Beliebt bei Briten: Die BP-Tankstelle von VW-Deppe an der Mindener Straße. - © Georg Heese (Kommunalarchiv)
Beliebt bei Briten: Die BP-Tankstelle von VW-Deppe an der Mindener Straße. | © Georg Heese (Kommunalarchiv)

Herford Mittwochrätsel Auflösung: BP-Tankstelle beliebt bei britischen Soldaten

An der Mindener Straße gab es zwei benachbarte Tankstellen – die des VW-Autohauses Heinrich Deppe und die von Pöhler.

Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. Das Rätselfoto vom vergangenen Mittwoch zeigte die BP-Tankstelle des damaligen VW-Autohauses Heinrich Deppe an der Mindener Straße. Joachim Mroß schreibt: „Die Tankstelle befand sich an der Mindener Straße, wo heute der VW-Händler Beermann und Temme (Mindener Straße 44) ist. Einen VW-Händler gab es früher schon, wie man auf dem Bild sehen kann. Mein Schwager hat früher als Tankwart stundenweise dort die Fahrzeuge betankt. Da die Angehörigen der britischen Armee Coupons der Firma BP hatten, kamen die natürlich dort zum Tanken. Daraus hatte sich sogar eine gute Freundschaft zu einem Angehörigen der britischen Armee ergeben." Heidi Werner meint richtig: „Die Rätsellösung lautet: Mindener Straße stadtauswärts in Höhe der damaligen VW-Werkstatt Deppe zwischen der Kreuzung Bismarck-/Hansastraße und Im großen Vorwerk." 1958 einen Lloyd-Alexander als erstes eigenes Auto gekauft Martin Schröder erinnert sich: „Das Foto zeigt die frühere BP-Tankstelle auf dem Firmengelände des Autohauses Beermann und Temme, vormals Deppe. In diesem Autohaus habe ich mit meiner Mutter im Februar 1958 unser erstes Auto, einen Lloyd-Alexander, gekauft. Verkäufer war Herr Tegeler. Die späteren Wartungsdienste wurden von Herrn Beermann ausgeführt. Der Autotyp ist auf dem Foto vom VW Bulli verdeckt geparkt." Axel Buchtmann schreibt: „Ich habe dort meine Lehre als Kfz-Schlosser gemacht und auch mal die Tankstelle geleitet." Ralf Temme kennt als einer der heutigen Inhaber des Autohauses Beermann&Temme dessen Geschichte. Er hat früher neben dem Autohaus gewohnt und ist selbst 1988 in den Betrieb eingestiegen. Temme berichtet auf Anfrage der Redaktion: „Das Autohaus ist hervorgegangen aus einer Bosch- und Loyd-Vertretung in den 1930er Jahren. Seit 1962 war der damalige Inhaber Heinrich Deppe VW-Service-Partner. Im Juli 1968 haben Hans Beermann und Dieter Temme das Autohaus übernommen. Die Tankstelle haben sie bis 1970 betrieben. 1971 wurden das Wohnhaus, das auf dem historischen Foto das VW-Zeichen trägt, und die Tankstelle abgerissen, um Platz für ein größeres Autohaus zu schaffen. Die BP-Tankstelle – bis zuletzt mit Bedienung an der Zapfsäule – war bei Soldaten der Rheinarmee populär, die sich wohl bei British Petrol an ihre Heimat erinnert fühlten. Wir hatten auch einen britischstämmigen Tankwart, der diese Kunden mit besonderer Ansprache bediente. Als Kind war ich fasziniert von dem Weihnachtsbaum mit Engelshaar und echten Kerzen, den er aufstellte. Die Kerzen wurden zum Glück nie angezündet. Es wurde außer Benzin nicht viel verkauft: Motoröl, Zündkerzen und Glühbirnen für den Notfall." Britischer Tankwart stellte Weihnachtsbaum mit echten Kerzen auf Ulrich Stille meint: „BP Longlife versprach zwar längere Laufzeiten bis zum nächsten Ölwechsel, aber die Laufzeit der BP-Tankstelle an der Mindener Straße 44 war dann doch nicht so langlebig. Sie ist schon längst verschwunden. Wesentlich dauerhafter ist dort dagegen das VW-Logo geblieben, das hier bis heute das Areal von Autohaus Beermann und Temme ziert, das bis 2004 noch unter dem Namen von Heinrich Deppe firmiert hat." Heinrich Wulff erinnert sich: „Die VW Werkstatt habe ich damals als jugendlicher VW-Käferfahrer ab Mai 1961 oft benutzt. Mein 1961 gebraucht