Graffiti: Mit Workshop-Leiter Reza Jackson (auf der Leiter) und Simone Adams-Weggen, Pädagogin für Kultur und Medien, hatten elf Kinder und Jugendliche am Gebäude der Lebenshilfe ihren Spaß. - © Corina Lass
Graffiti: Mit Workshop-Leiter Reza Jackson (auf der Leiter) und Simone Adams-Weggen, Pädagogin für Kultur und Medien, hatten elf Kinder und Jugendliche am Gebäude der Lebenshilfe ihren Spaß. | © Corina Lass

Herford Junge Künstler besprühen Haus mit Graffiti

Künstler Reza Jackson arbeitet mit Kindern und Jugendlichen anlässlich des Projekts "We're open". Figuren aus Animations- und Trickfilmen zieren jetzt das Haus der Lebenshilfe

Corina Lass

Herford. Figuren aus japanischen Animationsfilmen und deutschen Trickfilmen blicken seit Montag von der Wand des Gebäudes der Lebenshilfe an der Rennstraße/Ecke Lessingstraße. Elf Kinder und Jugendliche haben sie dort unter Anleitung des Künstlers und Architekturstudenten Reza Jackson auf die Wand gesprüht. Der Verein Landesarbeitsgemeinschaft Kunst und Medien ermöglichte den Workshop als Teil des zweiwöchigen "Temporären Jugendzentrums". Viele Passanten schienen zunächst allerdings erschrocken. Autofahrer hupten. "Habt ihr nichts Besseres zu tun als hier rumzuschmieren?", fragte einer polternd. Ein anderer wollte wissen, ob das denn wohl von der Stadt genehmigt sei - und holte die Kamera heraus, um den vermeintlichen Frevel im Bild festzuhalten. Ihn dürften wohl auch Worte gestört haben, die zwar Teil der Jugendsprache sind, aber alles andere als stubenrein. Die würden aber noch übersprüht, sagte Kultur- und Medienpädagogin Simone Adams-Weggen am Nachmittag. Die Vorsitzende der Lebenshilfe, Bärbel Zuhl, beruhigte Passanten, wo sie konnte - und sprühte selbst ein paar Punkte an die Wand, auf Neu-Deutsch: "Dots". Der 23-jährige Jackson schmunzelte über die Proteste. "Was die Leute wohl glauben, was wir hier mitten am Tag tun . . .", sagte er. Zehra Parlak sprühte ein Motiv aus den Filmstudios Ghibli ans Gebäude. "Zum Ausprobieren ziemlich cool", sagte die 15-Jährige. Sie gestand aber, dass ihr im Alltag ein Blatt Papier zum Zeichnen reicht. Zumal die Farben fürs Graffiti zu teuer seien, um daraus ein Hobby zu machen. Am Vormittag hatte Jackson mit den Jugendlichen die Entwürfe gezeichnet und Tipps gegeben, bevor diese am Nachmittag zur Sprühdose griffen. Anfänger könnten leicht beim Übertragen auf die Wand verzweifeln, erklärte er. Denn: "Es sieht immer chaotisch aus, wenn die Farben aufeinander treffen." Erst wenn sie durch schwarze Linien getrennt würden, zeige sich, wie das Bild tatsächlich aussieht. Adams-Weggen freute sich über das große Interesse am Workshop. Das zeige, das Graffiti immer noch ein Teil der Jugendkultur sei, sagte sie.

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