Yves Abel, Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie. - © Archivfoto: Sandra Sanchez
Yves Abel, Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie. | © Archivfoto: Sandra Sanchez

Herford Yves Abel, Dirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie, im OWL-Porträt

Er isst lieber rohen Fisch als Stippgrütze, Pickert oder Pumpernickel und glaubt, dass die Rettung der Welt mit Kindergesang beginnt

Ulf Hanke

Herford. Yves Abel kommt tiefenentspannt, ohne Frack und Dirigierstab, zum Fototermin. Gleich wird er zu Mittag essen, noch mal rasch die E-Mails checken und dann vor dem Konzert am Abend ein Nickerchen halten. So tun es viele Musiker. Der Arbeitstag in der Konzertphase ist lang und erst um 2 Uhr morgens vorbei. Seit Anfang 2015 ist der Franko-Kanadier aus Toronto Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie, des Landesorchesters für Ostwestfalen-Lippe. Acht Wochen im Jahr ist Abel fest in Herford, ansonsten pendelt der Vater zweier Söhne (14 und 3) zwischen seinem Haus im New Yorker Stadtteil Brooklyn und der Toskana, wo seine Partnerin lebt. Die beiden erwarten ihr zweites gemeinsames Kind, wahrscheinlich ein Mädchen, erzählt der Dirigent freudestrahlend. Beim Übersetzen des Fragebogens helfen Orchestergeschäftsführer Christian Becker und Intendant Andreas Kuntze. Abel entscheidet sich für Sushi, nachdem die beiden Stippgrütze fälschlicherweise als „Wurst mit Schweinehirn" vorgestellt haben. Herz, Nieren oder Leber hätten es aber auch nicht rausgerissen. Sein Porträt: Zuhause Stippgrütze, Pickert oder Pumpernickel? Lieber Sushi. Hermann, Wilhelm oder Libori? Hermann. Handball, Fußball oder Reiten? Fußball. Hund oder Katze? Beides schwierig im internationalen Künstlerleben. Was sollte Gästen in OWL unbedingt gezeigt werden? Die Musiker der Nordwestdeutschen Philharmonie. Der prominenteste Mensch in OWL ist? Ich freue mich, ihn eines Tages zu treffen. Dieser OWLer sollte unbedingt bekannter werden: Alle. Was wäre für Sie die größte Herausforderung? a) mit Ostwestfalen im Keller zu lachen b) Lippern das Geld aus der Tasche zu ziehen c) Bielefeld zu entdecken d) Güterslohern die Medienwelt zu erklären e) Schweigende Paderborner zum Reden zu bringen Persönlich Wann haben Sie sich zuletzt riesig gefreut? Bei der Geburt meines Sohnes. Wann haben Sie zuletzt geweint? Als ich tourneebedingt meine Familie fast ein Vierteljahr nicht gesehen habe. Unerbittlich sind Sie, wenn ... ich auf der Suche nach einem guten musikalischen Erlebnis bin. Was verzeihen Sie anderen sofort? Falsche Töne, aber nur in der Probe. Mit wem müssen Sie noch einen Sack Salz essen? Mit meinem Dirigierprofessor in New York. Ihr bisher unentdecktes Talent? Singen. Ihr heimlicher Fehler? Ich arbeite zu viel. Ihre Lieblingsfarbe? Blau. Was mögen Sie an OWL am liebsten? Die wunderschönen Altstädte. Was lieben Sie an Ihrem Beruf besonders? Die großen emotionalen Höhepunkte auf der Bühne. Was nervt Sie an Ihrem Beruf manchmal? Das viele Reisen. Vertraulich Unter der Dusche ... bekomme ich musikalische Inspirationen. Auf Ihrem Nachttisch liegt ... ein Buch und mein iPhone. Wenn ich noch einmal 16 wäre, ... würde ich gerne ein berühmter Opernsänger werden. Außer für Geld ist in meiner Geldbörse noch Platz ... für Familienfotos. Sinn des Lebens Haus bauen, Apfelbäumchen pflanzen oder Kind zeugen? Viele Bambini! Wenn morgen die Welt untergehen würde, ... ich noch einmal mit der Familie die 9. Symphonie von Beethoven hören. Was ist auf Ihrer To-do-Liste noch nicht 
abgehakt? Fremde Kulturen und Menschen entdecken. Was nehmen Sie überall mit hin? Meine elektronischen Kommunikationsgeräte Ihr letzter Wille? Zugang zur Hochkultur für alle! Die Rettung der Welt beginnt mit ... der Möglichkeit und Fähigkeit, im Kindesalter zu singen.

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