Erfolgreiche Kooperation: Herbert Busch-Prüßing (v.l.) vom Stiftungsvorstand Maßarbeit, Uta Bollhöfener vom Jobcenter, Berater Frank Riedel, Landrat Jürgen Müller, Melanie Taube von der Regionalagentur OWL, Jobcenter-Chef Klaus Binnewitt und Beraterin Kerstin von Bach sehen Jobcenter und Maßarbeit als zwei Seiten einer Medaille in der Betreuung von Erwerbslosen. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Erfolgreiche Kooperation: Herbert Busch-Prüßing (v.l.) vom Stiftungsvorstand Maßarbeit, Uta Bollhöfener vom Jobcenter, Berater Frank Riedel, Landrat Jürgen Müller, Melanie Taube von der Regionalagentur OWL, Jobcenter-Chef Klaus Binnewitt und Beraterin Kerstin von Bach sehen Jobcenter und Maßarbeit als zwei Seiten einer Medaille in der Betreuung von Erwerbslosen. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Beratung für Erwerbslose bis 2020 gesichert

Stiftung Maßarbeit: Fördergelder von EU und Land für weitere drei Jahre zugesagt. Zusammenarbeit mit dem Jobcenter wird von beiden Seiten als Vorteil für Betroffene gesehen

Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. Melanie Taube von der Regionalagentur OWL brachte eine gute Nachricht mit in die Maßarbeit-Beratungstelle an der Berliner Straße in Herford, in die Stiftungsvorstand Herbert Busch-Prüßing und Erwerbslosenberater Frank Riedel eingeladen hatten, um eine Bilanz ihrer Tätigkeit im vergangenen Jahr zu ziehen. Die Europäische Union und das Land zahlen in den nächsten drei Jahren zusammen insgesamt 400.000 Euro an die evangelische Stiftung Maßarbeit, so dass die Arbeit von Erwerbslosenberatung und Arbeitslosenzentrum bis 2020 gesichert ist. Der Kreis Herford hat sich verpflichtet, ebenfalls einen Anteil in Höhe von weiteren 20 Prozent der Kosten für Beratung zu tragen. Weiterer Geldgeber ist der Kirchenkreis. Landrat Jürgen Müller, Jobcenter-Chef Klaus Binnewitt und die Jobcenter-Bereichsleiterin für Leistungsgewährung Uta Bollhöfer bekräftigten mit Busch-Prüßing und Riedel, wie segensreich die – in NRW einzigartige – schriftlich festgelegte Zusammenarbeit der Behörde Jobcenter und der als unabhängig erlebten Stiftung Maßarbeit für alle sei. „Es sind zwei Seiten einer Medaille", formulierte der Landrat. Für die Langzeitarbeitslose hat sich die Situation nicht entspannt Busch-Prüßing stellte fest, dass es in Zeiten niedriger Arbeitslosenzahlen um 5 Prozent schwieriger werde, zu begründen, warum die Beratung wichtig sei. Die Annahme, Arbeitslosigkeit sei kein Problem mehr, sei aber fatal. Denn für Langzeitarbeitslose habe sich die Situation nicht entspannt. Die Vorstellung, alle Menschen seien in den Arbeitsmarkt zurück zu bringen, gehe immer mehr an der Realität vorbei. Die Betroffenen hätten das Gefühl, sie kämpften gegen Windmühlenflügel. Die bereits seit 1995 bestehende Erwerbslosenberatung von Maßarbeit wurde auch 2016 wieder stark nachgefragt, sagte Frank Riedel. 2.851 Beratungsgespräche wurden durchgeführt – etwa so viele wie 2015. Auch die Nutzung der Selbsthilfeangebote des 1982 gegründeten Arbeitslosenzentrums blieb auf hohem Niveau. Mehr als 3.000 Besucher nutzten die kostenlose PC-Bewerbungsassistenz, das Internet-Cafe für die Jobsuche oder erstellten Bewerbungsunterlagen. Gut zwei Drittel der Ratsuchenden sind länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet Allein 1.600 Beratungen wurden für Bezieher des Arbeitslosengeld 2 (Hartz IV) erbracht. Davon sind die meisten langzeitarbeitslos. Gut zwei Drittel der Ratsuchenden gaben an, bereits länger als ein Jahr bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter gemeldet zu sein, sagt Riedel. Rund 300 Ratsuchende wurden 2016 unterstützt, die erstmals einen Antrag auf Arbeitslosengeld 2 stellen wollten. 100 Antragsteller waren ehemalige Flüchtlinge. Seit 2014 besteht eine Kooperationsvereinbarung zwischen Maßarbeit und dem Jobcenter. Von der Zusammenarbeit profitieren vor allem die Leistungsempfänger. Nach Ansicht von Klaus Binnewitt trägt die Beratung von Maßarbeit zur schnelleren Bewilligung von Anträgen in der Behörde bei: „Und wenn langwierige Rechtsstreitigkeiten vermieden werden können, ist das zum Nutzen aller." Das Herforder Jobcenter wirbt dafür, sich bei Erstanträgen unterstützen zu lassen Das Jobcenter Herford wirbt bei hilfebedürftigen Antragstellern regelmäßig dafür, sich von der Erwerbslosenberatung bei der Bearbeitung eines Erstantrags unterstützen zu lassen. Der Rechtsweg bleibt für den Ratsuchenden erhalten. Zum Team der Erwerbslosenberatung gehören neben Frank Riedel die Pädagogin Kerstin von Bach, die Sozialpädagogin Eva Peseke sowie ehrenamtliche Helfer. Im Arbeitslosenzentrum gewährleistet Christa Hüting den reibungslosen Ablauf bei der Betreuung und Unterstützung der Bewerber im Bewerbercenter und Internet-Café.

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