Die Luther-Eiche neigt sich in Richtung Kirchenwand. Deshalb soll sie in der Krone beschnitten werden. Auf dem Grundstück der Johannis-Kirche stehen insgesamt 21 Bäume. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Die Luther-Eiche neigt sich in Richtung Kirchenwand. Deshalb soll sie in der Krone beschnitten werden. Auf dem Grundstück der Johannis-Kirche stehen insgesamt 21 Bäume. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Das sind die Pläne zur Erneuerung des Kirchhofs der Johannis-Kirche

Die Wege sollen verbreitert, die Krone der Luther-Eiche beschnitten und mehrere Bäume gefällt werden

Corina Lass

Herford. Nicht nur am Wilhelmsplatz wird gerodet. Auf dem Gelände der Johannis-Kirche am Neuen Markt will die Evangelische Kirchengemeinde Herford-Mitte ebenfalls die Säge anlegen. Geplant sei das für 2019, sagt Pfarrer Johannes Beer. Beabsichtigt sei, die Krone der Eiche zurückzuschneiden, damit sie nicht an die Kirchenwand heranwachse, sagt Beer. Die Luther-Eiche würden sie natürlich nicht fällen. Überplant werde auch der alte Friedhof. Außerdem sollen die Wege leicht verbreitert und neu gepflastert werden. Der Grüne Zweig, ein Unternehmen, das für die Kirche im gesamten Kirchenkreis die Standsicherheit der Bäume überprüft und den Baumschnitt vornimmt, habe sich das Kirchengrundstück, den angrenzenden Pfarrgarten und die Fläche neben dem Wendehammer an der Hämelinger Straße bereits angesehen. Eine Entscheidung hätten sie aber noch nicht getroffen. "Wir wollen mit den Bäumen vernünftig umgehen" Beer bestätigt, dass im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Fläche zwischen Petersilien- und Hämelinger Straße auch von „Sichtachsen" die Rede war. „Das ist eine Überlegung, aber kein Grund dafür, Bäume zu fällen, sagt der Pfarrer. „Wir gucken, dass wir mit den Bäumen vernünftig umgehen", betont er. Beer ist sich bewusst, dass Bäume gleicher Art, wie man heute weiß, über Pilze im Boden miteinander kommunizieren und einander so zum Beispiel mitteilen, wann sie sich vor Insektenbefall schützen müssen. Die Bäume auf dem Kirchengrundstück behinderten sich aber gegenseitig in ihrem Wachstum, erklärt der Pfarrer. Zudem wollten sie keine Situation wie in Nieheim, wo eine Frau nach dem Besuch des Gottesdienstes vor einigen Jahren von einem herabstürzenden Ast erschlagen wurde. Aus diesem Grund werden Herforder derzeit auch mit einem Absperrgitter gehindert, den dicht mit Bäumen bewachsenen hinteren Teil des Kirchengrundstücks zu betreten. Unterholz im Umfeld bereits entfernt Auch wenn noch nichts entschieden ist: Erste Arbeiten für die Umgestaltung des Kirchengrundstücks haben bereits stattgefunden. Als die Installation der Berliner Künstlerin Alexandra Ranner im vergangenen Jahr auf dem Gelände ihren neuen Standort fand, wurde das Unterholz im Umfeld entfernt. Passanten auf der Petersilienstraße haben jetzt freie Sicht auf den Pfarrgarten dahinter. Für Kleintiere könnte bei der Umgestaltung des Grundstücks Ersatz in Form von Bodenpflanzen gepflanzt werden, sagt Beer. Die Kirche stehe natürlich für die Bewahrung der Schöpfung, die wegen des 80-prozentigen Insektensterbens in den vergangenen zehn Jahren drastische Einbrüche erlebt habe – sowohl an Vielfalt als auch an Masse. Beer betont, dass er deshalb auf seinem privaten Grundstück unter anderem auch Blätter in Haufen liegen und die Natur alte Steine überwuchern lasse, ohne diese frei zu schneiden. Denn dadurch entstünden für Tiere nützliche Rückzugs- und Hohlräume. Die Gemeinde überlege derzeit, ob sie einen Kasten für Wanderfalken am Kirchturm anbringen könne. Bemerkenswerte Vielfalt an Bäumen Der Besuch des Grünen Zweigs an der Johannis-Kirche hat eine Liste ergeben, die eine bemerkenswerte Baumvielfalt zeigt: Gemeine Eibe, Serbische Fichte, Bergahorn, Gemeiner Holunder, Großblättrige Sommer- und Winterlinde, Traubenkirsche, Kiefer, Schwarzkiefer und Weißdorn, Scheinakazie, Feldulme, Esche, Magnolie, Blaue Atlaszeder, Traubeneiche, Eschenahorn, Platane und Salweide listet Beer auf. Auf dem Kirchengrundstück stehen 21 Bäume. Weitere 16 haben ihren Platz neben dem Wendehammer der Hämelinger Straße. Diese Fläche soll unberührt bleiben. Außerdem gibt es 25 Bäume auf dem Pfarrgrundstück hinter dem Kirchengrundstück.

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