Kater oder Katze? - Das konnte bisher noch nicht eindeutig festgestellt werden. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Kater oder Katze? - Das konnte bisher noch nicht eindeutig festgestellt werden. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Der Papa passt auf: Geschlecht des Luchs-Babys bleibt noch unklar

Erster Versuch, den Luchswelpen für eine tierärztliche Untersuchung aus dem Gehege zu nehmen, scheitert, weil die Betäubung nicht wirkt

Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. Am Mittwochmorgen wollte Dr. Wolfgang Holtmann erstmals den vor drei Wochen im Tierpark Waldfrieden geborenen Luchsnachwuchs untersuchen und feststellen, ob der Welpe ein Kater oder eine Katze ist. Der Tierarzt hat den gemeinsam mit Tierpark-Chef Thorsten Dodt und seinem Team unternommenen Versuch aber nach einigen Stunden abgebrochen. Denn das Stresshormon Adrenalin im Blut von Luchsvater Sieghard hat wohl verhindert, dass das Tier vom Betäubungsmittel zuverlässig ins Reich der Träume geschickt wurde. Bei Mutter Dorothea hatte die Betäubung mit einem mit Schlafpaste präparierten toten Küken zwar besser geklappt, doch müssen beide Elterntiere außer Gefecht sein, wenn die Tierpfleger ohne Gefahr das Jungtier vorübergehend von ihnen trennen wollen. Der Luchskater hatte wohl Lunte gerochen, und das Futter am frühen Morgen nicht angerührt. Das Betäubungsmittel wirkte beim Papa Sieghard nicht So zogen Wolfgang Holtmann und die angehende Tierärztin Luisa Plaß, die in seiner Praxis ein Praktikum absolviert, das Betäubungsmittel auf eine Spezialspritze, die Thorsten Dodt mit einem Blasrohr verschießen konnte. Vier Mal versuchte der sein Jagdglück, zwei Mal hat er so gut in den Muskel getroffen, dass das Narkosemittel in den Körper eindringen konnte und bei dem rund 30 Kilogramm schweren Tier eigentlich hätte wirken müssen. Doch Sieghard wankte zwar, verlor aber nicht das Bewusstsein. „Der steht so unter Strom, da hat das Mittel nicht gewirkt", stellte Holtmann nüchtern fest. Sein Problem: Er wollte keine höhere Dosis setzen, die dem Kreislauf des Tieres hätte schaden können. Da die Sicherheit von Tier und Mensch vor dem schnellen Erfolg stehen, entschied er sich, abzubrechen und am morgigen Freitag einen neuen Anlauf zu nehmen. Bis dahin muss der Luchsvater Hunger schieben, damit er dann mehr Appetit auf Küken mit Schlafpaste hat. Sollte am Freitag alles planmäßig laufen, bekommt die ganze Luchsfamilie per Spritze eine Wurmkur. Das Jungtier wird begutachtet, gewogen und ebenfalls per Spritze mit einem kleinen Chip versehen, dessen 15-stellige Nummer es europaweit identifizierbar macht. Das Tier kann auch mit Spezialgerät geortet werden, wenn es gestohlen wurde oder ausgerissen sein sollte. Wenn das Geschlecht des jungen Luchses bestimmt ist, kann auch nach einem Namen gesucht werden.

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