Frau der Bücher: Leiterin Petra Beck sieht die Stadtbibliothek auf einem guten Weg, auch wenn die Anzahl der Besucher zuletzt zurückgegangen ist. Das hing unter anderem damit zusammen, dass die Bibliothek einige Wochen geschlossen war. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Frau der Bücher: Leiterin Petra Beck sieht die Stadtbibliothek auf einem guten Weg, auch wenn die Anzahl der Besucher zuletzt zurückgegangen ist. Das hing unter anderem damit zusammen, dass die Bibliothek einige Wochen geschlossen war. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Stadtbibliothek soll Ort der Begegnung werden

Bibliotheksleiterin Petra Beck sieht die Bücherei auf dem Weg zum Ort der Begegnung. Angebote für Schulen und Kitas können dank Einführung von iPads mit digitaler Unterstützung erfolgen

Ralf Bittner

Herford. Auf den ersten Blick sehen die Leistungszahlen der Stadtbibliothek ernüchternd aus: Weniger Ausleihen (335.013 im Jahr 2015, 301.406 im Jahr 2016), weniger aktive Nutzer (4.192 im Jahr 2016 statt 4.400 im Vorjahr) weniger Veranstaltungen (58:41) und Führungen (68:51). Zuwächse gab es bei der elektronischen Ausleihe (von 21.786 auf 23.201) und bei Konsolenspielen und CD-ROMs (von 3.181 auf 3.238). Auch die Zahl der Besucher des Gebäudes Linnenbauerplatz 6, in dem außer der Bücherei auch Theaterbüro und Touristinfo untergebracht sind, fiel von 113.476 auf 97.904. Ein Teil des Rückgangs erkläre sich aus dem Umstand, dass die Bibliothek wegen der Erneuerung des EDV-Systems 2016 für drei Wochen geschlossen war, so Bibliotheksleiterin Petra Beck im Kulturbeirat. Sie sieht die Einrichtung trotzdem auf einem guten Weg. "2016 konnten 11.000 neue Medien angeschafft werden, deutlich mehr als in den Vorjahren", sagte sie im Kulturbeirat. Hier wirke sich der erhöhte Etat aus. Auch wenn es natürlich etwas dauere, bis so etwas von der Öffentlichkeit wahrgenommen werde, zeigten die Rückmeldungen von den Nutzern: "Es kommt an." "Verifizierte Fakten werden im Internetzeitalter immer wichtiger" "Wir haben inzwischen richtig viel anzubieten", sagte Beck. Ein Problem sei es, neue Nutzer für dieses Angebot zu gewinnen. Online-Medienkatalog, OWL-e-Ausleihe oder die Nutzungsmöglichkeiten der Nachschlagewerke Brockhaus und Munzinger seien nur einige wenige Angebote. "Im Gegensatz zu Internet-Nachschlagewerken sind diese zitierfähig. Und verifizierte Fakten werden im Internetzeitalter immer wichtiger", sagte Petra Beck. Angebote für Schulen und Kitas können dank Einführung von iPads mit digitaler Unterstützung erfolgen. Außerdem stellt die Bibliothek in Kooperation mit der Bürgerstiftung Medien für die Flüchtlingsarbeit bereit und erarbeitet gerade ein Konzept zur Leseförderung für bildungsferne Familien, das von der Carina-Stiftung gefördert werden könnte. "Insgesamt werden sich Bibliotheken im Zeitalter der Digitalisierung zu Orten der Begegnung entwickeln", davon ist Beck überzeugt. Ein Schritt auf diesem Weg sei die mit dem Förderverein "Buch.bar" organisierte und bestens angenommene Nacht der Bibliotheken in der vergangenen Woche gewesen.

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