Bei dem Unfall war ein Lastwagenfahrer im Führerhaus (hinten) eingeklemmt worden. - © Patrick Menzel
Bei dem Unfall war ein Lastwagenfahrer im Führerhaus (hinten) eingeklemmt worden. | © Patrick Menzel

Herford/Gütersloh/Bielefeld Tödlicher Unfall: A2 in Richtung Dortmund war voll gesperrt

Rettungseinsatz zwischen dem Kreuz Bielefeld und Gütersloh: 50-jähriger Lastwagenfahrer aus Herford erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen

Patrick Menzel

Gütersloh. Geborstenes Blech, zersplittertes Glas – Trümmerteile übersäen den Asphalt. Die Kabine des Lastwagens ist bis zur Unkenntlichkeit verformt. Für den Fahrer (50) aus Herford kommt jede Hilfe zu spät. Er ist so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle stirbt. Horror-Szenen auf der A 2. Es ist kurz nach neun Uhr, als der Lkw-Fahrer einer Bielefelder Spedition mit seinem tonnenschweren Gespann auf Höhe der Beschleunigungsspur des Parkplatzes Heideplatz in Richtung Dortmund fährt. Vermutlich, weil er für einen Augenblick abgelenkt ist, übersieht er das Stauende, das sich aufgrund einer Baustelle nahe der Ausfahrt Gütersloh seit einigen Wochen fast jeden Morgen bildet. Ungebremst rast er in den vor ihm stehenden Sattelzug mit polnischem Kennzeichen. Das Führerhaus bohrt sich tief in den Auflieger und schiebt diesen einige Meter über die Fahrbahn. Wie heftig der Zusammenstoß gewesen sein muss, lässt die Tachonadel des Lkw erahnen. Sie blieb zum Zeitpunkt des Aufpralls kurz vor der 80 stehen – „ein deutliches Indiz dafür, dass der Lastwagen ungebremst aufgefahren ist", sagt ein Beamter der Autobahnpolizei. Zeugen bestätigen diese Vermutung. Ein Autofahrer, der nur wenige Meter hinter den beiden Unfall-Lastwagen gefahren ist, gibt an, dass er nur ein kurzes Aufblitzen der Bremsleuchten gesehen habe. „Dann hat es auch schon geknallt und Fahrzeugteile flogen durch die Luft", sagt er. Er und andere Augenzeugen eilen dem Lkw-Fahrer zu Hilfe. Doch der Mann ist derart in dem demolierten Führerhaus eingeklemmt, dass weder die Ersthelfer noch die alarmierten Rettungskräfte ihn zunächst befreien können. Als die Feuerwehr ihn nach mehr als einer Stunde mit schwerem Gerät birgt, kann der Notarzt nur den Tod feststellen. Der Fahrer (29) und ein Insasse (31) des polnischen Sattelzuges werden bei dem Unfall verletzt, sie kommen per Rettungswagen ins Krankenhaus. Während der Rettungs- und Aufräumarbeiten sperrt die Polizei die Autobahn in Richtung Dortmund für mehr als zwei Stunden. Hinter der Unfallstelle staut sich der Verkehr auf fast zehn Kilometern Länge. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwa 120.000 Euro.

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