Es wird kälter: Frost auf dem Laub an den Straßen ist ein Warnzeichen. Autofahrer müssen dann mit glatten Strecken rechnen und mehr Fahrzeit einplanen. - © Vivien Tharun
Es wird kälter: Frost auf dem Laub an den Straßen ist ein Warnzeichen. Autofahrer müssen dann mit glatten Strecken rechnen und mehr Fahrzeit einplanen. | © Vivien Tharun

Kreis Herford Sicher Auto fahren auf glatten Straßen

Glatteis: Seit einigen Tagen friert es. Da kann es auf den Straßen und Schnellwegen rutschig sein. Die Kreispolizei rät zur Winterbereifung und angepasster Fahrweise

Vivien Tharun

Kreis Herford. Morgendliche Nebelschwaden sammeln sich in den Tälern zwischen den Hügeln im Kreis Herford, Raureif glitzert in den ersten Sonnenstrahlen des Tages - was zurzeit für einige ein schöner Anblick ist, bedeutet für Autofahrer: "Achtung! Die Straßen könnten glatt sein." Uwe Maser, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, spricht über Fahrsicherheit bei Schnee und Eis: "Klar ist, dass Winter- oder Ganzjahresreifen die besten Schuhe fürs Auto sind, wenn es Winter wird." Zu erkennen sind die passenden Reifen für die kalte Jahreszeit am M+S-Zeichen (Matsch und Schnee) und am dreigipfeligen Berg mit der Schneeflocke (siehe Foto). Die Profiltiefe sollte mindestens vier, besser fünf Millimeter betragen, damit die Reifen auch bei Schnee gut greifen. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern sei weder für Sommer- noch Winterreifen ausreichend. Wichtig sei, dass eine angepasste Fahrweise bei glatten Straßen, nicht nur für die eigene Sicherheit gut sind, sondern auch für die schwächeren Verkehrsteilnehmer, so Maser. "Fahrer sollten bei kaltem Wetter immer mehr Fahrzeit einplanen, um sicher ans Ziel zu kommen", so der Polizeisprecher. Die Scheiben müssen vor Fahrtantritt von Eis befreit werden: "Wenn man als Fahrer gut sehen kann, nimmt man Fußgänger schneller wahr." Außerdem kosten vereiste Scheiben im Straßenverkehr zehn Euro Verwarngeld - genauso, wie sein Auto vor der Fahrt laufen zu lassen, um durch Motorwärme die Scheiben vom Eis zu befreien, denn das belastet die Umwelt unnötig zusätzlich. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte in den dunklen Morgen- und Abendstunden helle Kleidung oder Warnwesten tragen, um von Autofahrern schneller gesehen zu werden. Der Bremsweg für Kraftfahrzeuge verlängert sich bei Glätte erheblich, sodass jede Sekunde zählt. An bestimmten Stellen müssten Fahrer bei Temperaturen um null Grad Celsius besonders mit Glätte rechnen, so Maser: "Auf Brücken, Überführungen und an Bachläufen ist es schnell glatt." An diesen Stellen sollten Verkehrsteilnehmer besonders vorsichtig sein, wenn es friert. Wer sich sicher sein möchte, dass sein Fahrzeug für Kälteeinbrüche gerüstet ist, kann in einer Kfz-Werkstatt einen "Wintercheck" machen lassen. "Dort wird zum Beispiel kontrolliert, ob die Scheibenwischerblätter noch in Ordnung sind, die richtigen Reifen aufgezogen wurden und ob das Fahrzeuglicht einwandfrei funktioniert", sagt Maser. Es ist nicht vorgeschrieben, in welchen Monaten Winterreifen montiert sein sollten. Allgemein wird der Zeitraum zwischen Oktober bis März oder April empfohlen. Wer allerdings bei Schnee mit Sommerreifen unterwegs ist, zahlt im günstigsten Fall 60 Euro Strafe und bekommt einen Punkt in seiner Fahrerkartei in Flensburg. Wer mit Sommerreifen den Verkehr behindert oder sogar gefährdet, zahlt 80 beziehungsweise 100 Euro und kassiert einen Punkt. Bei einem Unfall kann die Kaskoversicherung die Leistungen erheblich kürzen - egal ob man Verursacher oder nur Beteiligter ist. Wer mit Sommerreifen im Winter unterwegs ist, handelt fahrlässig gegenüber sich und anderen.

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