Wohnen auf 18 Quadratmetern: "Tiny spaces" heißen die Räume, die sich Stundenten der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur ausgedacht haben. Sie zeigen Wohnen auf kleinstem Raum in einer urbanen Zukunft. Umgesetzt haben sie ihre Ideen mit der Inhaberin des Bünder Unternehmens Trendfilter, Katrin de Louw. - © Katharina Georgi
Wohnen auf 18 Quadratmetern: "Tiny spaces" heißen die Räume, die sich Stundenten der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur ausgedacht haben. