäftsführerin der Herforder Elektromotoren-Werke. Seit 2014 führt die 30-Jährige den Familienbetrieb in vierter Generation mit dem Stammsitz in Herford und einem Zweigwerk in Kroatien. In ihren Händen hält sie einen der HEW-Elektromotoren. Fotos (3): Peter Steinert|| - © Peter Steinert
Hat den Durchblick: Maximiliane Scheidt ist Geschäftsführerin der Herforder Elektromotoren-Werke. Seit 2014 führt die 30-Jährige den Familienbetrieb in vierter Generation mit dem Stammsitz in Herford und einem Zweigwerk in Kroatien. In ihren Händen hält sie einen der HEW-Elektromotoren. Fotos (3): Peter Steinert|| | © Peter Steinert

Herford Die Herforder Elektromotoren-Werke bestehen seit 125 Jahren

Firmengeschichte: Die Herforder Elektromotoren-Werke bestehen seit 125 Jahren. Das traditionelle Geschäft mit den Läutemaschinen ist in den Hintergrund getreten, individuellen Motoren gehören die Zukunft

Peter Steinert

Herford. Der Petersdom im Vatikan, die Hamburger Kirche St. Nicolai, der Kölner Dom - das sind nur einige von zahlreichen klangvollen Namen. Was wären sie ohne Läutemaschinen der Herforder Elektromotoren-Werke (HEW)? Am 1. Oktober besteht das von Eduard Kuhlo und Friedrich Bockelmann gegründete Unternehmen 125 Jahre. Ein klangvolles Jubiläum steht bevor. Denn geläutet wird immer noch. Allerdings etwas verhaltener als zu früheren Zeiten. "Das ist eine Branche, die still steht", sagt Maximiliane Scheidt. Die 30-Jährige führt das Familien-Unternehmen in vierter Generation, 2014 übernahm sie von ihrem Onkel Raimund B. Arzdorf. »Bei uns kann man sich Maschinen wünschen, die nicht von der Stange sind« Seither pflegt sie die traditionelle Sparte des Unternehmens, das 10.000 Kirchen in den Ablagen aufbewahrt und auf etwa 7.000 Wartungsverträge zugreifen kann. Auch wenn sich die Glocken bei angebundenem Klöppel im stählernen Testglockenstuhl alle 15 Minuten solide in Bewegung setzen, Schwung bringt dem Unternehmen der Industriemotoren-Bereich. "Die Kirchentechnik macht noch 15 Prozent unseres Umsatzes aus", sagt Galina Kloidt (Leiterin Rechnungswesen), die zum Gesamtumsatz des Unternehmens schweigt. Sie verrät aber, dass HEW keine Motoren "von der Stange", sondern individuelle Lösungen anbiete. Genannt werden Pumpen- oder Bühnentechnik, Hebezeuge und Kräne, Textilmaschinen, Rührwerke oder große Kabeltrommeln für Häfen. "Wir produzieren ab Losgröße 1 bis Kleinserien und besondere Auslegungen, die sowohl mechanisch als auch elektrisch sind", sagt Maximiliane Scheidt und bringt einen blauen Froschkönig ins Spiel: "Bei uns kann man sich Maschinen wünschen - die nicht von der Stange sind. Wie ein blauer Frosch." Am Geschäft mit den Kirchen halten die Herforder dennoch fest. Derzeit arbeiten sie an einem zukunftsfähigen Konzept. "Das ist eine gute Lösung für die Kirchen, die mit immer weniger Personal auskommen müssen", sagt Maximiliane Scheidt. Die HEW-Geschäftsführerin scheint bei der Verwirklichung dieser Aufgabe schon relativ vorangeschritten zu sein. Konkretes möchte sie noch nicht verraten. Lediglich, dass ein prägnanter Name gesucht werde. Ähnlich wie dem, der Läutemaschinen. Die sind unter "Voco" bekannt. Was lateinisch ist und übersetzt heißt: "Herbeirufen oder ich rufe". Das ist auch nach 125 Jahren - um im Metier zu bleiben - unschlagbar.

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