Laut Siegerentwurf sollen der alte Baumbestand und einige Gebäude erhalten bleiben. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Laut Siegerentwurf sollen der alte Baumbestand und einige Gebäude erhalten bleiben. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Das sind die Pläne fürs Hammersmith-Gelände

Freiraumplanerischer Wettbewerb: Ausstellung im Kongresszentrum der Wentworth-Kaserne zeigt sechs Entwürfe. Mit dem Siegerentwurf geht die Stadt nun in die politischen Gremien.

Corina Lass

Herford. Die Gewinner-Entwürfe im freiraumplanerischen Wettbewerb, den die Stadt für das Gelände der Hammersmith-Kaserne ausgeschrieben hatte, hängen ab sofort und noch zwei Wochen lang im Kongresszentrum der Wentworth-Kaserne aus. Gestern erhielten die Preisträger ihre Urkunden. Überzeugt haben die Jury zwei Büros aus Münster mit einem gemeinsam eingereichten Entwurf. Über ihre Pläne dürften sich vor allem die an Nachhaltigkeit interessierten Herforder freuen. Denn die Landschaftsplaner im Team wollen den alten Baumbestand komplett erhalten, die Architekten alle erhaltenswerten Gebäude. Wenn sie das Betongerüst erhielten, sparten sie den Gegenwert von 30 Jahren Heizkosten, sagte Preisträger und Architekt Roland Bondzio. In der Lebensdauer eines Gebäudes sei das kaum wieder reinzuholen. Der gebürtige Bielefelder Bondzio gehört der Behet Bondzio Lin Architekten GmbH & Co. KG an, die ihren Entwurf zusammen mit der SAL Landschaftsarchitektur GmbH eingereicht hatte. Dieser Entwurf sieht zudem vor, dass weite Flächen, beispielsweise auch der Exerzierplatz, entsiegelt werden. Besonders gut gefiel der Jury die Idee eines Quartierangers, der hinter den Gebäuden angelegt werden soll, die an der Schumannstraße stehen. Der Begriff Anger meint eine Art Platz, der in Teilen grasbewachsen ist und von allen im Quartier genutzt werden kann. Das Planungsbüro hat in den angrenzenden Gebäuden Räume für Dienstleister, Freizeit und Co-Working-Konzepte vorgesehen. Damit würde in diesem Bereich des Quartiers ein neuer Nutzungsschwerpunkt entstehen und das Ziel "Wohnen, Leben, Arbeiten" erreicht. Supermarkt auf dem Gelände Das am südlichen Ende des Angers - im Bereich Vlothoer /Ecke Schumannstraße - stehende Gebäude haben die Planer für einen Supermarkt vorgesehen. An das nördliche Ende schließt ein parkähnlicher Grünstreifen an, der zwischen Schumann- und Mozartstraße verläuft, sich im Nordosten zu einem Park weitet und in die vorhandene Grünstruktur am Stiftskamp übergeht. Der Grünstreifen soll zugleich Retentionsmulde sein, also bei Starkregen Wasser aufnehmen können. Das ist bei der Topografie - auf dem Gelände gibt es Höhenunterschiede von bis zu vier Metern - sinnvoll, zumal sich die Mulde an einer Hangkante befindet. Am Hang selbst haben die Planer reihenhausähnliche Gebäude vorgesehen. Auch die ehemaligen Pferdeställe sollen zu Reihenhäusern umgebaut werden. Südlich dieses neuen kleinteiligen Quartiers im Quartier sind acht rechtwinkelige Gebäude geplant, von denen je zwei so angeordnet sind, dass zwischen ihnen Höfe entstehen. Das schafft neue Nachbarschaftsräume, so die Jury. Ein eindeutiger erster Platz Insgesamt hatte die Jury 14 ihr anonym vorliegende Entwürfe zu bewerten. Sie vergab neben einem recht eindeutigen ersten Platz, so Bürgermeister Tim Kähler, auch zwei zweite Plätze. Drei Entwürfe enthielten zudem Anerkennungspreise. An einem der zweitplatzierten Entwürfe waren auch Kortemeier Brokmann Landschaftsarchitekten aus Herford beteiligt, an einem Anerkennungspreis die Herforder Büros Nickles- und Petrzika-Architekten. Sie und die Entwürfe der weiteren Preisträger und mit Anerkennungspreisen versehenen Büros hatten zum Teil weitere und ganz andere Ideen als die Erstplatzierten, sahen Zugänge, Wegeverbindungen und Plätze woanders. Mit den Siegerentwürfen wird die Stadt nun zunächst in die politischen Gremien - etwa in den Beirat für Stadtbildpflege und den Bau- und Umweltausschuss - gehen. Bis zur Rechtskraft der Pläne "sind wir sicherlich ein Jahr älter", sagte Baudezernent Peter Maria Böhm.

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