Immer mehr: Fast 390 Tonnen illegalen Müll gab es im vergangenen Jahr in Herford. Das ist vielen ein großes Ärgernis – und zwar nicht nur nach Silvester, wie auf diesem Archivfoto. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Immer mehr: Fast 390 Tonnen illegalen Müll gab es im vergangenen Jahr in Herford. Das ist vielen ein großes Ärgernis – und zwar nicht nur nach Silvester, wie auf diesem Archivfoto. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Illegaler Müll wird in Herford immer mehr zum Problem

Mit der Müllsammelaktion „Herford macht sauber“ am Wochenende soll das Bewusstsein für das Problem gestärkt werden

Lena Henning

Herford. „Es ist eine Schande, wie manche Menschen mit unserer Stadt umgehen", sagt Bürgermeister Tim Kähler. Er meint den vielen Müll, der in Herford illegal entsorgt wird. Das fängt an bei der Zigarettenkippe – achtlos auf den Gehweg geworfen – und endet mit dem alten Kühlschrank, der im Wald abgeladen wird. Mit der Müllsammelaktion „Herford macht sauber" am Wochenende soll das Problem in die Öffentlichkeit getragen und das Bewusstsein dafür gestärkt werden. Dass dieses Problem zunimmt, zeigen die Zahlen: Demnach wurden 2013 in Herford 165 Tonnen wilder Müll entsorgt. Seitdem ist die Zahl stetig angestiegen – und hat sich inzwischen deutlich verdoppelt auf mehr als 389 Tonnen im vergangenen Jahr. „Diese Zahl spricht Bände", sagt Tim Kähler. Der Bürgermeister hat sich gestern mit Verantwortlichen der SWK, der Recyclingbörse sowie den Entsorgungsbetrieben H+P Hirschhorn und Tönsmeier getroffen, um das Problem zu diskutieren. Auch sie haben beobachtet, was Kähler so beschreibt: „Der Mangel an Respekt gegenüber dem öffentlichen Raum nimmt zu." „Die soziale Hemmschwelle sinkt", vermutet SWK-Chef Wolfgang Rullkötter. Auffällig oft finde sich wilder Müll neben den Glascontainern. Da könne man unauffällig vorfahren und alte Matratzen, Toaster oder Mikrowellen entsorgen. Wenn dort jeden Tag Müll liege, sei da keine große Hürde mehr, den eigenen dazu zu legen – „eine Spirale nach unten", sagt Rullkötter. "Kümmert Euch um Eure Stadt" Dabei sei Herford, was kostenfreie oder günstige Entsorgungsmöglichkeiten von Müll und alten Elektrogeräten angehe, gut aufgestellt: „Es ist viel einfacher, bei uns den alten Kühlschrank zu entsorgen statt im Wald – wir helfen sogar beim Entladen", sagt Rullkötter. Verstärkte Kontrollen an den Brennpunkten könnten helfen. Eine weitere Anregung aus der Expertenrunde: Ein Hinweisbutton auf der Stadthomepage, um Verschmutzungen online zu melden - ähnlich wie es bei der Deutschen Bahn inzwischen möglich ist, Dreck per Whatsapp zu melden. Das solle den sozialen Druck erhöhen. Müll illegal zu entsorgen oder auch nur achtlos wegzuwerfen, sei „kein Kavaliersdelikt", macht Kähler deutlich. „Das Signal an alle Bürger sollte sein: Kümmert Euch um Eure Stadt." Dazu soll auch die Putz- und Aufräumaktion „Herford macht sauber" an diesem Wochenende, 16. bis 18. März, beitragen. Nach der Premiere im vergangenen Jahr wollen wieder zahlreiche Schulen, Kitas Vereine und Parteien sowie viele Herforder mitmachen. Ob der Spielplatz um die Ecke, die Joggingstrecke oder das Wäldchen in der Nähe: Jeder entscheidet selbst, wo gesammelt wird. Den Auftakt macht Bürgermeister Tim Kähler mit Schülern der Otto-Hahn-Realschule am Freitagmorgen. Für die Entsorgung des gesammelten Mülls stehen das ganze Wochenende bis zum Sonntag zwei Mulden bereit: an der Ernstmeierstraße (am Stadion) und am Güterbahnhof. Gefüllte Müllsäcke können außerdem bis Freitag, 23. März, mit Hinweis auf die Müllsammelaktion bei der SWK kostenlos abgegeben werden.

realisiert durch evolver group