Aus der Herforder Ditib-Moschee waren Videoaufnahmen bekannt geworden, die Kinder in Soldatenuniform zeigen. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Aus der Herforder Ditib-Moschee waren Videoaufnahmen bekannt geworden, die Kinder in Soldatenuniform zeigen. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Zusammenarbeit mit Ditib für Bürgermeister Kähler weiter offen

Nach dem Eklat in der Herforder Ditib-Mosche sind die Untersuchungen wegen Kindeswohlgefährdung derweil abgeschlossen

Jobst Lüdeking

Herford. Die Vorgänge um die Herforder Ditib-Moschee und den Auftritt von uniformierten Kindern Anfang April wird am kommenden Freitag den Herforder Rat beschäftigen. Erste Ergebnisse sowie der aktuelle Sachstand sollen von Bürgermeister Tim Kähler mitgeteilt werden. So hat das Jugendamt der überprüft, ob eine Kindeswohlgefährdung durch die Eltern vorliegen könnte, als sie ihre Kinder an der Aufführung zum Tag der Gefallenen teilnehmen ließen. Diese Kindeswohlgefährdung wird von der Behörde nicht gesehen. Ferner habe der Staatsschutz Bielefeld das Video gesichtet und rechtlich bewertet. „Strafrechtlich relevante Handlungen im Sinne eines Anfangsverdachts einer Straftat wurden durch die Staatsanwaltschaft Bielefeld – so der Stand Mitte Mai – noch nicht gesehen. Die Ermittlungen sind jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen", heißt es in dem Bericht an das Stadtparlament weiter. Die betroffenen Eltern, deren Kinder durch das öffentliche Zeigen des Videos sich in ihrem Elternrecht betroffen sehen, hätten zum Teil Strafantrag gestellt. Aus den gleichen Gründen habe auch das Jugendamt als „Wächter des Kindeswohls" Strafanzeige erstattet. Müttertreff soll intensiviert werden Ein Elterngespräch am 16. Mai habe die Themen Kinderschutz, Elternrechte und Pflichten sowie erste Informationen zur Aufklärung des Vorfalls selbst zum Inhalt gehabt. Einen weiteren Gesprächstermin mit den Eltern soll es in der ersten Juli-Woche geben. Man habe sich auch darauf geeinigt, den bereits bei Ditib bestehenden Müttertreff der AWO ebenfalls weiter zu intensivieren. Loslösung vom politischen Einfluss der Türkei gefordert Das Aktionsbündnis „Demokratie leben!" habe bereits eine Grundhaltung zu dem Thema entwickelt. Von dort aus würden die Grundprinzipien von „Demokratie leben!" als Basis für einen Dialog mit der Ditib-Gemeinde gesehen. Nur wenn diese Kriterien erfüllt würden, sei eine Zusammenarbeit gewünscht, stellt Kähler fest. Anfragen beim Ditib-Bundesverband bis heute unbeantwortet Anfragen verschiedener Parteien oder von Fraktionen, aber auch das Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) gegenüber dem Ditib-Landesverband und dem Bundesverband in Köln sind nach Kählers Kenntnisstand bis heute unbeantwortet geblieben. Der Bundesverband haben sich von solchen Handlungen distanziert und auf die Eigenverantwortlichkeit des örtlichen Moscheeverbandes verwiesen. Auch Innenminister Herbert Reul (CDU) habe den Vorsitzenden des Ditib-Bundesverbandes um Stellungnahme gebeten. Wie berichtet, handelt es sich bei der Aufführung nicht um einen Einzelfall. Die Landesregierung betont, dass sich Ditib vom politischen Einfluss aus der Türkei loslösen müsse. Andernfalls könnten die Verbände nicht Partner in religiösen Fragen sein. Auch in Herford werde dies eine der zu klärenden Fragen sein, schließt Bürgermeister Kähler.

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