Wolfgang Heinrich: Auch der Kurpark in Bad Pyrmont mit seinen Palmen hat es ihm angetan. - © Ralf Bittner
Wolfgang Heinrich: Auch der Kurpark in Bad Pyrmont mit seinen Palmen hat es ihm angetan. | © Ralf Bittner

Kreis Herford Wolfgang Heinrich malt Motive aus dem Kreis Herford

Seit fast sechs Jahrzehnten lebt und arbeitet der Herforder Maler im Kreis, der in diesen Tagen 200 Jahre alt wird. Viele seiner Motive findet er hier und malt sie oft immer wieder, bevorzugt als Aquarell

Ralf Bittner

Kreis Herford. „Wir Zugezogenen schauen ja öfter genauer hin, als die, die schon lange in einer Stadt oder einer Region leben“, sagt Wolfgang Heinrich. Zunächst ab 1952 in Ost-Berlin als Kunsterzieher tätig, lebt und arbeitet Wolfgang Heinrich seit 1958 in Herford. Praktisch sofort begann er, die neue Heimat mit Papier, Pinsel und Farben zu erkunden. „Ich vermeide den stahlblauen Mittagshimmel“, sagt der 1928 in Berlin geborene Maler, der vielen vor allem durch seine Aquarelle bekannt ist: „Ich bevorzuge das warme Licht des späten Nachmittags für meine Bilder.“ Von Anfang an interessierte er sich auch für die Geschichte des Kreises Herford, der in diesen Tagen seinen 200. Geburtstag feiert. Kirchen, Fachwerkhäuser, immer wieder Wasser und Blicke in die Landschaft des Ravensberger Hügellandes mit ihren sanften Schwüngen sind Motive, die in seinen Bildern immer wieder auftauchen. „Manchmal ziehe ich mit der großen Feldstaffelei los, manchmal mit dem Skizzenblock“, sagt Heinrich, seltener male er nach Fotografien, obwohl er inzwischen die Vorteile von Digitalkamera und Computerbildschirm für die Arbeit im Atelier entdeckt habe. Dort entstanden und entstehen vieler seiner großformatigen Aquarelle. „Ein Maler nimmt durch die langsamere Arbeitsweise anders wahr als etwa ein Fotograf“, erzählt er, er könne sicher auch Empfindungen direkter zum Ausdruck bringen. Viele Motive malt er immer wieder. Wenn er durch seine ungezählten Mappen blättert, muss er selbst oft genau gucken, für welchen Druck er welches Original verwendet hat. „Ich gehe immer wieder an die Orte“, sagt er, und oft unterschieden sich die Bilder nur in Details wie einem Grashalm oder einem Zweig, die ins Bild ragen. Leuchtkraft und Intensität prägen seine Bilder, wobei er zur Wiedergabe der unterschiedlichen Farbstimmungen und Nuancen immer wieder neue Farbtöne mischt. Er sucht das Zeitlos-Schöne. Eindeutig erkennbare Hinweise auf den Zeitpunkt der Entstehung der Bilder, etwa Werbung oder Straßenschilder, fehlen meist. Gelegentlich verleihen Autos eine Ahnung, davon, wie sich die Bilder zeitlich einordnen lassen könnten. Heinrich malt auch immer wieder Küstenlandschaften, seine Heimatstadt Berlin oder auf Studienreisen, doch fast 60 Jahre künstlerische Auseinandersetzung mit Herford und Umgebung haben ein facetten-, farben- und nuancenreiches Porträt des Wittekindskreises entstehen lassen, das das Wesen des Kreises greifbar macht.

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