Mit Frankfurter Kennzeichen: Die Elektrofahrzeuge mit dem F-Kennzeichen stehen am Kreishaus. Ralf Stölting, Landrat Jürgen Müller, Shirin Kostrzewski und Marc Möller von Deutsche Bahn Connect stellten das Carsharing-Konzept vor. - © Jobst Lüdeking
Mit Frankfurter Kennzeichen: Die Elektrofahrzeuge mit dem F-Kennzeichen stehen am Kreishaus. Ralf Stölting, Landrat Jürgen Müller, Shirin Kostrzewski und Marc Möller von Deutsche Bahn Connect stellten das Carsharing-Konzept vor. | © Jobst Lüdeking

Kreis Herford Kreis setzt auf Carsharing – auch für die Bürger

Neues Angebot: Die Autos, darunter fünf Elektrofahrzeuge, können nicht nur die Mitarbeiter der Verwaltung nutzen. Sie können auch von Bürgern gebucht werden

Jobst Lüdeking

Kreis Herford. Leihen statt kaufen - nach dieser Maxime arbeitet der Kreis Herford jetzt mit der Carsharing-Tochter der Deutschen Bahn (DB) zusammen. Ihre bisherigen Dienstwagen schafft die Kreisverwaltung deshalb sukzessive ab - statt dessen nutzen die Mitarbeiter für ihre Fahrten die 18 Fahrzeuge der DB-Tochter Deutsche Bahn Connect. Fünf davon sind Elektroautos, die direkt am Kreishaus stehen. Diese Art der Zusammenarbeit zwischen Behörde und Privatunternehmen ist für Nordrhein-Westfalen ein Novum. Das Angebot richtet sich aber nicht allein an die Verwaltung: Auch Bürger können ab jetzt das Fahrzeugangebot nutzen - die Elektroautos vom Typ BMW stehen auf dem Parkplatz des Alten Kreishauses, dazu kommen weiter Plätze in der Nähe und am Technischen Rathaus. Sie sind damit auch für Bahnkunden vom Bahnhof aus fußläufig zu erreichen. "Für uns ist das Carsharing-Angebot ein wichtiger Meilenstein für die Mobilität und den Klimaschutz im Kreis", so Landrat Jürgen Müller, der das Konzept gestern Morgen mit Bahn-Vertretern und Mitarbeitern vorstellte. Die vorgesehene Führerscheinkontrolle läuft online Für den Kreis Herford steht das Carsharing-Angebot in direktem Zusammenhang mit dem Integrierten Klimaschutzkonzept. Der Kreis will erreichen, dass bei fast alle Dienstfahrten - rund 300.000 Kilometer legen seine Mitarbeiter jährlich zurück - die E-Autos genutzt werden. Seit rund einem Monat befindet sich das Carsharing im Probelauf. Systembetreiber ist dabei die Deutsche Bahn Connect über ihr so genanntes Flinkster-Netzwerk. Über diese App können sich Kunden online anmelden. "Zunächst gibt es einen digitalen Fragebogen, dann eine Führerscheinkontrolle", skizziert Shirin Kostrzewski die ersten Schritte. Sie hat für den Kreis Herford das Carsharing-Konzept umgesetzt. Neben einem festen Stundensatz wird für ein gebuchtes Fahrzeug ein Preis pro gefahrenem Kilometer fällig. Die Elektrofahrzeuge haben dabei eine Reichweite von 180 Kilometern. Für Notfälle gibt es aber auch einen Benzinmotor mit 9 Liter-Tank. Bis Ende 2018 sollen 100 Stromtankstellen aufgestellt werden Die Buchung sei einfach, so Mitarbeiter des Kreises, die als Nutzer sowohl dienstlich als auch mit einem privaten Account angemeldet sind. "Nutzer aus der Verwaltung und Privatkunden zahlen nur die jeweilige Fahrt, entsprechend der Preisliste. Das Auslastungsrisiko liegt bei uns als Anbieter. Wir denken, dass wir schon bald weitere Kommunen für dieses nachhaltige Mobilitätskonzept begeistern können", erklärt Marc Möller, Leiter des Vertriebsaußendienstes von DB Connect. Das Unternehmen ist seit mehr als zwei Jahrzehnten im Carsharing, aktiv und managt die Fahrzeugflotte der Bahn. Unterstützt wird das Angebot auch von der Westfalen Weser Energie WWE. Bis Ende 2018 sollen 100 Stromtankstellen mit 200 Ladepunkten über das gesamte Netzgebiet aufgestellt werden.

realisiert durch evolver group