Michael Seggewiß, neuer Geschäftsführer der Interkommunalen Wirtschaftsförderung Kreis Herford, blickt grundsätzlich pragmatisch nach vorn. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Michael Seggewiß, neuer Geschäftsführer der Interkommunalen Wirtschaftsförderung Kreis Herford, blickt grundsätzlich pragmatisch nach vorn. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Kreis Herford Das ist der neue Wirtschaftsförderer für den Kreis Herford

Michael Seggewiß ist Geschäftsführer der Interkommunalen Wirtschaftsförderungs-GmbH 
Kreis Herford

Corina Lass

Kreis Herford. Michael Seggewiß ist der neue Geschäftsführer der Interkommunalen Wirtschaftsförderungs-GmbH im Kreis Herford. Er hat seine Arbeit im April aufgenommen und befindet sich noch in der Einarbeitungsphase. Seine beiden neuen Mitarbeiterinnen fangen im Juni und Juli an.

Seggewiß stammt gebürtig aus Bocholt im Münsterland, ist verheiratet und hat zwei Töchter im Alter von 19 und 20 Jahren. In den vergangenen 17 Jahren hat er in Stade eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft aufgebaut und geführt. Zuvor hat er in der Wirtschaftsförderung in Bocholt gearbeitet, davor war er für die Industrie- und Handelskammern in Bielefeld und Dortmund tätig.

Der Volkswirt, der in Münster studiert hat, kennt die Region OWL schon recht gut: Seine Frau stammt aus Gütersloh, seine älteste Tochter wurde dort geboren. Zudem habe er immer Kontakt hierher gehalten, sagt er, beispielsweise Freundschaften in Bielefeld gepflegt. Trotzdem muss er den Kreis Herford nun natürlich noch viel besser kennenlernen.

Aus den Erwartungen der Unternehmen ergeben sich Aufgaben

Seine aktuellen Aufgaben sind derzeit zweigeteilt: Zum einen schafft der 55-Jährige die Arbeitsstruktur für die neue Gesellschaft: Sein Büro braucht noch einen Festnetzanschluss, die EDV-Geräte müssen miteinander vernetzt, die Gesellschaft muss versichert werden; mittelfristig ist auch das zusammengewürfelte Mobiliar zu ersetzen.

Zum anderen ist Seggewiß viel unterwegs, um die Akteure aus der Wirtschaft und ihre Themen kennenzulernen. Dafür begleitet er unter anderem den Landrat auf dessen Terminen und trifft die Bürgermeister in den Kommunen des Kreises. Dabei interessiert ihn besonders, welche Erwartungen die kleinen und mittelständischen Unternehmen an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft haben.

Denn wenn Seggewiß auch Erfahrungen aus 17 Jahren Stade hat, so ließen sich diese doch nicht Eins zu Eins auf den Kreis Herford übertragen, sagt er. Dafür ist er bereit, Annahmen und erste Erkenntnisse zu revidieren. „Man muss den Mut haben, auch mal ein Thema wieder über Bord zu schmeißen, wenn nötig."

"Parteiübergreifend akzeptiert"

Der neue Wirtschaftsförderer gehört keiner Partei an. Wenn er Politik mache, dann im Sinne und zugunsten der kleinen und mittelständischen Unternehmen. In Stade scheint das gut funktioniert zu haben: „Ich war parteiübergreifend akzeptiert", sagt Seggewiß, der von einem Personalberater (auch: „Headhunter") in den Kreis Herford vermittelt wurde.

Angenommen hat er, weil er eine neue Herausforderung wollte. „Routine liegt mir nicht." Und: „Wenn ich nur Wohlfühlatmosphäre hätte haben wollen, wäre ich in Stade geblieben."

Seggewiß blickt grundsätzlich pragmatisch nach vorn, auch wenn es um den Umgang mit der Initiative Wirtschaftsstandort Kreis Herford (IWKH) geht. Die Wirtschaftsförderung des Kreises hat sich, wie berichtet, mit der Neugründung der Gesellschaft, deren Chef Seggewiß jetzt ist, von der IWKH gelöst. Das war auch mit persönlichen Verletzungen verbunden.

„Was in der Vergangenheit schlecht gelaufen ist, interessiert mich nicht", sagt Seggewiß. Kontakt mit der IWKH habe er bereits, zur nächsten Vorstandssitzung sei er eingeladen, sich vorzustellen.

In den vergangenen Wochen hat Seggewiß schon Unterschiede zwischen den Kreisen Stade und Herford ausgemacht: Der Kreis Herford hat rund 260.000 Einwohner und damit 60.000 Einwohner mehr als Stade. Zudem gebe es 35.000 mehr versicherungspflichtig Beschäftigte.

Mehr Internationalität und Dynamik als im Kreis Stade

Vor allem aber gebe es mehr Internationalität und eine größere Dynamik. Der Kreis Stade sei von der Metropolregion Hamburg dominiert. Die Unternehmen im Kreis Herford verstünden hingegen, Netzwerke aufzubauen, auch über die Kreisgrenzen hinweg. Netzwerke mit Mehrwert für die Unternehmen zu schaffen, hält Seggewiß daher auch für eine seiner Aufgaben.

Zudem kann er sich gut einen Newsletter vorstellen, der Industrie 4.0 über Handlungsempfehlungen und Praxisbeispiele mit zehn bis zwölf Themen je Ausgabe vermittelt. Gerade die Geschäftsführer kleinerer Unternehmen seien oft so sehr in ihren Themen drin, dass sie sich mit neuen Entwicklungen nicht beschäftigen könnten, sagt Seggewiß.

Ein Beispiel: „Wir reden immer über standardisierte Produktion, das geht aber hin bis zur Einzelstückanfertigung." Seggewiß’ Zielgruppe sind Firmen mit 1 bis 250 Mitarbeitern. „Die größeren brauchen mich nicht", sagt er und ergänzt: „Sie sind aber willkommen, sich ebenfalls an mich zu wenden."

Seggewiß’ Büro befindet im Sparkassengebäude, Berliner Straße 1. Er wird aber womöglich irgendwann auf den Bildungscampus umziehen. Vorerst ist er unter Tel. (01 71) 4 93 00 67 zu erreichen.

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