Pomp and Circumstances: Die Band of the Parachute Regiment spielte auf dem Alten Markt groß auf. - © Eike J. Horstmann
Pomp and Circumstances: Die Band of the Parachute Regiment spielte auf dem Alten Markt groß auf. | © Eike J. Horstmann

Herford Herforder Frühling lockt Tausende in die City

Der Blick in den Himmel sorgte zunächst noch für Sorgenfalten

Peter Steinert
Eike J. Horstmann

Herford. Wie viele Besucher es letztlich gewesen sind, kann Gunther Nöthlich von Pro Herford beim besten Willen nicht sagen. „Dafür müssten wir Luftbilder machen und alle 30 Minuten auswerten", sagt er halb im Scherz. Dabei mussten sich die Organisatoren des Herforder Frühlings am Sonntagmorgen noch durchaus Sorgen machen, ob der „bunte Strauß an Angeboten" in der Innenstadt nicht noch tüchtig gewässert wird. „So lange es nur beim Aufbau wie aus Eimern schüttet, ist es ja in Ordnung", sagte Susann Markötter vom gleichnamigen Autohaus bei einem ersten, durchweg positiven Fazit am dann doch noch sehr sonnigen Nachmittag. Auch die weiteren Organisatoren zeigten sich auch ohne greifbare Besucherzahlen überaus zufrieden. Gefühlt war mehr los als noch im vergangenen Jahr. Und die Idee, mit einem abwechslungsreichen Wochenende nebst verkaufsoffenem Sonntag die Menschen auch aus dem Umland in Herfords gute Stube zu locken, sei bestens aufgegangen. Denn schließlich ist es der Frühling, der Wünsche aufkeimen lässt. Etwa die nach einem neuen Auto. Gut, das es die Herforder Automeile gibt. Zum 13. Mal zeigten heimische Händler rund um das Rathaus und die Münsterkirche am vergangenen Wochenende, was Designer und Techniker zu bieten haben. Abgas-Diskussion Thema auf der Automeile Auch wenn die wärmeren Monate bevorstehen, Susan Markötter weiß, das die rollenden Weggefährten das ganze Jahr im Einsatz sind. So auch die an den Rathausstufen vorgestellten Wohnmobile. „Unsere Autos sind winterfest. Die haben einen doppelten Boden mit 2,5 Zentimetern Dämmung." Natürlich spielte auf der Automeile auch die aktuelle Abgas-Diskussion eine Rolle. „Der Diesel ist nicht so tot, wie überall erzählt wird. Die ganzen Außendienstler und Langstreckenfahrer bleiben bei dem Motor, wenn er sauberer wird", sagt Markötter. Beim Autohaus Rosenhäger hatte hingegen die Elektromobilität Vorfahrt. „Die ist in aller Munde Es gibt aber noch viele Fragen und Unsicherheiten, etwa zur Reichweite und der Verbreitung der Ladesäulen. Da ist noch viel Aufklärungsarbeit notwendig", sagte Geschäftsführer Ralf Rosenhäger. Dass auch betagtere Technik und frühere Formen faszinieren können, bewiesen die Oldtimerfreunde auf dem Neuen Markt. Wie etwa der Paderborner Ingo Frischmuth, der mit einer 56er Chevrolet „Bell Air" angerollt kam. Vorn auf der Motorhaube prangte ein stilisierter Adler. „Der ist dem damaligen Zeitalter angepasst worden und sieht eher wie ein Düsenjet aus", sagte der gebürtige Herforder, der sein Schätzchen vor zwei Jahren aus Texas geholt hat. Ob Neuer Markt, Münsterkirchplatz oder die Ausstellungsfläche am Rathaus – die Herzen der Autofans durften höher schlagen. Beim Blick ins eigene Portemonnaie sollte es für den einen oder anderen Besucher beim Wunsch bleiben, gleichwohl die Händler im Vergleich zu den Vorjahren eine „bessere Qualität der Gespräche" festgestellt hatten, wie Susann Markötter hervorhob. "Gartenlust & Kräuterduft" im Elsbach-Haus Wünsche ließen sich eher im Elsbach-Haus erfüllen, wo zum bewährten Motto „Gartenlust & Kräuterduft" 30 Aussteller aus der Region ihre Produkte zeigten. Darunter auch die Löhnerin Silke Hohnen („Alles was die Frau von heute zum Überleben braucht"), die mit hochwertigem Modeschmuck und schicken Taschen das Interesse der Kundschaft weckte. Wieder dabei war auch Wernfried Bohmeyer, der sich auf italienische Spezialitäten wie Grappa oder Essig aus der Lombardei spezialisierte. „Es gibt Kunden, die wissen, dass wir ins Elsbach-Haus kommen und vorab im Internet bestellen", sagte Bohmeyer. Floristik, Lifestyle und Ambiente stand im Vordergrund im Elsbach-Haus, das bestens besucht war. Noch enger schoben sich allerdings die Massen über den Bürgersteig der Berliner Straße, wo die Händler des Flohmarktes ihre Stände aufgebaut hatten. Auch hier hieß es: Nicht nur gucken, sondern auch kaufen.

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