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Herford Somalier soll 88-Jährige vergewaltigt haben

Amtsgericht: Der Angeklagte ist Asylbewerber und lebt seit einem Jahr in Deutschland

Corina Lass

Herford/Porta Westfalica. Ein 20-jähriger somalischer Asylbewerber soll im Juni eine 88-jährige Frau in Porta Westfalica in ihrer Wohnung vergewaltigt haben. Der Mann, der seit einem Jahr in Deutschland lebt und verheiratet ist, wurde gefasst, weil die Frau ihn später auf Fotos identifizieren konnte. Über seine Zukunft verhandelt seit Montag das Herforder Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, in einer Juni-Nacht mit seinem Fahrrad von seiner Unterkunft in Bad Oeynhausen nach Porta Westfalica gefahren zu sein, auf dem Weg in einem Haus Licht gesehen zu haben und durch ein gekipptes Fenster eingestiegen sein. Hinter der Badezimmertür habe er auf die Frau gewartet. Als sie, mit einem Nachthemd bekleidet aus dem Bad kam, habe er sie in den Schwitzkasten genommen, ins Schlafzimmer geschleppt und dort brutal vergewaltigt. Der Somalier, der laut Anklage tagelang nicht geschlafen, deshalb Medikamente genommen und eigentlich nach Porta Westfalica in ein Bordell hatte fahren wollen, schildert es anders: Er habe gefroren und in dem Haus nach einer Jacke fragen wollen. Als er dort auf die Rentnerin stieß, habe die ihn mit in ihr Schlafzimmer genommen, wo es einvernehmlich zum Körperkontakt gekommen sei. Warum der Angeklagte nicht geklingelt hat, sondern stattdessen durch das Fenster in die Wohnung eingestiegen ist, konnte er nicht erklären. Auch die Frage, warum die Frau nach dem Körperkontakt geblutet hat und Hämatome an den Armen hatte, ließ er unbeantwortet. Er habe keine Gewalt angewendet, sagte der Mann. Die 88-jährige Frau habe den Geschlechtsverkehr gewollt. Darüber hinaus erklärte sich der Mann ausschweifend, allerdings vielfach nicht zum Thema. Immer wieder betonte er zudem, dass in jener Nacht betrunken gewesen sei. Ein Dolmetscher übersetzte seine Angaben. Tatsächlich gilt der Mann als unberechenbar, was auch die Justizbeamten demonstrierten, die Handschellen und Schutzhelm dabei hatten, als sie kamen, um den 20-Jährigen aus dem Saal zu führten. Die Verhandlung wird am Montag, 30. November, fortgesetzt, sagte der Direktor des Amtsgerichts, Bernd Kahre. Das Gericht will dann weitere Zeugen vernehmen.

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