Leerstand an der Radewiger Brücke: Bernd Dammeyer will das Erdgeschoss des Fachwerkensembles für einen gastronomischen Betrieb sanieren und die Terrasse erweitern. Nun steht er vor unerwarteten Problemen - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Leerstand an der Radewiger Brücke: Bernd Dammeyer will das Erdgeschoss des Fachwerkensembles für einen gastronomischen Betrieb sanieren und die Terrasse erweitern. Nun steht er vor unerwarteten Problemen | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Trattoria geht an die Steinstraße - nicht ins Café Wien

Stadt stellt für Planer Bernd Dammeyer unerwartete Anforderungen in Sachen Brandschutz und lehnt Balkon an der Aa ab

Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. Für die Radewig gibt es eine schlechte und eine gute Nachricht: Die bekannte Gastronomen-Familie Argentiero wird nicht wie geplant zum Hoekerfest eine Trattoria im seit einiger Zeit leer stehenden Gebäude „Café Wien" eröffnen können. Der Planer und Mitinhaber der stadtbildprägenden Immobilie, Ingenieur Bernd Dammeyer aus Enger, ist nach seinen Angaben mit seinem Bauantrag auf für ihn unerwarteten Gegenwind aus der Stadtverwaltung gestoßen. Die Trattoria ist für das Quartier aber nicht verloren: Sie soll Ende der Sommerferien im derzeit ebenfalls leerstehenden Restaurant an der Steinstraße eröffnet werden, das aus guten Tagen noch als „Pinocchio" bekannt ist. Hans Koch von der ISG-Radewig ist trotz der Problematik an der Radewiger Brücke froh, dass die Argentieros und der Besitzer der Immobilie in der Nähe des Gänsemarktes handelseinig geworden sind: Er freut sich, dass an die alte, gute Tradition im Haus angeknüpft wird. Es solle eine authentische, ehrliche italienische Küche angeboten werden. Die Nudeln werden hausgemacht „Es entsteht eine moderne Trattoria mit 120 Sitzplätzen zuzüglich Außengastronomie und mit neuem Mobiliar", sagt Angela Argentiero. Ihr Onkel Salvatore hat mit Wenerito Rocco das Pinocchio vor Jahrzehnten eröffnet. Die Argentieros wollen nun punkten mit frischem Gemüse, das der Schwiegervater ihres Bruders Giuseppe mit seiner Firma direkt aus Sizilien importiert. Es soll Mineralwasser und Weine geben, die in Deutschland nicht an jeder Ecke angeboten werden. Die Nudeln werden hausgemacht. Bernd Dammeyer setzt für das Fachwerkensemble „Café Wien" unterdessen auf einen Ortstermin mit der Feuerwehr am Freitag. Er habe einen Bauantrag für das Erdgeschoss eingereicht. Die Bauaufsicht habe aber verlangt, die ganze Immobilie auf den neuesten Stand des Brandschutzes zu bringen, wundert sich der Fachmann. Und: Als er der Stadt vor zwei Jahren Pläne für eine Außengastronomie mit vorgebautem Balkon über die Aa vorgelegt habe, sei man noch begeistert gewesen. Nun habe man ihm gesagt, dass sie nicht zu den Plänen von „Herford am Wasser" passen.

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