Vincent (8) betrachtet die Szene, in der Jesus zum Tod am Kreuz verurteilt wird. Sechs weitere Dioramen erzählen die Passionsgeschichte mit Legosteinen. - © Ralf Bittner
Vincent (8) betrachtet die Szene, in der Jesus zum Tod am Kreuz verurteilt wird. Sechs weitere Dioramen erzählen die Passionsgeschichte mit Legosteinen. | © Ralf Bittner

Herford Die Ostergeschichte aus Lego-Steinen

In der e-Kirche ist die Passionsgeschichte im Kleinen zu sehen. Die ungewöhnliche Ausstellung soll junge Menschen ansprechen

Ralf Bittner

Herford. Von Jesus’ Einzug in Jerusalem bis zu seiner Auferstehung können sich Besucher in der e-Kirche in St. Paulus auf ungewöhnliche Weise ein Bild von der Passionsgeschichte machen. In sieben Szenen sind dort die Stationen der Ostergeschichte nachgebaut. "Es geht los mit dem Einzug Jesu in Jerusalem", sagt Ulrich Martinschledde, Beauftragter für die e-Kirche: „Dann folgen die Feier des letzten Abendmahls, die Verhaftung von Jesus beim Gebet im Garten, Prozess und Verurteilung, Kreuzigung und Tod, Begräbnis und Auferstehung." Die von Jugendlichen und Erwachsenen in Werl konzipierte und in zwei Bauphasen geplante, entworfene und gebaute Ausstellung wendet sich vor allem an ein junges oder jung gebliebens Publikum, und ist ein neuer We g, mit dem die Kirche versucht, Glaubensinhalte an die Menschen zu bringen. Ostergeschichte ist die wichtigste Geschichte im Christentum Dabei ist die Ostergeschichte mit der Opferung Jesu für die Sünden der Menschen und die Wiederauferstehung nach der Kreuzigung die wichtigste Geschichte des Christentums, auch wenn die Weihnachtsgeschichten um die Geburt Jesu populärer sind. Und der Weg Jesu wird nachvollziehbarer, weil auch viele Menschen am Wegesrand dargestellt sind. Jesus wird somit als ein Mensch unter Menschen verortet, der nah bei den Menschen sein wollte. Lego-Ausstellung scheint ein Volltreffer zu sein St. Paulus ist seit Ende 2016 eine e-Kirche oder „Experimentierkirche", mit der Menschen für die Kirche begeistert werden sollen, die mit den klassischen, oft starren Formen kirchlicher Arbeit wenig anfangen können. „Nicht alles, was wir hier machen, wird von allen gleichermaßen gut geheißen", sagt der Gemeindereferent aus Bünde, aber mit der Lego-Ausstellung scheint ein Volltreffer gelungen: Zahlreiche Gruppen haben sich bereits für Besuche angekündigt. Zu den ersten, die die Ausstellung am Eröffnungssonntag besuchten, gehört der acht Jahre alte Vincent, der besonders von der Gerichtsszene im Palast des Herodes angetan ist, allein schon der puren Größe wegen. Aber der Zugang über die aus dem heimischen Kinderzimmer bekannten Legosteine scheint zu funktionieren. Infotafeln erklären die Hintergründe Ergänzt wird die Ausstellung mit Materialien aus der Ausstellung „Passion – Auferstehung – Schokoladenhasen", die im Frühjahr 2013 im Museum Bünde zu sehen war. Sie informiert über das Osterfest, das am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert wird und für alle Christen weltweit der höchste Feiertag ist. Dieser Teil der Ausstellung informiert über die geschichtlichen Hintergründe dieses ältesten christlichen Festes und führt die Besucher dabei bis in die Zeit der Germanen und Kelten zurück, deren Kulte teilweise bis in die heutigen Osterbräuche fortbestehen. Die Infotafeln wurden von Michael Strauß, dem Bünder Museumsleiter, illustriert.

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