Bußgeld für nicht weggeräumte Hundehaufen beträgt 100 Euro

Axel Strötker

Herford. Im Aawiesenpark sind um die Mittagszeit nur zwei Familien auf dem Spielplatz. Unter die wenigen Spaziergänger mischen sich in zivil Marc Echternkamp und Stefan Wolff von der Citywache und halten gezielt nach Hunden und nicht entferntem Kot Ausschau. „Wir haben schon öfters Hundebesitzer beobachtet, die lassen ihren Hund hinmachen und lassen die Tücher auch noch liegen", berichtet Marc Echternkamp. „Die Haufen fangen an zu stinken", ergänzt Kollege Stefan Wolff. „Dabei lässt sich das in Sekundenschnelle vermeiden: Einmal bücken, ab in die Tüte und in den Mülleimer, dann wäre unsere Stadt schöner." Rainer Wellhöner und seine zweijährige Hündin Motte verhalten sich vorbildlich: „Sie macht ihr Geschäft, morgens, mittags und abends. Ich habe immer zwei Tüten dabei", erklärt der Herforder und zieht sie aus der Hosentasche. »Manchmal macht ein Hund auf den Gehweg. Das sehe ich doch als Hundebesitzer.« Die Haufen auf Wegen, Spielplätzen oder in Parks machen ihn wütend. „Ich finde das unmöglich, wenn die Leute den Kot ihres eigenen Hundes nicht wegmachen", schimpft Rainer Wellhöner und schildert seine Beobachtungen: „Manchmal macht ein Hund mitten auf den Bürgersteig. Das sehe ich doch als Hundebesitzer. Da habe ich null Verständnis für und wünsche mir, dass diese Menschen mit ihrer Nase da reinstolpern." Weil überall etwas rumliege, würde man schon komisch angeguckt, als ob man selbst dafür verantwortlich wäre. Marc Echternkamp ist aufgefallen: „Einige meinen, wenn sie in Grünflächen oder Waldgebieten ihre Hunde hinmachen lassen, dann müssten sie es nicht wegmachen. Aber auch da müssen sie die Hinterlassenschaften entfernen oder ansonsten zahlen – wenn sie erwischt werden." Im Verwarnungs- und Bußgeldkatalog zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Hansestadt Herford steht unter Punkt III Tiere: Nichtbeachtung der Anleinpflicht innerhalb bebauter Ortsteile kostet 20 Euro. Nichtbeachtung der Anleinpflicht im Begegnungsfall 10 Euro. Nicht unverzügliche Beseitigung der durch das mit sich geführte Tier verursachten Verunreinigung 100 Euro. Die Zwischenbilanz der Schwerpunktkontrollwoche Hundekot: Lediglich drei Besitzer von nicht angeleinten Hunden mussten jeweils 20 Euro zahlen. Die Zeiten der mündlichen Verwarnungen sind vorbei, die Mitarbeiter der Citywache bitten zur Kasse. Häufigste Ausrede der Ertappten: Sie würden Hundesteuer zahlen, warum sollten sie sich dann auch noch um den Kot kümmern. Marc Echternkamps ehrliche Antwort: „Ich fahre auch nicht mit meinem Auto vor einen Baum, nur weil ich meine Autoversicherung bezahle." »Schon wer keinen Beutel dabei hat, wird gebührenpflichtig verwarnt« Er verweist auf Berlin: „Dort müssen die Halter alle eine Tüte dabei haben – selbst wenn ihr Hund kurz zuvor sein Geschäft verrichtet hat. Falls kein Beutel zur Verfügung steht, wird eine gebührenpflichtige Verwarnung fällig. Das finde ich eine Super-Idee, weil es jeder nachvollziehen kann." In Herford werden am heutigen Samstag als begleitende Maßnahme zur Aktion „Immer hübsch sauber bleiben" Postkarten mit dem Motiv „Einfach liegengelassener Hundekot: 100 Euro ganz schön teuer" sowie sogenannte Gassi-Kotbeutel mit der Information „Der nächste Mülleimer ist doch schon in Sichtweite" vormittags in der Innenstadt verteilt. Mit dieser Aktion will die Hansestadt die Hundebesitzer nicht pauschal anprangern, sondern für das Thema sensibilisieren und aufrütteln. An folgenden Orten gibt es „Dog Stations" mit Beuteln in Herford (siehe Grafik): Lübbertorwall (Brücke zur alten Musikschule), Bergertorwall (an der Unterführung), Pöppelmannwall (Bereich Werre/Spatzenwiese und hinter dem Mathilden Hospital) sowie an der Maiwiese (in den Grünanlagen und gegenüber Damaschkestraße 22).

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