Mit Schmackes: In den Zugaben zeigte das Orchester auch Showpotenzial, als die Musikerinnen und Musiker in manchen Passagen aufstanden und den Songs noch mehr Dampf verliehen. - © Alexander Jenniches
Mit Schmackes: In den Zugaben zeigte das Orchester auch Showpotenzial, als die Musikerinnen und Musiker in manchen Passagen aufstanden und den Songs noch mehr Dampf verliehen. | © Alexander Jenniches

Herford Das Blasorchester der Feuerwehr überzeugt mit sattem Sound

Flötistin Juliane Röder übt an nur einem Tag ein Gesangssolo ein. Ein Niederländer spielt seit vergangenem Jahr die Bassklarinette

Alexander Jenniches

Herford. Mit einem bunten Musikprogramm empfing das Blasorchester Feuerwehr Herford seine Zuschauer jetzt zum 31. Jahreskonzert im Stadttheater. Und trotz Ausfällen wegen Grippe produzierten die Orchestermitglieder einen satten Sound. Ein Niederländer hatte sich vor einem Jahr glatt darin verliebt. Wie es sich für ein ordentliches Blasorchester gehört, zeigten die Feuerwehrmusiker gleich zu Beginn ihre Marschmusikqualitäten. Sie eröffneten das Konzert mit dem "Hoch- und und Deutschmeister Marsch" von Dominik Ertl. Ein Viertel des Klangkörpers mit Grippe infiziert Der Moderator des Abends, Christian Eder, wusste zu berichten, dass Ertl im Wien des 19. Jahrhunderts schon mit 17 Jahren Konzertmeister war. Die 37 Mitglieder des Blasorchesters intonierten Ertls Marsch mit fettem Klang. Dass das überhaupt so gut lief, war Disziplin und Planung zu verdanken von Dirigent Heinz-Christian Tölke und seinen Musikern. Denn die Grippe hatte in den vergangenen Tagen zehn Ensemblemitglieder ins Bett gezwungen. Da galt es, klug umzudisponieren. Die technische Leiterin des Orchesters, Tanja Garbsch, sagte: "Das ist fast ein Viertel des Orchesters. Heute kann sich niemand eine kleine Pause zum Luftholen gönnen. Wir müssen sehr präsent sein und ganz konzentriert spielen." Das gelang dann auch. Vom K-und-K-Militärmarsch ging es zu einem Medley des US-amerikanischen Komponisten George Gershwin. Schön herausgearbeitet kamen dabei laute und leise Passagen von Gershwins Werken zum Tragen. Auszüge aus "Rhapsody in Blue" waren ebenso zu hören wie die eingängigen Melodien des Musicals "Porgy and Bess", das Gershwin 1935 komponiert hatte. Viel Applaus verdienten sich die Musiker mit den Songs aus dem Musical "Saturday Night Fever". Es war eine Reise zurück in 70er Jahre, zu Discomusik, wilden Frisuren und schrillen Outfits. Schön anzuhören und schwungvoll war auch das Medley "Italo Pop Classics" mit den Liedern "Gloria" und Adriano Celentanos Hit "Azzuro". Einen besonderen Auftritt an diesem Abend hatte Flötistin Juliane Röder. Sie war über Nacht für eine an Grippe erkrankte Gesangssolistin eingesprungen und hatte sich an nur einem Tag das Lied "I Will Follow Him" erarbeitet. Das Publikum goutierte ihren Auftritt und die respektable Leistung mit lang anhaltendem Beifall. Dass man sich die Musik der Herforder Feuerwehr gut anhören kann, das dachte sich offenbar auch ein Kurgast aus den Niederlanden, als er sich im vergangenen Jahr in Bad Salzuflen erholte. Nachdem er das Blasorchester bei einem Auftritt gesehen hatte, fragte er kurzerhand an, ob er nicht mit seiner Bassklarinette ein paar Takte vorspielen könne. Seitdem spielt Bart Verhees bei allen großen Konzerten des Orchesters mit - so wie auch jetzt beim 31. Jahreskonzert im Stadttheater Herford.

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