Sanierungsbedürftig: Auf die Turnhalle Lübberbruch will der Stadtsportverband nicht verzichten. Zumindest fordert er, dass die Politiker mit ihm über die Alternativen für die Nutzer sprechen. - © Peter Steinert
Sanierungsbedürftig: Auf die Turnhalle Lübberbruch will der Stadtsportverband nicht verzichten. Zumindest fordert er, dass die Politiker mit ihm über die Alternativen für die Nutzer sprechen. | © Peter Steinert

Herford Sportverband fordert Hallenbedarfsplan

Turnhalle Lübberbruch: Hallensportler fühlen sich gegenüber Fußballern benachteiligt

Herford (nw). Mit Verärgerung hat der Stadtsportverband (SSV) Herford die Aussagen von politisch Verantwortlichen zur Sporthalle Lübberbruch zur Kenntnis genommen (Neue Westfälische vom 26. Juli). Dazu nehmen nun stellvertretend der erste Vorsitzende des SSV, Jürgen Berger, der stellvertretende Vorsitzende, Dietmar Petring, sowie der Schulsportbeauftragte, Joachim-Christian Gummich, Stellung. Während die CDU-Fraktion zumindest noch die Ergebnisse des Architektenwettbewerbes abwarten wolle, sei für die Grünen mit Ablehnung des auf eine sportliche Nutzung gerichteten Förderantrages diese Ausrichtung vom Tisch, heißt es in der Stellungnahme. Ratsherr Udo Freyberg (SPD) denke sogar offen über eine Aufhebung des Denkmalschutzes - und demnach auch über einen Abriss - nach. Man könne sicherlich über die zukünftige Nutzung der Halle unterschiedlicher Auffassung sein, so der Stadtsportverband, auch könne man aus wirtschaftlichen Erwägungen einen Abbruch für sinnvoll halten. "Was wir als Stadtsportverband aber mindestens erwarten dürfen, ist die Kommunikation mit uns und den hiervon betroffenen Nutzern der Halle." Nutzer-Interessen nicht thematisiert: »Kommunikation stellen wir uns anders vor« Das sei bislang nicht erfolgt. Die berechtigten Interessen der jetzigen Nutzer auf zumindest ein adäquates Ausweichangebot seien nicht thematisiert worden, "und es hat auch nicht den Anschein, als ob dieses geplant wäre . . . Kommunikation stellen wir uns anders vor." Das Interessanteste sei, dass direkt unter dem NW-Artikel die Sanierung des Stadions Thema gewesen sei. "Hier wird plötzlich der Notwendigkeit einer ausreichenden Finanzierung der sportlichen Infrastruktur eine hohe Priorität eingeräumt. Diesem stimmen wir uneingeschränkt zu . . . Also wäre eine Sanierung der Halle Lübberbruch für sportliche Nutzung doch nur konsequent." Sportplätze wie in Elverdissen oder am Stadion seien ohne Zuschüsse finanziert worden. "Warum ist das bei Sporthallen nicht möglich?" Der von Schule und Sport gewünschte leicht größere Hallenneubau am Ravensberger Gymnasium sei aus finanziellen Gründen abgelehnt worden, so die Sportfunktionäre. Dabei hätte das in anderen Hallen den Platz geschaffen, um die Sportler der Lübberbruch-Halle unterzubringen. Darüber hinaus hätte dadurch auch der Spielbetrieb der Basketballer am Wochenende auf eine Halle konzentriert werden können, was die Folgekosten gesenkt hätte. »Eine größere Sporthalle am Ravensberger Gymnasium würde Platz schaffen« Und nun gebe es bei der Sanierung der Sporthalle Lübberbruch das gleiche Spiel: Aus finanziellen Gründen solle dort die sportliche Nutzung ausgeschlossen werden. "Bei Fußballplätzen scheint das Geld keine Rolle zu spielen. Selbst ein Ratsbeschluss, der die Sanierung der Stadionspielfläche von Fördermitteln abhängig gemacht hatte, interessiert hier nicht mehr. Wird hier der Sport in verschiedene Wertigkeitsklassen unterteilt?", stellt der Stadtsportverband eine rhetorische Frage. Für die Fußballplätze habe die Verwaltung vor einigen Jahren einen Bedarfsplan erstellt und den dann abgearbeitet. "Wir erwarten für die Hallensportler nicht mehr, aber auch nicht weniger." Ein Masterplan für Investitionen in die Sportstätten sei dringend erforderlich, wolle man der Vielschichtigkeit des Herforder Sports gerecht werden.

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