Konkrete Pläne: Meshut Cakar und Maren Gottenströter vom FlaFla erläutern den gut 70 Besuchern die Pläne. Im Dezember will das autonome Jugendzentrum von der Goebenstraße hierher umziehen. - © Ralf Bittner
Konkrete Pläne: Meshut Cakar und Maren Gottenströter vom FlaFla erläutern den gut 70 Besuchern die Pläne. Im Dezember will das autonome Jugendzentrum von der Goebenstraße hierher umziehen. | © Ralf Bittner

Herford Infotag auf der FlaFla-Baustelle

Interesse: Knapp 70 Freunde, Förderer, Ehemalige und Aktive werfen einen Blick ins Haus Diebrocker Straße 2. Hier soll das FlaFla einen dauerhaften Standort finden

Ralf Bittner

Herford. "Größere unangenehme Überraschungen sind bisher ausgeblieben", sagt Simon Büscher, einer der Sprecher des autonomen Jugendzentrums FlaFla, am Rande des Informationsnachmittages im Haus Diebrocker Straße 2. Von einigen Wänden sei mehr Putz als erwartet heruntergekommen, im Erdgeschoss müsse anders als gedacht ein Betonboden eingezogen werden. "Wir haben gewusst, dass wir uns auf ein anstrengendes Jahr einlassen", sagt Büscher, bisher gebe es aber immer genügend helfende Hände auf der Baustelle. Um die 60 Helferinnen und Helfer halfen anfangs dabei, fast 1.000 Kubikmeter Müll und Schutt zu entsorgen. Inzwischen habe sich die Zahl der Aktiven bei den samstags stattfindenden Bautagen bei etwa 15 Personen eingependelt. Parallel dazu organisieren weitere Ehrenamtliche am Standort Goebenstraße 66 weiter ein regelmäßiges Programm mit Café, Konzerten und Parties. "Das ist wichtig", sagt Büscher, "weil wir bis zum Jahreswechsel den alten Standort unterhalten und gleichzeitig die Arbeiten am neuen Standort organisieren und finanzieren müssen." Die Pläne für das Haus mit seinen jeweils 200 Quadratmetern Nutzfläche im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss sind fertig. Nutzbar seien soll bis zum Umzug das Erdgeschoss mit Café, Disco- und Konzertraum und Toiletten. Der Ausbau des Obergeschosses mit Sport- und Mehrzweckraum und Gruppenräumen soll nach und nach erfolgen. "Ideen für die Nutzung gibt es", sagte Meshut Cakar, der gemeinsam mit Maren Gottenströter die Pläne vorstellte: "Wir sind aber offen für Vorschläge und Menschen, die dabei helfen wollen, dem FlaFla erstmals in seiner fast 50 Jahre währenden Geschichte mit dem eigenen Haus eine dauerhafte Perspektive zu eröffnen." Da die Baugenehmigung noch aussteht, wurden bisher größtenteils vorbereitende oder nicht genehmigungspflichtige Arbeiten durchgeführt. Da im Erdgeschoss außer dem Windfang vom bisherigen Mauerwerk nichts stehen bleiben wird, muss die Decke mit Stahlträgern abgefangen werden. Das wird eine der Aufgaben, die von Fachfirmen übernommen werden sollen. "Es wird aber sicher immer reichlich für Menschen ohne handwerkliche Qualifikation zu tun geben", sagt Gottenströter. Von Geld- und Sachspenden bis zur praktischen Mitarbeit gebe es derzeit so viele Möglichkeiten wie lange nicht, um sich in das Projekt einzubringen. Wichtig werde die für Juli und August geplante Sommerbaustelle, sagt Cakar. Dafür hofft das FlaFla auf viele helfende Händen, die am Stück mit anpacken. Bisher haben sich für einen Zeitraum von drei Wochen Ehrenamtliche gefunden, die über entsprechende Qualifikationen verfügen, so eine Werkstatt leiten zu können. "Wir bitten alle Menschen mit Qualifikationen in Berufen des Bauhandwerks oder mit entsprechenden planerischen Erfahrungen, uns zu unterstützen, in dem sie es ermöglichen, die Sommerbaustelle zu verlängern", sagt Gottenströter, denn die sei eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg zum neuen FlaFla. Dann soll die Wende vom Abbruch zum Aufbau vollzogen und durch das gemeinsame Tun auch die Gemeinschaft gestärkt werden.

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