Im Gespräch: Jens Ortmann (v. l., Gewerkschaft Verdi), Karl-Josef Laumann (Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW), Tolga Özdinc, Serdal Yilmaz (ehemalige Beschäftigte der ZUE Herford) an diesem Wochenende in Coesfeld. - © Privat
Im Gespräch: Jens Ortmann (v. l., Gewerkschaft Verdi), Karl-Josef Laumann (Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW), Tolga Özdinc, Serdal Yilmaz (ehemalige Beschäftigte der ZUE Herford) an diesem Wochenende in Coesfeld. | © Privat

Herford Flüchtlingsunterkunft: Ministerpräsident Laschet meldet sich zu Wort

Herfords Probleme finden in Düsseldorf Gehör

Peter Steinert

Herford. Mit offenen Ohren reagiert die Düsseldorfer Landesregierung offenbar auf das anhaltende Engagement der Gewerkschaft Verdi, die sich für ein faires Verfahren bei Betreiberwechseln für erfahrene Mitarbeiter aus Flüchtlingsunterkünften einsetzt. Ein Großteil dieser Mitarbeiter steht in diesem Fall auf der Straße. Wie zuletzt auch in Herford. Hier hatte es zum 1. März einen solchen Umbruch zu Lasten vieler Beschäftigter gegeben. Etliche Klagen sind vor dem Arbeitsgericht noch anhängig. Nach Ansicht von Gewerkschaftssekretär Jens Ortmann dürfe es nicht sein, dass gut eingearbeitete Beschäftigte spätestens alle zwei Jahre um ihren Job bangen müssen, obwohl sie eigentlich weiter gebraucht werden. Wenn sie doch weiterbeschäftigt werden, dann hätten sie im Regelfall mit Verdiensteinbußen zu rechnen, so Ortmann, der jetzt das Gespräch mit Karl-Josef Laumann suchte. Der CDU-Politiker ist seit dem 30. Juni 2017 im Kabinett von Armin Laschet Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Am Wochenende trat er bei einer Veranstaltung der Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) in Coesfeld auf, wo er auf Ortmann traf. Der für Herford zuständige Verdi-Sekretär machte deutlich, das der Schwarze Peter in diesem Streit nicht bei den Betreibern liege. Diese stehen im Wettbewerb, um gute Qualität bei gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit zu leisten. Das träfe auch auf die Kolping-Tochter "Weberhaus Nieheim gGmbH" zu, die jetzt die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Herford übernommen hat. "Vergabepraxis muss geändert werden" Laumann erfuhr, dass das Arbeitsgericht in Detmold bereits im Oktober mit einem Urteil zum Betriebsübergang in Oerlinghausen die Linie vorgegeben hat, an die sich jetzt die Politik durch klare Vorgaben halten sollte. Jens Ortmann: "Minister Laumann hat sich die Situation von zwei ehemaligen Beschäftigten der ZUE Herford schildern lassen und deutlich gemacht, dass die Vergabepraxis geändert werden muss. Er hat gesagt, dass er das Thema mit dem Flüchtlingsministerium ansprechen wird." Selbst Armin Laschet ist mittlerweile sensibilisiert worden. Den NRW-Ministerpräsidenten wollte zuletzt Verdi-Chef Frank Bsirske einbinden. Nordrhein-Westfalens Regierungs-Boss habe, wie es hieß, zurückhaltend reagiert. Das hat sich geändert. "Der Ministerpräsident hat sich bei mir gemeldet und um eine Schilderung der Abläufe gebeten", sagt Jens Ortmann. Der Gewerkschaftssekretär ist jetzt dabei, eine ausführliche Abhandlung aufzuschreiben und dieses Papier nach Düsseldorf zu schicken.

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