Instrumental: Musikerin Susanne Hill. - © Ralf Bittner
Instrumental: Musikerin Susanne Hill. | © Ralf Bittner

Herford Susanne Hill legt ihre erste CD vor

Herforder Musikerin präsentiert auf "Bliss" instrumental das Gefühl der Gelassenheit

Ralf Bittner

Herford. Leicht perlen die Töne des Pianos, gewinnen langsam an Intensität, und eine zweite Stimme variiert das sich wiederholende Thema, drückt ein Gefühl gelassener Entspanung aus. „Bliss", Glückseligkeit, heißt das erste Stück auf Susanne Hills gleichnamiger CD. Klavier, Geige, Bratsche, Akkordeon, dazu manchmal Bass oder Glockenspiel, hat Susanne Bentrup, die als Musikern ihren Mädchennamen Hill benutzt, im eigenen Arbeitszimmer eingespielt. Gemischt und gemastert wurde die CD von Karl Godejohann, erscheinen wird sie beim Osnabrücker Timezone-Label. Obwohl Musik im Leben der gebürtigen Lemgoerin immer eine große Rolle gespielt hat, dürfte sie vielen Herfordern über ihr Engagement beim Verein „Clownskontakt" bekannt sein, dessen Mitglieder vor allem alte Menschen in Seniorenheimen und auf Palliativstationen besuchen. Als Gründerin und Mitglied des Augenblick-Theaters war sie unter Anderem an der Innenstadtinszenierung „O! Cocoa!" 2011 beteiligt. Auch dafür hatte sie die Musik geschrieben. Doch bevor Hill über das Straßentheater zur Schauspielerei kam, bestimmte Musik ihr Leben. Um ihr Englisch zu verbessern ging sie nach Dublin, spielte ein halbes Jahr später in einer Band, die regelmäßig in Pubs engagiert war. „Ich verdiente gleich gutes Geld", sagt sie. Dann schrieb sie sich für ein Studium ein, das sie mit einem „Bachelor of Music" am University College Dublin abschloss. Als sich nach dem Studium abzeichnete, dass Musikunterricht immer mehr Raum einnahm, schloss sie ein Studium als Instrumentalpädagogin in Osnabrück an und auch ab. Auch in Deutschland spielte sie weiter in Bands, etwa der Folk-Band „In Search of a Rose" oder kooperierte mit dem Liedermacher Günter Gall. „Ich habe immer viel Musik gemacht", sagt sie, „aber wenig eigene". Trotzdem entstand über die Jahre viel eigenes Material, das sie während der vergangenen zwei Jahre aufnahm. Die zwölf Stücke auf der CD sind durchgängig instrumental, entziehen sich aber mit ihren sanft fließenden eingängigen Melodien jeder Einordnung, verbinden einen unaufdringlichen Ohrwurmcharakter mit Kammermusik. Inspiriert sind sie oft von Gefühlen, Augenblicken oder der Erinnerung daran, und erzählen kleine Geschichten. „Sadness?", „Traurigkeit?" heißt ein Stück, das sich aus der Niedergeschlagenheit wieder emporschwingt, Filmmusik für kleine Filme, die vor dem inneren Auge ablaufen. „Ich bin selbst gespannt, in welche Schublade das Label die CD einsortiert", sagt sie. Die Musik lädt ein zum Zurücklehnen und Zuhören, und so kann sich Hill auch nicht vorstellen, diese Musik live auf einer Bühne zu präsentieren. Trotzdem möchte sie, dass ihre Musik gehört wird und hofft, dass Timezone hier über Wege der Verbreitung verfügt, die ihr als unabhängiger Künstlerin verschlossen bleiben würden. „Über Vermarktung und Vertrieb habe ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht", sagt Hill. Ihr sei es wichtig gewesen, ihre in den vergangenen Jahren entstandene Musik in eine abschließende Form zu bringen und mit der CD etwas physisch Greifbares zu produzieren.

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