Herford Neue Pfarrerin auf Herfords Stift Berg

Sonntag wird Petra Savvidis in der Marienkirche in ihr Amt eingeführt. Sie wechselte schon Anfang November von der Soester Börde nach Herford

Ralf Bittner

Herford. "Einen ersten Eindruck davon, wie ich mir Kirche vorstelle, haben die Gemeindemitglieder ja schon", sagt Pfarrerin Dr. Petra Savvidis. Seit Anfang November ist die 56 Jahre alte Geistliche nun Pfarrerin in der Marienkirche auf dem Stift Berg. Am Sonntag wird sie in einem Gottesdienst von Superintendent Michael Krause offiziell in ihr Amt eingeführt. "Ich habe Ideen, wie ich die Leute erreichen möchte", sagt die Pfarrerin, die mit einer halben Stelle Pfarrer Matthias Storck zur Seite steht. "Kirche muss rausgehen, dahin wo die Menschen sind und sich anbieten", ist sie überzeugt. Und so war es kein Zufall, dass ihr erster Gottesdienst in St. Marien ein Familiengottesdienst mit anschließendem Beisammensein am 1. Advent war. Vor ihrem Wechsel nach Herford war sie 15 Jahre lang als Gemeindepfarrerin in zwei Gemeinden in der eher ländliche geprägten Soester Börde tätig. Savvidis wurde in Steinhagen geboren, und es habe sie und ihren Mann zurück nach Ostwestfalen gezogen: "Wir haben Freunde und Bekannte in Bielefeld, Vlotho und Herford." Auch Pfarrer Storck ist für sie kein Unbekannter: "Wir sind uns während des Theologiestudiums in Münster begegnet." Überhaupt reizt sie die Zusammenarbeit mit einem Kollegen, weil Aufgaben verteilt werden können und immer ein Ansprechpartner bei Problemen da sei. Zu ihren Aufgaben in der Gemeinde gehören Gottesdienste, Kinderkirche, Kindergarten. und Schulgottesdienste und die Frauenhilfe. Außerdem übernimmt sie die allgemeinen seelsorgerischen Aufgaben in einem Gemeindebezirk mit etwa 1.300, der etwas mehr als 4.000 Gemeindemitglieder. Vor ihrer Bewerbung habe sie sich natürlich Gemeinde und Kirche angeschaut. "Der Ort atmet Geschichte", sagt sie: "Die Kirche mit ihrer mehr als 1.000 Jahre langen Geschichte, sei ein sehr angenehmer liturgischer Raum." Obwohl ihre beiden Töchter (19 und 25) inzwischen studieren, reduzierte sie ihr Stundenkontingent bewusst von zuletzt 75 auf jetzt 50 Prozent. "Ich tue das, was ich tue, gerne gut und mit Ruhe", begründet sie das. Außerdem habe sie gelernt ihre Kräfte gut einzusetzen. Mit dem Hund spazieren gehen, Lesen und Musik nennt sie als Hobbys. Bei der Musik reicht die Spanne von den Charts bis zur Kirchenmusik. "Davon hat Herford ja reichlich auf hohem Niveau zu bieten", sagt sie. Noch ist sie dabei, ein Gefühl für die Stadt zu entwickeln. "An meinem früheren Wirkungsort wusste ich, wo und zu welchen Anlässen sich die Menschen treffen", sagt sie. In Herford sei sie noch auf der Suche nach solchen Orten, sei aber zuversichtlich, dass sich der Kontakt zu den Menschen ergeben werde. Schon nach dem Familiengottesdienst hätten sich erste gute Gespräche ergeben, weitere Anknüpfungspunkte bieten die vielen Gruppen und Kreise, die sich unter dem Dach der Mariengemeinde treffen. "Auch wenn ich nur eine halbe Stelle habe, können die Menschen sicher sein, dass ich für sie da sein und erreichbar sein werde", verspricht sie.

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