Erst Vortrag, dann zurück in den Dienst: Bezirksbeamtin Anke Theisen mit Klaus Oehler. - © Jobst Lüdeking
Erst Vortrag, dann zurück in den Dienst: Bezirksbeamtin Anke Theisen mit Klaus Oehler. | © Jobst Lüdeking

Herford Viele Herforder fühlen sich in der Innenstadt unsicher

30 Besucher kamen zu einer CDU-Veranstaltung zum Thema Kriminalität und Sicherheit. Die Bezirksbeamtin Anke Theisen berichtete dabei über ihre Arbeit

Jobst Lüdeking

Herford. Um die Frage der Sicherheit in Herford ging es bei einer Veranstaltung der heimischen CDU. Rund 30 Zuhörer waren dafür ins Mehrgenerationenhaus Alte Schule Ottelau gekommen. Bevor die politische Diskussion zum Thema Sicherheit begann, stellte sich Polizeihauptkommissarin Anke Theisen vor. Die Herforderin ist die neue Bezirksbeamtin für den Bereich. Die Polizistin soll Ansprechpartnerin für die Bürger sein. Ihr Aufgabenspektrum reicht von falsch parkenden Autos bis zur Zustellung von Haftbefehlen. Bei ihrer täglichen Arbeit ist sie aber auf Beobachtungen der Bürger angewiesen. „Sie sollten deshalb keine Scheu haben und mich ansprechen", erklärte die Beamtin. Sie werde die Informationen dann an die Kollegen in den Kommissariaten weitergeben. Dabei werde sie nicht nur tagsüber unterwegs sein. Einbrecher favorisieren dunkle Häuser In Sachen Einbruchsprävention werde sie in der Dämmerung und nachts kontrollieren. „Ich werde etwa Hausbesitzer ansprechen, wenn ihre Häuser dunkel sind und verlassen wirken." Denn solche Objekte favorisierten die Täter. Ziel sei es, dass ein Haus – etwa durch eingeschaltete Beleuchtung – so wirke, als sei jemand daheim. Das schrecke Einbrecher ab. Gleichzeitig streifte die Expertin den Bereich Kriminalität. Gerade ältere Menschen fühlten sich, so ihre Erfahrungen, unsicher und glaubten, der Anteil von Senioren, die bundesweit Opfer von Straftaten werde, sei besonders hoch. Er mache tatsächlich aber nur sechs Prozent aus. Das ist ein Beispiel für den Unterschied zwischen der gefühlten subjektiven Sicherheit und der sogenannten objektiven Sicherheit, auf die später auch Herfords CDU-Chef Klaus Oehler abhob. "Ich fühle mich in der  Innenstadt nicht sicher" Einer der wichtigsten Punkte während der von ihm geleiteten Diskussion: die Innenstadt. „Ich traue mich nicht mehr am Abend in die Innenstadt und fühle mich unsicher", war eine der Aussagen an die Adresse des CDU-Vorsitzenden. Vor allem Gruppen junger Männer, die teils laut unterwegs seien, verunsicherten dabei die älteren Zuhörer. Hintergrund sind dabei auch die Übergriffe der vergangenen Wochen, bei denen vor allem Jugendliche Opfer wurden. Eine Mutter berichtete davon, wie Kinder auf dem Heimweg von der Schule von Jugendlichen aufgelauert werde. Den Kindern werde Geld, das Handy und manchmal sogar der Ranzen weggenommen, berichtete eine Mutter. Für andere Probleme sorgten die Eltern selbst, so Zuhörer: Dann etwa, wenn sie morgens direkt vor der Schule parkten und so Schüler gefährdeten.

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