Skultpur: Der Mann auf dem Mast kommt ans Lübbertor

Zehn Meter hohe Skulptur des Künstlers Fernando Castillo kommt im Herbst

Thomas Hagen

Herford. Die Ungewissheit um den Standort des nächsten Kunstwerkes der Reihe „Fünf Tore/Fünf Orte" hat ein Ende: Die Bronzeskulptur des spanischen Künstlers Fernando Sanchez Castillo wird ihren Platz am Lübbertor finden. Und zwar exakt dort, wo bis vor wenigen Tagen noch die in die Jahre gekommene Uhr an der Einmündung der Jahnstraße stand. „Der Auftrag zum Gießen der Bronzefigur ist raus", sagte Roland Nachtigäller, Künstlerischer Direktor des Museums Marta, auf Nachfrage der NW. Die Bauleistungen seien ausgeschrieben, die technischen Bedingungen für das Fundament klar. Gegossen wird die Figur eines auf einem Mast sitzenden Menschen in Madrid, wo auch Castillo sein Atelier hat. Über die Kosten bewahrt Nachtigäller Stillschweigen: „Das Kunstwerk wird finanziert von einem Sponsor der ungenannt bleiben möchte", sagt er. Die Figur hat keinen Bezug zu den aktuellen Flüchtlingsbewegungen „Die Skulptur soll die Rolle eines Stadttores symbolisieren. Castillo wurde durch Bilder von Flüchtlingen an der Grenze zur spanischen Enklave Melilla zur Schaffung der Skulptur inspiriert. Das war aber bereits vor der Flüchtlingskrise 2015. Die Figur hat also keinen Bezug zu den aktuellen Entwicklungen und ist nicht auf die Krise zugespitzt", sagt Nachtigäller. Vielmehr symbolisiere der Bronzemann „das Warten auf das eigene Schicksal". Es gehe speziell auch um die Frage, des „Drinnen und Draußen" bei einer imaginären Stadtmauer. Wegen des besseren Überblicks hocke der Mann auch hoch oben. „Es geht darum: Gehöre ich zur Stadtgesellschaft oder bin ich außen vor?", sagt Nachtigäller über die Intention hinter der Skulptur. Den Blick auf die Stadtgesellschaft mit Blickrichtung Fußgängerzone vermittelt eine Webcam. Deren Bilder sollen im Stil einer touristischen Webcam ins Internet übertragen werden. Bestenfalls auf die offizielle Website der Stadt Herford – oder die des Museums Marta. Einweihung des Werkes könnte nach aktuellem Stand im Oktober sein.

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