Erfolgreiches Jahr: Die Mitarbeiterinnen von Femina Vita haben auch 2017 wieder viele Mädchen und junge Frauen beraten. - © Lena Henning
Erfolgreiches Jahr: Die Mitarbeiterinnen von Femina Vita haben auch 2017 wieder viele Mädchen und junge Frauen beraten. | © Lena Henning

Herford Mehr Mädchen suchen Hilfe und Beratung bei Femina Vita

Die Mitarbeiterinnen von Femina Vita setzen verstärkt auf präventive Angebote. Besonders der Bereich Medien und Cybermobbing ist von wachsender Bedeutung

Lena Henning

Herford. Seit 29 Jahren berät der Verein Femina Vita, Mädchenhaus Herford, Mädchen und junge Frauen, die seelische oder körperliche Gewalt erfahren haben. Der Jahresbericht für 2017 zeigt dabei deutlich: Immer mehr Mädchen und junge Frauen im Kreis Herford suchen Hilfe. 189 Therapie- und Beratungsanfragen begleitete der Verein im vergangenen Jahr; die meisten davon in der Stadt Herford. Der Großteil nahm selbst Kontakt zur Beratungsstelle auf. In den meisten Fällen ging es um sexualisierte Gewalt, Probleme mit Eltern, Ängste oder physische Gewalt. "Wir erleben seit vielen Jahren, dass für die Betroffenen das Aufsuchen von Hilfe ein wichtiger Schritt ist, um erlebte Gewalt aufzuarbeiten und zu beenden", sagt Geschäftsführerin Ingrid Schneider. Zusätzlich zu den Beratungsangeboten organisiert der Verein Veranstaltungen zur Prävention, Information und Fortbildung. Bei den 107 Veranstaltungen im vergangenen Jahr wurde unter anderem über Mobbing und sexualisierte Gewalt gesprochen. Rund 1.000 Mädchen und etwa 200 Erwachsene, wie etwa Eltern oder Lehrer, konnten so erreicht und über diese Themen aufgeklärt und dafür sensibilisiert werden. Medienkompetenz wird immer wichtiger Neben der Beratungsarbeit der Mädchenberatungsstelle bekommt die Prävention eine immer größere Bedeutung. Im Juni 2017 begann das vom Land geförderte Projekt "Mädchen in besonderen Lebenslagen". Es geht darum, Mädchen frühzeitig für Gewalt zu sensibilisieren. Zusätzlich soll ihre Medienkompetenz gestärkt werden. "Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, was die Mädchen im Netz von sich preisgeben", sagt Jasmin Rohani. Dazu gehen die Mitarbeiterinnen von Femina Vita beispielsweise in Schulen im Kreis Herford und sprechen mit den Mädchen über Cybermobbing und Datenschutz. Auch Eltern müssten über diese Themen aufgeklärt werden, sagt Sylvia Neldner: "Eltern würden ihr Kind niemals nachts allein vor dem Hauptbahnhof stehen lassen - aber im Netz sind die Mädchen oft schutzlos." Ängste nehmen und niedrigschwellige Hilfe anbieten, das ist die Idee. "Wir wollen Mut machen: Du darfst dir Hilfe holen", sagt Schneider. Seit Anfang des Jahres hat der Verein zusätzliche Räume in der Höckerstraße angemietet. "Der Platz reichte einfach nicht mehr aus", sagt Schneider. Nun sei sie froh, Mädchenberatungsstelle und Präventionsangebote unter einem Dach zu haben.

realisiert durch evolver group