Nachwuchs gesucht: Über verschiedene Ausbildungsmodelle soll die Region für Fach- und Hausärzte attraktiver werden. Eine Rolle könnte dabei der "Verein zur Förderung der medizinischen Ausbildung und Versorgung in Ostwestfalen" spielen. - © dpa
Nachwuchs gesucht: Über verschiedene Ausbildungsmodelle soll die Region für Fach- und Hausärzte attraktiver werden. Eine Rolle könnte dabei der "Verein zur Förderung der medizinischen Ausbildung und Versorgung in Ostwestfalen" spielen. | © dpa

Kreis Herford Bündnis im Kreis Herford kämpft gegen den drohenden Ärztemangel

Im Gegensatz zum Kreis Minden-Lübbecke will sich der Kreis Herford am "Verein zur Förderung der medizinischen Ausbildung und Versorgung in Ostwestfalen" beteiligen

Peter Steinert

Kreis Herford. Nachfolgende Mediziner-Generationen sollen einen seit Jahren erkennbaren Hausärzte-Mangel ausgleichen. Diese Idee verfolgt der "Verein zur Förderung der medizinischen Ausbildung und Versorgung in Ostwestfalen". In diesem Verein ist die heimische Region durch das Klinikum und das Mathilden-Hospital über die "Katholische Hospitalvereinigung" bereits vertreten. Künftig soll der Kreis Herford - nach den Kreisen Lippe, Höxter, Gütersloh und Paderborn - als Neumitglied mehr Gewicht erhalten. Der Nachbarkreis Minden-Lübbecke bleibt allerdings außen vor. Landrat Jürgen Müller: "Die gesundheitliche Versorgung ist eine der wichtigsten und größten Herausforderungen im Zuge der demografischen Entwicklung. Die älter werdende Bevölkerungsstruktur erfordert eine bedarfsgerechte, wohnortnahe stationäre und ambulante Versorgung." Ein Drittel der Hausärzte sind über 60 Wie am Mittwoch im Kreisausschuss bekannt wurde, seien schon jetzt ein Drittel der Hausärzte im Kreis Herford über 60 Jahre alt, zudem gestalte sich die Suche nach geeigneten Nachfolgern als äußerst schwierig. Durch die Kooperation mit dem Kreis Minden-Lübbecke und dem sogenannten "Bochumer Modell" sei bereits ein richtiger Weg eingeschlagen worden. Zu dieser Kooperation stehe der Kreis Herford auch weiterhin. Die Pläne der Landesregierung zur Einrichtung einer medizinischen Fakultät an der Uni Bielefeld sollen ebenfalls mittelfristig die medizinische Versorgung in der Region stärken. Auf zusätzlicher Ebene könnte der "Verein zur Förderung der medizinischen Ausbildung und Versorgung" als Beitrag zur medizinischen Grundversorgung und Prophylaxe gegen den Ärzte-Engpass verstanden werden. Sorgen macht Minden-Lübbecke Jürgen Müller: "Aus Sicht der Kreisverwaltung macht es daher Sinn, durch eine Mitgliedschaft des Kreises Herford die angemessene Berücksichtigung und Weiterentwicklung des Kooperationsmodells in die Vereinsarbeit einzubringen und diese Informationsplattform zum Austausch der aktuellen Entwicklungen zu nutzen." Sorgen bereitet den Herforder Kreispolitikern die Ausrichtung des Kreises Minden-Lübbecke. Dessen Landrat Ralf Niermann konnte sich bislang nicht für den Verein erwärmen und fürchtet wohl die Konkurrenz zum "Bochumer Modell". Dafür ist der Nachbarkreis in finanzielle Vorleistung gegangen. Das aber könnte sich nicht mehr rechnen, nachdem die CDU/FDP-Landesregierung Bielefeld als Standort einer medizinischen Hochschule ausgerufen hatte. Jürgen Müller gab zu verstehen, dass er die Sorgen des Kreises Minden-Lübbecke nachvollziehen könne. Der Kreis Herford als Junior-Partner beim "Bochumer Modell" halte an seiner bisherigen Linie fest: "Wir haben eine vertragliche Verpflichtung, die werden wir auch erfüllen." "Eines der Mittel, um Hausärzte in den Kreis zu locken" Ungeachtet dessen wolle sich der Kreis Herford beim medizinischen Förderverein einbringen. "Ich erwarte mir Lösungen, die uns in der Region weiter bringen", so Müller, der von CDU-Fraktionschef Michael Schönbeck unterstützt wurde: "Das ist eines der Mittel, um Hausärzte in den Kreis zu bekommen." Da weitere Entwicklungen in der Vereinsarbeit aktuell anstehen, sei ein zeitnaher Beitritt anzustreben. Den endgültigen Beschluss soll, so das einstimmige Votum im Kreisausschuss, der Herforder Kreistag in seiner nächsten Sitzung fällen.

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