Luftbild: Förster Carsten Bölts hat mit einer Drohne die Sturmschäden des Waldes im Stuckenberg festgehalten. - © Carsten Bölts
Luftbild: Förster Carsten Bölts hat mit einer Drohne die Sturmschäden des Waldes im Stuckenberg festgehalten. | © Carsten Bölts

Herford Sturmtief Friederike hat im Stuckenberg immense Schäden verursacht

Das Betreten des Waldes zwischen Hotel Waldesrand und Bismarckturm ist derzeit lebensgefährlich.

Christian Geisler
Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. "Es sieht verheerend aus", beschreibt Carsten Bölts den Zustand von Teilen des Waldes auf dem Stuckenberg nach dem Sturm "Friederike". Der Förster vom Landesbetrieb Wald und Holz ist zuständig für den sogenannten Staatswald: Das beliebte Naherholungsgebiet der Herforder gehört dem Land Nordrhein-Westfalen. Bölts hat sich auch mit Hilfe einer Drohne mehrfach einen Überblick über Flächenwürfe verschafft. Gesperrt ist noch immer das Gebiet zwischen dem Hotel Waldesrand und dem Bismarckturm und um das Denkmal. "Die Gefahr kann man nicht einschätzen. Da stehen vom Sturm angeschobene Bäume, da rechnet man nicht damit, dass etwas passiert", warnt Bölts davor, die Sperrungen zu ignorieren und den Wald zu betreten. Zwei Drittel des Stuckenbergs habe man aber schon frei geräumt. Vom Tierpark und vom Waldrestaurant Steinmeyer aus dürfen Spaziergänger, Wanderer und Sportler in die freigegebenen Bereiche hineingehen. Schäden nur mit Maschinen zu beseitigen Im noch gesperrten Bereich seien die Schäden massiv. "Solche Würfe kann man nur mit Maschinen beseitigen", sagt Bölts. Es habe Stürme gegeben, da hätten die Aufräumarbeiten mehr Opfer gefordert als das Unwetter selbst. Die Maschine ist nach dem Sturmtief Friederike vielerorts begehrt. Bölts erwartet sie im Stuckenberg noch Ende Februar für zwei bis drei Tage. Dann werden die noch gesperrten Wege und Seitenstreifen frei gemacht. Im Mai und Juni wird das Gerät noch einmal eingesetzt, wenn der Waldboden trockener ist und Schäden am Boden, von denen sich der Wald nur äußerst langsam erholen würde, vermieden werden können. "Die Aufarbeitung wird noch den ganzen Sommer in Anspruch nehmen", schätzt der Förster. Gesamtschaden von 2.500 bis 3.000 Festmeter Im gesamten Forstbezirk Herford ist ein Gesamtschaden von etwa 2.500 bis 3.000 Festmeter Holz entstanden, erklärt Förster Herwart Siebert. Er ist für private und kommunale Wälder zuständig. Außerdem seien etwa 150 bis 200 verschiedene Waldbesitzer vom Sturmschaden durch "Friederike" betroffen. Während zumindest die Wege in den Stadtwäldern von Herford und Spenge freigeräumt sind, besteht im Elverdisser Wald weiterhin ein Eintrittsverbot für Passanten. "Dort ist der Boden noch viel zu nass, um mit schwerem Gerät hinein zu kommen", sagt Siebert. Würden die Einsatzkräfte die Feuchtigkeit ignorieren, entstehe durch die schweren Maschinen ein Schaden, den der Wald "jahrzehntelang" zu verarbeiten hätte. "Das wollen wir natürlich verhindern", so Herwart Siebert. "Um hinein zu kommen, ist daher zunächst eine längere Trocken- oder Frostperiode nötig." Nach Angaben des Försters müsste es mindestens 14 Tage am Stück trocken sein oder frieren. Aufräumarbeiten bis Ende März abgeschlossen "Aber Elverdissen ist eine generell sehr feuchte Region", sagt Siebert. Aktuell seien die Einsatzkräfte dabei, die Fußwege im Katzenholz freizuräumen. Zusammen mit dem Stadtwald in Spenge sei hier der größte Sturmschaden entstanden. Die Aufräumarbeiten sollen bis Ende März abgeschlossen sein. "Zumindest sollten wir uns dann in der Schlussphase befinden." Voraussetzung dafür sei aber eine lang andauernde Trockenphase sowie ein regenarmer März.

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