Ansprechpartner: Lidia Wingert (v. l.), Alexander und Viktoria Beck in den Memoria-Räumen. - © Ralf Bittner
Ansprechpartner: Lidia Wingert (v. l.), Alexander und Viktoria Beck in den Memoria-Räumen. | © Ralf Bittner

Herford Das "Memoria" in der Herforder Innenstadt bietet Informationen zu Tod, Trauer und Sterben

Ein Solo-Stück beantwortet Fragen über das Ableben

Ralf Bittner

Herford. Die letzte große Reise ist das Thema des von Andreas Bentrup und Dorothea Kromphardt entwickelten Solotheaterstücks „Sterben lernen“. Darin stellt – und beantwortet – Bentrup viele Fragen, um die oft verdrängten Themen Sterben, Tod und die Vorbereitung darauf. „Werde ich im Sarg von Würmern gefressen?“ „Nein, in Deutschland gibt es in 1,80 Metern Tiefe keine Würmer.“ „Brauche ich auch dann einen Sarg, wenn ich mich verbrennen lasse?“ „Ja, in Deutschland herrscht Sargzwang.“ „Wenn ich schon einen Sarg brauche, kann ich ihn mir dann jetzt schon bestellen?“ „Eigentlich nicht, denn dazu braucht man eine Bestatternummer.“ Aber zum Glück hilft hier Ebay weiter: Offensichtlich ist um die Themen Sterben, Tod und Beisetzung einiges in Bewegung geraten. Bentrup spielte bei der Voreröffnung des Memoria, Rennstraße 36, einer Einrichtung des Bestattungshauses Beck. Hier wollen Viktoria Beck und Alexander Beck Menschen in ihrer Trauervorsorge und Trauerbewältigung begleiten aber auch fernab von akuten Trauerfällen über Fragen zu Patientenverfügungen, Sterbegeldversicherungen oder Vorsorgeanträge informieren. Dazu arbeiten die Becks mit vielen Fachleuten wie Psychologen, Autoren, Musikern, Grafikern, Kunsthandwerkern und Branchendienstleistern im Netzwerk zusammen. Gemeinsam mit Gemeinden, sozialen Einrichtungen und Vereinen der Region soll es die Möglichkeit geben, über den Umgang mit dem Tod zu sprechen. Vorträge, Workshops oder eben auch Theaterstücke könnten Anstöße geben. „Die Idee tragen wir seit acht Jahren mit uns herum“, sagte Viktoria Beck, es habe lange gedauert einen geeigneten Raum in der Innenstadt zu finden. Zufällig sei sie vor einiger Zeit auf die Räume des früheren Hutateliers gestoßen, die nach der Renovierung für Memoria genutzt werden. Geöffnet ist wochentags von 9 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr. Ansprechpartnerin vor Ort ist Lidia Wingert, vielen bekannt als Leiterin des Rodnik-Chors. „Interessierte können Informationen einholen, sich beraten lassen oder einfach einen ungezwungenen Eindruck verschaffen“, sagt sie. Die nächste Veranstaltung ist ein Bastelnachmittag mit dem Kinderchor Rodnichok am Freitag, 9. Dezember. Informationen soll es zukünftig auf einer eigenen Homepage geben.

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