Von wegen Polizist: Ein anonymer Anrufer. - © dpa
Von wegen Polizist: Ein anonymer Anrufer. | © dpa

Kreis Herford Wieder Anrufe durch falsche Polizeibeamte: So schützen Sie sich

Achtung: Die echte Polizei ruft niemals unter der Nummer "110" an

Kreis Herford. In den vergangenen Monaten warnte die Kreispolizeibehörde Herford vor Anrufen durch falsche Polizeibeamte. In mehreren Fällen wurden Bürger durch angebliche Polizisten zu ihren wirtschaftlichen Verhältnissen und ihren örtlichen Wohngegebenheiten befragt. Seitdem sind immer wieder Fälle bekannt geworden. „Auch wenn in vielen Fällen noch kein Schaden entstanden ist, handelt es sich um betrügerische Vorbereitungshandlungen mit dem Ziel, das Geld oder Vermögen der möglichen Opfer zu erlangen", warnt Polizeisprecher Steven Haydon. Anrufer angeblich vom Landeskriminalamt Bielefeld In einem aktuellen Fall erhielt ein 76-Jähriger aus Spenge am vergangenen Dienstag zur Mittagszeit einen Anruf eines unbekannten Mannes. „Der Anrufer gab sich als Herr Klein, angeblich Polizist beim Landeskriminalamt Bielefeld, aus", berichtet Haydon. Während des Gesprächs versuchte der falsche Kriminalbeamte, den Angerufenen zu einer Geldtransaktion in Höhe von 3.000 Euro zu bewegen. „Unter einem fadenscheinigen Vorwand und zur Unterstützung der polizeilichen Ermittlungen sollte die Überweisung an eine Person in der Türkei über einen real existierenden Geldtransferdienst erfolgen", so der Polizeisprecher. Gegen 16.30 Uhr erhielt der Rentner erneut einen Anruf von „Herrn Klein". Hierbei untermauerte der Unbekannte seine Forderung mit der Drohung, gegen den Angerufenen eine Strafanzeige wegen Strafvereitelung bei der Nichtbefolgung vorzulegen. „Der 76-Jährige machte dann das einzig Richtige", sagt Steven Haydon: „Er suchte die Polizei auf." Polizei ruft nie über die Notrufnummer an Haydon rät den Bürgern zu einem gesunden Misstrauen: „Echte Polizeibeamte fragen niemals am Telefon nach Ihren Vermögensverhältnissen oder anderen sensiblen Daten. Und die Polizei kontaktiert niemals einen Bürger über die Notrufnummer 110." Über ausländische Telefondienstanbieter seien die Täter in der Lage, jede beliebige Rufnummer im Display des Angerufenen einzublenden. „Gibt sich der Anrufer als Polizeibeamter aus, lassen Sie sich den Namen nennen und rufen Sie Ihre örtliche Polizeibehörde an", rät Haydon. Dort könne man sich bestätigen lassen, ob es diesen Polizeibeamten gibt und wie er erreichbar ist. Ansonsten gelten auch die bei anderen Betrugsmaschen bewährten Vorsichtsmaßnahmen: Niemals unbekannten Personen die Tür öffnen oder Geld oder Wertsachen übergeben – auch nicht Boten oder angeblichen Mitarbeitern der Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten oder Geldinstituten. „Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes geworden sind, wenden Sie sich in jedem Fall an die Polizei und erstatten Sie eine Anzeige", so Haydon. Wer am Telefon Zweifel an der Echtheit eines Polizisten hat, könne seinerseits die 110 anrufen: „So erreichen Sie immer die echte Polizei."

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