Neuer Star des Herforder Tierparks: Luchs-Dame Dorothea wirkt zufrieden, nachdem sie ihr neues Gehege erstmals in Augenschein genommen hat. - © Lena Niewald
Neuer Star des Herforder Tierparks: Luchs-Dame Dorothea wirkt zufrieden, nachdem sie ihr neues Gehege erstmals in Augenschein genommen hat. | © Lena Niewald

Herford Luchsdame Dorothea lebt nun im Herforder Tierpark

Sie soll jedoch nicht lange alleine bleiben /Mit Quiz

Melanie Wigger

Herford. Die Tierpfleger warten gebannt vor dem Gehege - viele halten Kameras und Smartphones in ihren Händen, um den folgenden Moment festzuhalten. Wochenlang haben sie alles vorbereitet, damit Dorothea (2) sich wohl fühlt. Nun ist es soweit. Nach ihrer vierstündigen Reise von Brandenburg nach Herford heben vier Männer die Käfigbox, in der die knapp 30 Kilo schwere Luchsdame sitzt, vorsichtig aus dem Auto und tragen sie in das neue Gehege. Kaum ist die Box geöffnet, schießt das Tier heraus. Schnell beruhigt es sich und beginnt kurz darauf in Ruhe das Gelände auszukundschaften. Auf 300 Quadratmetern wird sie nun leben, mit einem Innen- und Außenbereich sowie Versteckmöglichkeiten. Ein 3,80 Meter hoher Zaun sichert das Gelände ab, dabei hätten laut Sicherheitsbestimmungen 2,50 Meter gereicht. Der Artenschutz hat die neue Unterbringung vorab abgesegnet. Das Gelände reicht nicht nur für die Luchsdame, sondern locker für ein Paar, bestätigt Michael Niester, der Dorothea im Tierpark Perleberg aufgezogen hat. Er weiß: "Luchse leben idealerweise paarweise." In Kürze soll Dorotheas künftiger Gatte Sieghard einziehen. Falls die beiden sich mögen, könnte es Nachwuchs im Herforder Tierpark geben. Beeinflussen lasse sich das jedoch nicht, so Niester. Erst einmal sollen sich die Tiere nur beschnuppern - in separaten Gehegen und getrennt durch einen Zaun. Bei einer Tragezeit von 60 Tagen könnte es im Frühjahr schon so weit sein, spekuliert Sieghard Schöneberg, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Parks. Er und seine Frau Dorothea sind die Namenspaten der Raubkatzen. Es ist sozusagen ein Hochzeitsgeschenk des Tierparkleiters Thorsten Dodts. An ihrem Polterabend im April 2016 wurden die beiden gefragt, ob sie sich darüber freuen würden. Die Schönebergs stimmten sofort zu. Den Wert der Tiere können die Vertreter beider Tierparks nicht benennen. Sie wurden nicht bezahlt, sondern getauscht. Die Perleberger nehmen im Gegenzug zwei Polarfüchse mit. Dodt: "Die waren bei uns übrig." Das sei ein gängiges System für die kleineren Parks, die nicht die Mittel für Tierkäufe haben. Niester ist beruhigt, dass Dorothea in "gute Hände" kommt. Die Herforder Tierpfleger haben sich mit einer Sicherheitsschulung vorbereitet, denn der Umgang mit "Fleischfressern" sei etwas vollkommen Neues, so Dodt. Auf lebendige Beute müssen die Raubtiere verzichten. Die ein bis einhalb Kilo Fleisch, die sie täglich brauchen, sollen vom Schlachter kommen. Obwohl der Tierpark bereits geschlossen ist, können Besucher dieses Wochenende, 3. und 4. Dezember, Dorothea von 13 bis 16 Uhr kennenlernen. Erwachsene zahlen fünf Euro, für Kinder ist der Eintritt frei.

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