Am Seil: Der Segelflieger "ASK 21" vom Herforder Verein für Luftfahrt reiste mit den aktiven Fliegern zum Sommerlager auf die schwäbische Alb und wurde dort mit einer Seilwinde mehrfach gen Himmel gezogen. - © HERFORDER VEREIN FÜR LUFTFAHRT
Am Seil: Der Segelflieger "ASK 21" vom Herforder Verein für Luftfahrt reiste mit den aktiven Fliegern zum Sommerlager auf die schwäbische Alb und wurde dort mit einer Seilwinde mehrfach gen Himmel gezogen. | © HERFORDER VEREIN FÜR LUFTFAHRT

Herford/Kreis Tuttlingen Segelflieger im Luftraum über dem südlichen Rand der schwäbischen Alb

Sommerlager: Der Herforder Verein für Luftfahrt reist mit 20 Aktiven zum Flugplatz am Klippeneck

Friderieke Schulz

Herford/Kreis Tuttlingen. Zwei Wochen im Hochflug liegen hinter den Mitgliedern des Herforder Vereins für Luftfahrt (HVfL). Denn zum Sommerlager am Klippeneck am südlichen Rand der schwäbischen Alb reisten nicht nur 20 Flieger aus Herford, sondern auch alle Flugzeuge des Vereins. Mehr als 1.000 Kilometer legten die Flieger gemeinsam während dieser Tage zurück. Im Juli, ging es für die 20 Mitglieder des HVfL los in Richtung schwäbische Alb. Das Klippeneck befindet sich auf einer Höhe von 1.000 Metern über dem Meeresspiegel direkt an der Albkante, deren Tal 400 Meter tiefer liegt. "Das macht die Gegend dort für Flieger sehr anspruchsvoll", sagt Henning Blomeyer, Pressesprecher des Vereins und erzählt, dass das Gelände eine Abwechslung zum heimatlichen Flugbetrieb in Oerlinghausen sei. Deswegen machte auch das wechselhafte Wetter den Ostwestfalen nichts aus und sie starteten jeden Tag mit ihren Maschinen in den Himmel. Einige von ihnen unternahmen auch Langstreckenflüge. Fluglehrer Harry Fritsche startete gleich zweimal zu langen Distanzen. Einmal gemeinsam mit Olaf Bohnenkamp über Blaubeuren und Ulm nach Villingen-Schwenningen. Gemeinsam legten die Flieger dabei 312 Kilometer zurück. Einige Tage später startete Fritsche erneut mit Fluglehrer Martin Thomaschky mit dem Hochleistungs-Doppelsitzer "Duo-Discus XL" zu einem Flug an Stuttgart vorbei bis Eichstätt, 220 Kilometer nordöstlich vom Startplatz. "Nach der Landung hatten sie am Abend 423 Kilometer absolviert", weiß Blomeyer zu berichten. Auch Ben Geertz hatte sich eine 527 Kilometer lange Langstreckenroute ausgesucht und startete mit dem "fliegenden Denkmal", einer K-8b, Baujahr 1960. Beliebt waren auch die Motorsegler und Motorflugzeuge des Vereins, mit dem die Piloten zu Tagesausflügen an den Bodensee flogen, den sie ebenso wie die Alpen an klaren Tagen vom Flugplatz am Klippeneck gut sehen konnten. Doch auch die Ausbildung der mitgereisten Flugschüler blieb nicht auf der Strecke. Christian Müller bestand die C-Prüfung. Somit befindet sich der 16-Jährige nun auf der Zielgeraden zur Segelfluglizenz. Einen ersten Erfolg feierte auch das neueste Mitglied des HVfL, Chiara Rasic. Die 15-Jährige kam erst während der Wartungsarbeit und dem Theorieunterricht im vergangenen Winter zum Verein. Bereits im Frühjahr feierte Chiara ihren Freiflug, am Klippeneck bestand sie nun ihre B-Prüfung. Als Gastpilot und älterer Flugschüler war Uwe Grobecker von der Flugsportvereinigung Ravensberg aus Steinhagen mit am Klippeneck und konnte ebenfalls seine theoretische und praktische B-Prüfung bei den Herfordern absolvieren. Einige Flugschüler wurden auf neue Flugzeugmuster umgeschult und verließen so erstmalig das Cockpit der doppelsitzigen Schulflugzeuge, um sich mit den einsitzigen Typen wie der LS-4 oder der K-8b vertraut zu machen. Im Vergleich zu den Schulflugzeugen sind diese leichter und leistungsfähiger, zudem ist nun kein Fluglehrer mehr mit im Cockpit und die Schüler erstmalig auf sich allein gestellt. Blomeyer selbst reiste nicht mit zum Sommerlager, konnte jedoch als Gast des Vereins aus Steinhagen auf dem heimatlichen Flugplatz in Oerlinghausen seine theoretische B-Prüfung bestehen und wird nun ebenfalls bald auf die einsitzigen Segelflugzeuge umgeschult. "Das Sommerlager hat allen Mitreisenden viel Spaß gemacht", sagt Blomeyer und erzählt, dass der HVfL nun wieder bis Ende Oktober an der Startstelle 3 des Flugplatzes Oerlinghausen anzutreffen ist. "Wir freuen uns immer über interessierte Besucher und mitfliegende Gäste", sagt Blomeyer. Infos zum Verein, den Flugzeugen und zur Ausbildung gibt es unter: www.hvfl.de

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