Illegal: Der Altkleider-Container an der Bonifatiusstraße ist vom Ordnungsamt nicht genehmigt worden. - © Johannes Hülstrung
Illegal: Der Altkleider-Container an der Bonifatiusstraße ist vom Ordnungsamt nicht genehmigt worden. | © Johannes Hülstrung

Herford Wie das Ordnungsamt gegen illegale Altkleider-Container vorgeht

Altkleider: Auch in Herford verdienen dubiose Firmen Geld mit illegalen Containern. Das Ordnungsamt will dagegen vorgehen, muss aber zunächst abwarten

Johannes Hülstrung

Herford. Wer ausgediente Kleidung oder Schuhe in dafür vorgesehene Container gibt, geht meistens davon aus, etwas Gutes zu tun. Doch nicht immer handelt es sich bei den Textilien um Spenden: Mit Altkleider-Sammlungen hat sich ein lukratives Geschäft entwickelt. Auch in Herford tauchen immer mehr illegale Container auf. Einer davon steht an der Bonifatiusstraße neben zwei Altglas-Containern von Tönsmeier. "Mach mit der Umwelt zuliebe!" und "Ihre Altkleiderspenden helfen!", steht auf einem Aufkleber. Letztendlich helfen die eingeworfenen Kleider wohl nur der Firma Jeva aus Lage, die den Container betreut. Für eine Stellungnahme war die Firma telefonisch nicht zu erreichen. Trotz mehrmaliger Versuche meldete sich immer nur der Anrufbeantworter. Bei einem Preis von etwa 400 Euro pro Tonne lohnt sich der illegale Handel mit Altkleidern durchaus. Der Container an der Bonifatiusstraße ist - wie wohl einige andere im Stadtgebiet auch - nicht vom Ordnungsamt genehmigt worden. Das will nun dagegen vorgehen. "Wir haben die Firma Jeva angeschrieben und warten darauf, dass sie reagiert", sagt Sven Hoock vom Ordnungsamt auf Anfrage der NW. Es handele sich jedoch nicht um eine Abmahnung, sondern um eine Anhörung. Die Firma solle Zeit bekommen, sich zu äußern.Bürger erkennen illegale Container nicht "Ich gehe schon davon aus, dass sie sich meldet", so Hoock. Optimistisch ist er angesichts der Erfahrung mit dem ersten Fall dieser Art. "Vor drei oder vier Monaten stand ein Container einer anderen Firma in der Steinstraße, mitten in der Fußgängerzone", berichtet Hoock. "Nach unserem Schreiben hat die Firma den Container entfernt." An öffentlichen Plätzen dürfen solche Container ohne Genehmigung ohnehin nicht stehen. Aber auch auf privaten Grundstücken - wie an der Bonifatiusstraße - müsste eine kostenpflichtige Sondernutzung beantragt werden. "Die Sondernutzungserlaubnis ist in Herford aber noch nie beantragt, geschweige denn erteilt worden." Viele Bürger können nicht auf den ersten Blick erkennen, ob es sich bei den von ihnen genutzten Containern um karitative, gewerbliche oder gar unzulässige handelt. "Der ist illegal? Das wusste ich nicht. Da habe ich schon einiges eingeworfen!", sagt ein Anwohner an der Bonifatiusstraße.Der VAB betreibt karitative Container Diane Cramer vom Verein für soziale Arbeit und Beratung (VAB) klärt auf: "Unsere Container sind mit unserem Logo gekennzeichnet. Das ist eigentlich ein verlässlicher Hinweis." Der VAB betreibt gemeinsam mit der Fair Wear Foundation (FWF) fünf karitative Container in Herford. Außerdem gibt es 40 gewerbliche, betreut von der Firma Heuer aus Niedersachsen, die mit der Stadt einen Vertrag geschlossen hat. Wie viele nicht genehmigte Container darüber hinaus im Stadtgebiet stehen, weiß wohl niemand genau. "Da diese illegalen Sammlungen uns die Kleider für die karitative Arbeit abgreifen, ist das natürlich ein sehr trauriger Zustand", ärgert sich die Verwaltungsmitarbeiterin. Neben dem VAB freuen sich auch andere lokale Institutionen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Caritas oder die Recyclingbörse über Altkleider. Die Spender bekommen in diesen Fällen noch die schöne Gewissheit dazu, wirklich etwas Gutes getan zu haben.

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