Kostspielig: Um sein Defizit beim Rettungsdienst auszugleichen, erhöht der Kreis Herford ab dem 1. November die Gebühren für Rettungswagen und Krankentransporter. - © Anastasia von Fugler
Kostspielig: Um sein Defizit beim Rettungsdienst auszugleichen, erhöht der Kreis Herford ab dem 1. November die Gebühren für Rettungswagen und Krankentransporter. | © Anastasia von Fugler

Kreis Herford Gebühren für Rettungsdienst-Einsätze steigen deutlich

Peter Steinert

Kreis Herford. Beim Kranken- und Rettungsdienst fährt der Kreis Herford in Sachen Kosten trotz einer am gestrigen Mittwoch im Kreisausschuss einstimmig beschlossenen Gebühren-Anhebung zum 1. November 2017 im Vergleich zu anderen Kreisen und Städten teils weit hinterher. Dennoch kommen drastische Kostensteigerungen auf die Krankenkassen zu. So betrug etwa die Grundgebühr für einen Notarztwagen-Einsatz im Oktober 2015 noch 83,14 Euro. Ab November 2017 werden es 199,95 Euro sein. Ähnlich auffällig ist die Veränderung beim Rettungswagen, für den die Grundgebühr im selbem Zeitraum von 260,04 Euro auf 558,64 Euro steigt. Ausgeglichen werden sollen damit diverse Mehrkosten in den Bereichen Personal sowie Fahrzeugtechnik, als auch ein Minus bei den Rücklagen, das in den vergangenen Jahren auf fast eine Million Euro angewachsen ist. Die veränderte Gebührenstruktur resultiert aus einem überarbeitetem Rettungsdienstbedarfsplan. So sind im Kreis Herford vier Notarzteinsatzfahrzeuge samt Besatzung auf den Straßen; stationiert in Bünde, zwei am Klinikum in Herford und seit Anfang August auch in Spenge. Der dort eingesetzte Notarzt ist bis Ende des Jahres von Montag bis Freitag in der Zeit von 7 bis 19 Uhr erreichbar. Ab dem 1. Januar 2018 wird die Spenger Besatzung rund um die Uhr einsatzbereit sein. Die Kosten für Sachmittel und Personal sind gestiegen, aber auch die Einsatzzahlen Eine finanzielle Transfusion braucht der Rettungsdienst im Kreis Herford aber auch, um die sogenannte Gebührenausgleichsrücklage über einen Zeitraum von maximal drei Jahren auszugleichen. Laut Beigeordnetem Paul Bischof hätten „gestiegene Sachmittel und Personalkosten sowie stetig steigende Einsatzzahlen des Rettungsdienstes einen" zu einem Negativbetrag in Höhe von insgesamt 923.653,48 Euro (Stand: Dezember 2016) geführt. Am Tropf liegt der Rettungsdienst des Kreises Herford damit indes nicht. Zumal der Vergleich mit anderen Trägern zeigt, dass die Gebühren im Herforder Kreisgebiet trotz der vom Kreisausausschuss am gestrigen Mittwoch beschlossenen Erhöhung zum Teil moderat geblieben sind. Beispielsweise wird der Krankentransport mit einer Grundgebühr von 59,92 Euro berechnet, pro gefahrenem Kilometer kommen noch einmal 1,09 Euro hinzu. Im Kreis Minden-Lübbecke sind es 117,57 Euro Grundgebühr und 6,12 Euro (bis 150 Kilometer). Kreisweit relativ wenige Krankentransporte, aber viele Rettungseinsätze In Bielefeld werden für die gleiche Leistung 124 Euro Grundgebühr und 2,10 Euro verlangt. Die Gebührensatzung im Kreis Lippe sieht 127 Euro Grundgebühr und 2 Euro Gebühr je Einsatzkilometer (ab dem 76. Kilometer) vor. Die Stadt Herford verfügt unterdessen über eine eigene Gebührensatzung. Die listet unter Krankentransportwagen (KTW) 176,52 Euro Grundgebühr und 1,58 Euro je gefahrenem Kilometer auf. Kreisdezernent Paul Bischof spricht von einer Mischkalkulation und sagt: „Auf Kreisebene gibt es relativ wenige Krankentransporte, aber deutlich mehr Rettungseinsätze." Daraus resultiert offenbar der Preis für den Rettungswagen von (künftig) 558,64 Euro. Im Kreis Minden-Lübbecke sind es dagegen nur 169,23 Euro, in der Stadt Herford 262,31 Euro, in Bielefeld 391 Euro und im Kreis Lippe 474 Euro. Bei den Gebühren für den Rettungswagen liegt der Kreis Herford in diesem Vergleich unangefochten auf Platz eins.

realisiert durch evolver group