Aufmerksam: Sarah Liebing-Rath (li.) führte eine der beiden Gruppe über das Gelände und nahm Anregungen entgegen. - © Peter Steinert
Aufmerksam: Sarah Liebing-Rath (li.) führte eine der beiden Gruppe über das Gelände und nahm Anregungen entgegen. | © Peter Steinert

Herford Bildungscampus: Beim Bürgerdialog sorgt ein Zaun für Zündstoff

Gut 50 Interessierte beteiligten sich am Bürgerdialog, der unter dem Motto "Auf die Flächen, fertig, grün!" stand

Peter Steinert

Herford. Der Anreiz kam von Norbert Landshut: "Der Bildungscampus lebt nicht nur davon, was hier inhaltlich passiert, sondern auch davon, wie attraktiv er ist." Der Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Herford (SEH) begrüßte am Samstag gut 50 Interessierte, die sich am Bürgerdialog zur Gestaltung der Außenflächen der ehemaligen Wentworth-Kaserne beteiligen wollten - und beteiligen konnten. Denn auch die Herforder sollen von der Öffnung des bisherigen Armee-Areals profitieren. "Wie kommen wir denn rein", fragte gleich zu Beginn Anwohner Wolfgang Adam und traf einen Kernpunkt, der den weiteren Ablauf dieser mit "Auf die Flächen, fertig, grün!" überschriebenen Veranstaltung bestimmten sollte. Und der Differenzen verdeutlichte. Denn bislang besteht nur der eine Haupteingang von der Liststraße. Schon jetzt steht fest, dass es nicht dabei bleiben wird und dass sich der Bildungscampus öffnen wird. In Planskizzen sind etwa Gehwege zwischen der Stadtholzstraße und der Vlothoer Straße zu erkennen. Machbar erscheint vor allem eine Hauptachse von der Liststraße zur Ulmenstraße. Noch trennt der Zaun Noch aber trennt der Zaun. "Den können wir so teilweise stehen und künstlerisch gestalten lassen", meinte Jutta Heckmanns, selbst Künstlerin. Grundsätzlich aber sollte die Barriere nach ihrer Ansicht fallen: "Das muss freier werden. Das Militärische muss weg." Eine Hecke wünschte sich stattdessen Frauke Henzler. "Das kann man begrünen", sagte die Stiftbergerin. "Ich möchte nicht gesehen werden", sorgte sich unterdessen Hans-Joachim Koch als direkter Zaunanwohner um die Ruhe in seinem Garten. Grün wie das Motto, so solle auch der Bildungscampus werden - dieser Vorschlag fand viele Unterstützer. Und solle auch an einer Turmuhr versehenen werden, die auf einem Trafohäuschen im Zentrum der Anlage steht. Das wird ohnehin erhalten bleiben, weil es unter Denkmalschutz steht. Grün könnte aber auch das Umfeld des Funkturms werden, der das Areal weithin sichtbar überragt. Weitgehende Einigkeit Das Fazit von Norbert Landshut: "Die Bürger haben positiv aufgenommen, dass sie in den Planungsprozess eingebunden worden sind. Die Ergebnisse waren zumeist übereinstimmend. So soll der Zaun erhalten bleiben und nur an bestimmten Stellen geöffnet werden. Zudem wünschen sich die Bürger in der Campusmitte ein grünes Zentrum, einen verbesserten öffentlichen Personennahverkehr und W-Lan im öffentlichen Raum. Insgesamt lief es darauf hinaus, dass Neues aus Altem gemacht wird." Die am Samstag zusammengetragenen Vorschläge fließen in einen Planungswettbewerb ein, der nach dem Sommer steht. Umgesetzt werden sollen diese Pläne dann ab dem ersten Halbjahr 2019. "In zwei Jahren ist der Bildungscampus öffentlich", versprach Norbert Landshut.

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