Leuchtend gelb: Heinz und Ingrid Rathmann (l.) begeistern sich für die Pflanzen-Vielfalt, die im Garten von Gerd Teuteberg-Pehle zu finden ist. - © Peter Steinert
Leuchtend gelb: Heinz und Ingrid Rathmann (l.) begeistern sich für die Pflanzen-Vielfalt, die im Garten von Gerd Teuteberg-Pehle zu finden ist. | © Peter Steinert

Herford Gärten wie aus einer anderen Welt

Offene Gartentore: Eigentümer gewähren den zahlreichen Besuchern einen Blick zwischen und auf die Blüten in Herringhausen und auf dem Stiftberg

Paul Struthmann

Herford. „Ich lasse meinen Garten nach dem Prinzip der Permakultur wachsen – also permanent. Nur wenn eine Pflanze zu viel Raum einnimmt oder sie einfach nicht mehr zum Garten passt, pflanze ich sie aus", sagte Theo Bonhert, der bereits zum vierten mal mit seiner Frau Clotilde und Nachbar Gerd Teuteberg-Pehle im Papendiek in Herringhausen am Tag der „Offenen Gartentore" teilnahm. Zu sehen gab es neben einer Vielzahl von Pflanzenarten auch Kunst von verschiedenen Künstlern. So stellte Clotilde Bonhert ihre selbst designte Mode im Zuge einer Modenschau und eines offenen Ateliers vor. Aber es konnten auch Werke aus Papier, Metall oder Keramik bestaunt werden. Nachbar Gerd Teuteberg-Pehle zeigte in seinem Garten Gewächse aus der heimischen Pflanzenwelt, aber auch aus anderen Ländern, wie zum Beispiel Stauden aus Belgien. Auf Anfrage verschenkte er auch Samen oder Ableger an Besucher. „Wir Gartenfreunde müssen uns ja untereinander helfen", sagte er mit einem Schmunzeln. Eine dieser Gartenfreundinnen war Sigrid Hertel, die den Hausbesitzer und Organisator der „Offenen Gartentore" bereits aus dem Umweltzentrum Heerser Mühle kannte. Sie erhielt von Gerd Teuteberg-Pehle Teichpflanzen für ihren Gartenteich mit. Zusätzlich bekam sie aber noch den Rat, unbedingt darauf zu achten, keine Kanadische Wasserpest mit in ihren Teich zu pflanzen: „Dein Teich ist nicht so groß, und die Wasserpest vermehrt sich schnell und nimmt allen anderen Pflanzen dann die Nährstoffe weg." Es kamen viele Besucher und ließen sich von der Fülle und der Vielfalt begeistern. „Wir waren dieses Jahr schon in vier anderen Gärten. Es ist einfach schön zu sehen, wie unterschiedlich die Leute ihre Gärten doch gestalten", sagte Ingrid Rathmann aus Lemgo. „Gerade diese Ruhe und die Abgeschiedenheit gefallen mir hier heute." Zu den Besuchern zählte auch Dirk Strehl. Der Herforder Buchhändler zeigte sich begeistert: „Das ist wie aus einer anderen Welt." Bereits am Samstag hatte Nicole Thalbot ihren Reihenhaus-Garten an der Kolpingstraße auf dem Stiftberg für Besucher geöffnet. „Ich lasse mich immer wieder auf Englandreisen von der Mentalität der Briten inspirieren. Und das sieht man wahrscheinlich auch an meinem Garten", sagte sie lachend. So fanden beispielsweise Bienenkästen von der Insel ihre Verwendung als Komposter in Thalbots Garten. Aber es waren auch viele englische Rosen zu sehen.

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