2009 ergoss sich nach Starkregen eine Schlammlawine vom Lübberlindenweg in die Mindener Straße. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp (Archiv)
2009 ergoss sich nach Starkregen eine Schlammlawine vom Lübberlindenweg in die Mindener Straße. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp (Archiv)

Herford Schutz bei Starkregen: Abwasserbetrieb plant Info-Abende

Betriebsausschuss: Geschäftsführer Gerhard Altemeier stellt die Überflutungssimulation vor. Bürger sollen ihre Grundstücke frühzeitig gegen eindringendes Wasser sichern können

Walter Dollendorf

Herford. Das Thema Schutz vor Starkregen brennt den Menschen auf den Nägeln. Das zeigte sich am Mittwoch beim Betriebsausschuss des Immobilien- und Abwasserbetriebes (IAB), bei dem IAB-Geschäftsführer Gerhard Altemeier die von seinem Team des städtischen Abwasserbetriebes erarbeitete Überflutungssimulation vorstellte. Da sich ungewöhnlich viele Bürger Altemeiers Vortrag anhörten, reichte der Platz im Großen Sitzungssaal des Elsbach-Hauses kaum aus. Wegen des großen Interesses zog der Ausschuss diesen Tagesordnungspunkt vor. Der Ausschuss-Vorsitzende Thomas Helmerking ließ Fragen der Bürger zu. Der IAB-Geschäftsführer zeigte anhand von Karten, was bei einem 30-Jahres-Regen oder gar einem Jahrhundertregen auf Herforder Grundstücksbesitzer zukommen kann, wenn das Wasser auf die Grundstücke oder ins Haus läuft. Das gesamte Herforder Kanalnetz berechnet „Wir wollen Hinweise dazu geben, was Immobilienbesitzer tun können, um den Schaden so gering wie möglich zu halten", sagte Altemeier. Auf den Karten ist genau registriert, welche Grundstücke bei einem 30-Jahres-Regen oder einem Jahrhundertregen betroffen sein werden. Das gesamte Herforder Kanalnetz wurde berechnet. „Auf rund 16.000 Grundstücken, mit rund 32.000 Häuser sind bei einem 30-jährigen Regen 5.850 Häuser, bei einem Jahrhundertregen rund 6.900 Häuser gefährdet", so Altemeier. Der Abwasserbetrieb hat zwei 21-teilige Gefährdungskartenwerke für den 30-jährigen Regen und den 100-jährigen Regen erstellt, in denen die gefährdeten Gebäude in verschiedenen Farben markiert sind. Für mögliche Hochwasser-Situationen gibt es eigene Berechnungen und Karten. „Wir wollen beide Kartenwerke zusammenführen, so dass wir dann einen genauen Überblick darüber haben, wer wie stark gefährdet ist", sagte Gerhard Altemeier.  Starkregenfälle treten inzwischen deutlich öfter auf Heinrich Wulff, bekannter Herforder Wetterfrosch und langjähriger Datensammler für den Deutschen Wetterdienst in Essen, war unter den Zuhörern und schilderte die Situation im Bereich des Ortsieker Wegs, wo er wohnt, und des Lübberlindenwegs. Dort ist die Situation besonders gefährlich, da sich nach Starkregen eine Schlammlawine ergießen kann. „Mittlerweile kommen diese Starkregenfälle alle fünf, sechs Jahre und nicht alle 30 Jahre", so Wulff. Der Abwasserbetrieb hat einen Flyer erstellt, in dem er über die Gefahrenlage informiert. Zudem sind nach Aussagen von Gerhard Altemeier Informationsveranstaltungen für Bürger geplant. „Die Termine stehen noch nicht fest, aber wir werden nicht nur eine Veranstaltung anbieten. Wir möchten möglichst jeden Immobilienbesitzer erreichen, damit er sich wappnen kann", sagte Altemeier.

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