Badespaß: Die Grünen gehen davon aus, dass die Wasserqualität nicht so gut ist wie gemeldet. Sie fordern weitere Parameter bei der Untersuchung. - © Pixabay
Badespaß: Die Grünen gehen davon aus, dass die Wasserqualität nicht so gut ist wie gemeldet. Sie fordern weitere Parameter bei der Untersuchung. | © Pixabay

Kreis Herford Grüne fordern einen Test auf MRSA-Bakterien für Badegewässer

Multiresistente Keime: Die Partei kritisiert die Haltung des Kreises, der noch keine Rechtsgrundlage für eine Untersuchung von Seen und Flüssen sieht

Jobst Lüdeking

Kreis Herford. Die Grünen im Kreistag fordern eine Analyse der Badegewässer im Wittekindsland auf multiresistente Erreger, so genannte MRSA-Keime. Der Kreis Herford hingegen verweise auf die fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen und wolle erst im kommenden Jahr untersuchen. „Wir setzen uns dafür ein, dass der Kreis hier voran geht", erklärte Irmgard Pehle von den Grünen. Es sei enttäuschend, dass sich die Kreisverwaltung bei der Untersuchung auf multiresistente Erreger in den Badegewässern auf fehlende rechtliche Rahmenbedingungen zurückziehe. „Bei Tests von Wasser aus niedersächsischen und nordrhein-westfälischen Badeseen sind in allen Proben multiresistente Keime gefunden worden. Journalisten hatten im Rhein-Ruhr-Gebiet diese Proben veranlasst. Die schwarz-gelbe Landesregierung will die Gewässer in NRW aber erst 2019 auf diese gefährlichen Erreger überprüfen", so Ingeborg Balz, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag. Die aktuellen Daten zum Zustand der Badegewässer in NRW zeigen also nicht das gesamte Bild. Kreis will Informationsübersicht zusammenstellen Multiresistente Keime können zu schweren Erkrankungen führen, zum Teil sind selbst die wichtigen Notfallantibiotika gegen sie wirkungslos. Auch wenn diese Erreger bei gesunden Menschen nicht unmittelbar eine Erkrankung auslösen, können sie sich im Darm ansiedeln und zu einem späteren Zeitpunkt eine Infektion verursachen. Die Landesregierung habe lediglich angekündigt, eine Informationsübersicht für Badegäste zusammenzustellen, um beispielsweise geschwächte Menschen auf das Infektionsrisiko hinzuweisen, so die Grünen. Das sei aber zu wenig. Auch die Bürgerinformation zu Gewässern des Kreises Herford böte zu wenig Information. Grund sei, dass die Badeseen und Badestellen, davon mindestens drei in der Werre, nicht von der EU-Richtlinie und auch vom Kreis bisher nicht erfasst werden. Zu den Gewässern im Kreis gehört etwa der Badesee Borlefzen  in Vlotho sowie der Elisabethsee in Herford. Dazu, so Irmgard Pehle, kommen Baggerseen, und auch das Hücker Moor werde zum Baden genutzt. Daher erwarteten die Grünen nun von der Kreisverwaltung eine umgehende, vollständige und transparente Überprüfung der Gewässer. „Da bleibt nur noch auf die Eintragsmöglichkeiten durch die Kläranlagen und das Klinikum hinzuweisen, wo insbesondere auch Messungen stattfinden sollten", ergänzte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ingo Ellermann.

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