Künstlerisch: Johanna (4) und Elfriede Seeger sind ein Tandem-Team. Sie haben besonders viel Spaß bei den interaktiven Mal-und Bastelübungen - © Isabelle Helmke
Künstlerisch: Johanna (4) und Elfriede Seeger sind ein Tandem-Team. Sie haben besonders viel Spaß bei den interaktiven Mal-und Bastelübungen | © Isabelle Helmke

Herford Generationendialog der Kita Forscherhaus-Zwerge und Haus Elisabeth

Beide Einrichtungen nehmen am bundesweiten Projekt „Generationsbrücke“ teil und bilden ein sogenanntes Tandem-Team

Isabelle Helmke

Herford. Geduldig warten die sechs Bewohnerinnen des Hauses Elisabeth der evangelischen Diakoniestiftung auf ihre jungen Besucher aus der Kita Forscherhaus-Zwerge. Als die sechs Kinder die Einrichtung betreten wird es laut auf dem Flur und ein kleines Lächeln umspielt die Lippen der Seniorinnen. „Ich habe mich schon gefreut, Frau Seeger wieder zu treffen. Wir malen gerne zusammen", erzählt Johanna (4) und setzt sich neben ihre Partnerin in den Stuhlkreis. Die zwei Einrichtungen nehmen an dem bundesweiten Projekt „Generationsbrücke" teil und bilden eine sogenannte Tandem-Partnerschaft. Jeden zweiten Montag machen sich die Kinder also gemeinsam mit ihren Erzieherinnen auf den Weg, um die Senioren zu treffen. »Ich war sofort begeistert« Mit dem Anspruch Begegnungen und ein offenes wie auch interaktives Miteinander zwischen Kindern und Senioren zu fördern, soll mit dem Projekt eine Brücke zwischen den Generationen geschaffen werden, von der beide Parteien profitieren. Die Bürgerstiftung „Unser Herz schlägt hier" übernimmt die Organisation des Projektes in der Herforder Region. „Als ich im letzten Jahr zum ersten Mal von der Generationsbrücke gehört habe, war ich sofort begeistert", erinnert sich Geschäftsführerin Sonja Kogelheide. Bereits im September 2017 hatten sich acht Einrichtungen zur Teilnahme gefunden, die zuständigen Erzieherinnen wie auch die Pflegekräfte hatten spezielle Schulungen erhalten und alle Vorbereitungen waren abgeschlossen, so dass das Projekt starten konnte. Durch die Begegnungen können die Teilnehmer sowohl auf emotionaler, wie auch auf kognitiver Ebene Erfahrungen sammeln. „Die Senioren lassen sich von der Lebendigkeit der Kinder anstecken. Manche von ihnen waren heute Morgen zum Beispiel eher still und in sich gekehrt, das Treffen mit den Kindern ändert das und sie blühen richtig auf", sagte Pflegerin Jennifer Meyer. Beide Seiten profitieren Außerdem gebe die Beschäftigung mit den Kindern den Senioren die Möglichkeit, ihre motorischen wie auch kognitiven Fähigkeiten zu reaktivieren. Gleichzeitig fördere der generationenübergreifende Dialog die Sozialkompetenzen der Kinder und schule Werte wie Toleranz, Respekt und Akzeptanz. Die Treffen verlaufen nach einem regelmäßigen Muster. Nach der gegenseitigen Begrüßung singen alle Teilnehmer zusammen, danach folgt eine sportliche Betätigung innerhalb der Gruppe. Zu diesem Zweck hatte Erzieherin Isabelle Homann am letzten Montag einen großen Gymnastikball mitgebracht. Während dieser ersten Aktion entstehen bereits Gespräche zwischen den Kindern und den Senioren. Im zweiten Teil des Treffens geht es dann in den jeweiligen Partnerschaften an die Basteltische. Hier dürfen die Teilnehmer kreativ werden und kreieren gemeinsam Kunstwerke. Passend zu dem Frühlingswetter drehte sich am Montag alles um das Thema Garten. Neugierig betrachtete Irmgard Furchert die zwei Bilder von ihrer Tandem-Partnerin Melanie (5). Beide Gemälde zeigen ihr Traumhaus. „Eines ist für mich, das andere für Frau Furchert", erklärte Melanie und weil sie jetzt ihren Namen schreiben kann, bekam ihre Partnerin sogar ein signiertes Geschenk. »Zu Beginn waren die Teilnehmer noch sehr schüchtern « Sowohl die Erzieherinnen wie auch die Pflegekräfte beobachteten die interaktive Phase zufrieden. „Zu Beginn des Projektes waren die Teilnehmer noch sehr schüchtern und zurückhaltend. Das hat sich in den letzten Monaten total geändert. Sie gehen aufeinander zu und freuen sich bereits im Vorfeld auf die Treffen", sagte Erzieherin Mareen Kose. Tatsächlich haben sich die Zweiergruppen erst im Laufe der ersten Sitzungen gefunden. „Wir wollten nicht vorgeben, wer mit wem ein Team bildet, sondern haben die Sympathie entscheiden lassen", so Kose. Am Ende des Besuches finden sich die Gruppen wieder im Sitzkreis zusammen. „Ich freue mich schon, wenn Lendrit wieder zu Besuch kommt. Er ist so ein lebhaftes Kind", sagte Ilse Schöneberg. Das Projekt „Generationsbrücke" wird sowohl von den Senioren wie auch von den Kindern sehr gut angenommen, daher möchte die Bürgerstiftung „Unser Herz schlägt hier" im Mai wieder neue Tandem-Partnerschaften zusammenbringen.

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