Justitia: Sie steht auf dem Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Römerberg in Frankfurt. - © picture alliance / dpa
Justitia: Sie steht auf dem Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Römerberg in Frankfurt. | © picture alliance / dpa

Herford Mehr als sechs Jahre Haft für den Drogendealer von drei Herforder Brüdern

Landgericht: Unerlaubter Handel mit 26,5 Kilo Marihuana und 1,75 Kilo Kokain in vier Fällen

Axel Strötker

Herford. Nach seinem Geständnis wurde ein Großdealer aus den Niederlanden gestern vom Bielefelder Landgericht zu einer Gefängnisstrafe von sechs Jahren und drei Monaten wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen in vier Fällen verurteilt. Der 34-jährige Bashir K. (Namen aller Betroffenen geändert) war 2016 Hauptlieferant der drei Brüder Viyan, Firat und Ziya B. aus Herford, die im Dezember rechtskräftig zu Haftstrafen von siebeneinhalb sowie zweimal fünfeinhalb Jahren verurteilt worden waren. Von Mai bis zum Juni des vergangenen Jahres erhielten die drei Brüder 26,5 Kilogramm Marihuana sowie 1,75 Kilogramm Kokain. Am 27. Juni 2016 holten zwei Kurierfahrerinnen ein Kilogramm Kokain aus den Niederlanden ab und brachten es zur Wohnung der Herforder Dealer. Diese Übergabe wurde von der Polizei observiert. Die Beamten nahmen die Beteiligten vor Ort fest, lediglich Firat B. war zunächst die Flucht gelungen. Er stellte sich jedoch zwei Tage später der Polizei. Bashir K. räumt ein, an die Brüder geliefert zu haben In der Verhandlung am Dienstag vor der II. Großen Strafkammer hatte Bashir K. über eine Erklärung seiner Verteidiger Jan-Hendrik Heinz und Ulrich Kraft eingeräumt, die genannten Drogenmengen an die Brüder B. geliefert zu haben - so das Geständnis nach einer Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Strafmildernd wirkten sich aus: Die nicht in den Handel gelangte weiche Droge Marihuana und die erschwerten Bedingungen für einen Niederländer im deutschen Vollzug. Belastend seien: Eine mehrjährige Vorstrafe, deren Bewährung noch lief, die schnelle Rückfallquote, das professionelle Vorgehen mit verklausulierten Telefonnummern sowie die erheblichen Mengen der Betäubungsmittel.

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