Biomüllhalde mit vielen Plastiktüten: Sebastian Böhme (v. l.), Christian Antl, Ute Lepper (Betriebsleiterin Kompotec), Ralf Heemeier, Karlgünter Eggersmann und Udo Busse (Kreis Herford) schauen sich auf dem Gelände der Firma Kompotec in Enger um. FOTO: MAREIKE PATOCK - © Mareike Patock
Biomüllhalde mit vielen Plastiktüten: Sebastian Böhme (v. l.), Christian Antl, Ute Lepper (Betriebsleiterin Kompotec), Ralf Heemeier, Karlgünter Eggersmann und Udo Busse (Kreis Herford) schauen sich auf dem Gelände der Firma Kompotec in Enger um. FOTO: MAREIKE PATOCK | © Mareike Patock

Herford Im Herforder Biomüll landet immer mehr Plastik

Kreis und Kompostierfirma appellieren an Bürger

Mareike Patock

Kreis Herford. Auf dem Werksgelände der Firma Kompotec in Enger fährt gerade ein Lkw voll beladen mit Biomüll vor. Seine Fracht kippt er langsam auf einen riesigen Berg mit anderen organischen Abfällen. Allerdings landen auf dieser Biomüllhalde keineswegs nur Gemüsereste, altes Obst oder Grünschnitt. Aus dem Bauch des Lastwagens quillen jede Menge Plastik und Glas hervor - Dinge, die in der Biotonne nichts zu suchen haben. "Aber das wird tendenziell mehr", kritisiert Sebastian Böhme von der Firma Kompotec. Das Werk des Unternehmens in Enger sei die "zentrale Kompostumladestation" für den Biomüll im Kreis Herford, berichtet Kreisdirektor Ralf Heemeier. Jedes Jahr fallen seinen Angaben zufolge rund 20.000 Tonnen Biomüll im gesamten Kreis an. "Leider müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Kompotec vor Ort feststellen, dass allzu häufig Störstoffe im Bioabfall landen, die dort nicht hineingehören", teilt der Kreis mit. Unrühmliche Beispiele seien behandelte Hölzer, verpackte Lebensmittel, Hygieneartikel oder Plastikmüll. Der Kreis und auch die Firma Kompotec appellieren darum an die Bürger, solche Dinge nicht im Biomüll zu entsorgen. Denn aus den organischen Abfällen wird Kompost gemacht, der vermarktet wird und später als Düngemittel in heimischen Gärten landet. Das heißt aber auch: Der Kompost muss gewisse Qualitätsstandards erfüllen. "Die einzuhalten wird jedoch immer schwerer und der Aufwand, die Störstoffe rauszufiltern, immer größer", sagt Karlgünter Eggersmann, Geschäftsführer der Eggersmann Gruppe, zu der auch die Firma Kompotec gehört. Er erklärt auch, wie der Biomüll aus dem Kreis Herford zu Kompost wird. Das passiere im Kompotec-Werk in Gütersloh. Zu Beginn des Aufbereitungsprozesses werde die Hälfte der Störstoffe - Plastik oder Glas zum Beispiel - aus den organischen Abfällen aussortiert. Nach sechs Wochen, wenn aus dem Biomüll schon Kompost geworden sei, würden weitere Störstoffe herausgeholt. "Aber es bleiben immer ganz kleine Stücke zurück - wir haben nie den puren Kompost." Eggersmann betont jedoch, es würden so viele Störstoffe herausgefiltert, dass der Kompost die vorgeschriebenen Qualitätsstandards erfülle. Damit das auch künftig gelingt, setzen der Kreis und die Firma Kompotec auf die Mithilfe der Bevölkerung im Kreis Herford. "Denn das System Biotonne ist darauf angewiesen, dass die Bürger mitarbeiten", sagt Sebastian Böhme. Auch Christian Antl, Vorsitzender des Umweltausschusses im Kreis Herford, betont: "Durch Aufklärung und Information möchten wir hier in die richtige Richtung lenken." Der Kreis hat darum einen Katalog mit Dingen aufgestellt, die nicht in der Biotonne entsorgt werden dürfen: Dazu gehören unter anderem Alufolie, Glas, Porzellan, Grill- und Ofenasche, Haare, Federn, Knochen, Leder und Stoffreste, Korken, Katzenstreu, Kleintierkot, Kunststoffe, Papier, Papiertaschentücher, Sägespäne, Windeln, Tierkadaver oder Zigarettenkippen und -asche. Auch kompostierbare Plastiktüten sollten nicht im Biomüll landen.

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