Ort zum Verweilen: Jens Lühring und seine Partnerin Sylke Weeke (mit ihren Hunden Fritzi und Mariechen) haben auf dem neuen Dorfplatz in Schwarzenmoor ein Schild aufgestellt, das signalisiert, dass Besucher willkommen sind. - © Fabian Herbst
Ort zum Verweilen: Jens Lühring und seine Partnerin Sylke Weeke (mit ihren Hunden Fritzi und Mariechen) haben auf dem neuen Dorfplatz in Schwarzenmoor ein Schild aufgestellt, das signalisiert, dass Besucher willkommen sind. | © Fabian Herbst

Herford In Schwarzenmoor hat ein Paar eine Wohlfühloase geschaffen - auch für die Nachbarn

Jens Lühring und Sylke Weeke schaffen einen Dorfplatz in Eigeninitiative

Fabian Herbst

Herford. Ruhig und idyllisch wirkt die Grünfläche an der Kreuzung An den Teichen/Hinterm Busch in Schwarzenmoor. Ein kleiner flacher Teich und eine Holzbank laden zu einer Pause ein. Dieser Ort ist der neue Dorfplatz, über den sich die Bewohner in Schwarzenmoor freuen können. Nach dem Motto "Aus der Nachbarschaft, für die Nachbarschaft" haben Jens Lühring und seine Partnerin Sylke Weeke aus einer zugewucherten Wiese einen Ort der Entspannung gemacht. Im Jahr 2003 zog Lühring auf sein Grundstück an der Kreuzung. Dazu gehörte auch ein über die Jahre verwildertes Stück Wiese auf der anderen Straßenseite. Der gebürtige Herforder hatte zunächst keine Verwendung für die bewucherte Fläche. Schließlich erzählten ihm seine Nachbarn, dass es hier früher einen kleinen Teich mit Fischen gab. "In der Nachbarschaft witzelten wir immer, dass alle Orte in der Umgebung einen Dorfplatz haben, nur wir in Schwarzenmoor nicht", sagt Lühring. 2015 beschloss er, das verwilderte Grundstück in Eigeninitiative in einen Treffpunkt für die Nachbarschaft zu verwandeln. "Es war völlig unzugänglich und voller Wildwuchs. Zunächst musste die Wiese gemäht werden. Bäume und Büsche haben wir gestutzt und Unkraut gerupft", erzählt er. Auch den Teich, der nur noch rudimentär vorhanden war, wollte er vollständig rekonstruieren. Das ging allerdings nicht ohne Hindernisse. "Beim Ausbaggern des Teiches bin ich mit dem Gerät in dem schlammigen Untergrund stecken geblieben. Werner Seeger aus der Nachbarschaft musste mich mit dem Traktor herausziehen", erinnert sich der Hobbygärtner. Die Wiese nahm immer mehr die Form eines Aufenthaltsortes an und mit der Zeit fügte Jens Lühring weitere Einzelheiten hinzu. Dem Teich folgten eine Holzbank und ein Dorfbuch. Ein Schild gibt der Wiese die Bezeichnung "Dorfplatz". " Rastmöglichkeit am Rand des Jakobsweges Die Bank haben wir vor zwei Jahren von der Nachbarschaft geschenkt bekommen", erzählt Lühring. Besonders Radfahrern und Wanderern bietet der Platz eine Möglichkeit zur Rast, da er direkt an der Pilgerroute des Jakobweges von Minden nach Soest liegt. Durchreisende können sich seit Anfang dieses Jahres in dem Dorfbuch Grüße hinterlassen. So haben sich Wanderer aus Osnabrück und eine Pilgergruppe aus Wiedenbrück bereits in dem Buch verewigt. In einer weiteren Mappe können Besucher Geschichten über den Stadtteil Schwarzenmoor erfahren. Zum Beispiel sind Erzählungen über die alte Heerstraße von Herford nach Minden oder Schröders Mühle nachzulesen. Aber nicht nur bei Pilgern kommt der Dorfplatz gut an sondern auch bei der Nachbarschaft in Schwarzenmoor. "Wir haben uns dort schon oft mit ein paar Nachbarn getroffen und finden es toll, nun einen eigen Dorfplatz zu haben", sagt Nachbarin Anne Brinkmann. Eine Feier soll es auch bald geben. " Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr mit unseren Nachbarn zusammen den Platz einweihen können", sagt Sylke Weeke.

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