gekaufter VW Käfer Baujahr 1954, Standard mit 30 PS, Schaltung noch mit Zwischengas, Kilometerstand bei 110.000 brauchte bei VW Deppe die Wartung. Auf dem Nachbargrundstück und teilweise hinter der Werkstatt befand sich der Schrotthändler Rose. Diese Fläche gehört heute mit zur Nachfolgefirma VW Beermann und Temme. Auch heute ist der Name VW Deppe noch im Sprachgebrauch." Wulff besitzt noch eine Originalrechnung von 1962 über 93,80 Mark einschließlich 38 Mark Arbeitslohn. Dafür wurden bei Kilometerstand 111.000 der Ölkühler aus- und eingebaut und abgedichtet, der Motor aus- und eingebaut, der Auspufftopf erneuert, der linke Heizkörper instand gesetzt und das Öldruckventil gangbar gemacht. Gisela Stille schreibt: „VWs kaufte mein Vater bei Herrn Temme von Beermann und Temme OHG, ehemals Firma Heinrich Deppe. Großzügig spendierte er seinen Zwillingsenkeltöchtern 1997 ihr erstes Auto, einen dunkelblauen Polo mit 60 PS, das musste reichen! Vorher hatten wir uns einige Monate zu viert unser Familienauto geteilt. Mein Vater selbst hat seinen Golf jahrzehntelang sorgfältig gepflegt und noch mit 93 Jahren unfallfrei gefahren." Andere Tankstelle weiter stadteinwärts Elke Förster irrt sich mit der abgebildeten Örtlichkeit. Sie schreibt über eine Tankstelle, die nur wenige Häuser weiter stadteinwärts existiert hat. Auf unserem alten Luftbild (links) ist das schön zu sehen. Ihre Geschichte ist dennoch interessant: „Die Tankstelle mit Hausnummer 40 nannte sich Tankstelle Pöhler. Die Inhaber hatten im hinteren Eingang eine Wohnung und wenn vorne in der Tankstelle keiner war, wurde auf einer Klingel gedrückt und man kann von hinten ums Haus herum nach vorne in die Tankstelle. Da gab es auch schon mal ,Klingeljagden‘. In der oberen Wohnung wohnte mein Onkel mit seiner Frau und dem Hund Bobby; in einer Wohnung wohnte die Familie Kreuz. Nach dem Ende dieser Tankstelle wurde sie zu einem Anbau an das hintere Gebäude ausgebaut und wurde zwischenzeitlich als kleiner Supermarkt mit Bedienung, danach als Autoteilverkauf genutzt und ist jetzt mit einem roten Anstrich versehen als Café Lounge sichtbar. Daneben das Haus mit dem VW-Reklameschild war damals das Autohaus Deppe, im vorderen Teil das Wohnhaus, welches heute nicht mehr steht, sondern überwiegend Parkraum gewichen ist und jetzt als Beermann & Temme firmiert. Hinter beiden Gebäuden und dort auch noch etwas weiter nach links versetzt war der Schrotthandel Rose. Bei den Bauarbeiten auf dem alten Foto dürfte es sich um die Verlegung der Erdgasleitungen handeln, wenn ich mich da recht erinnere. Genau weiß ich jedoch noch, dass die Anwohner und teilweise Eltern der Schulkinder Mindener Straße nach Beendigung dieser Baumaßnahme sehr verärgert waren; denn nachdem der Bürgersteig wieder hergestellt war, wurde auf diesem ein Radweg angelegt, und zwar durch Markierungen. Eltern ärgerten sich über den schmalen Bürgersteig Diese Markierungen waren rote Streifen. Der linke Streifen wurde nicht direkt an der Straße gezogen, sondern etwas in den Bürgersteig hinein, damit ganz am rechten Straßenrand fahrende oder stehende Motorräder nicht mit ihren Spiegeln oder ausladenden Lenkern mit den Radfahrern in Berührung kommen konnten. Entsprechend weiter rechts war dann der zweite rote Streifen. Somit blieb für die Fußgänger nur ein kleiner schmaler Weg übrig. Man musste hintereinander gehen. Gingen zwei Schulkinder nebeneinander, ging eines auf dem Radweg. Dieser Radweg ist heute eigentlich noch vorhanden, wird aber aufgrund der kaum noch sichtbaren Markierungen nicht oder selten wahrgenommen. Dieser Radweg ging bis zur Schule Mindener Straße und zweigte vorher einmal eckig ab zur Fabrik Ernstmeier.

realisiert durch evolver group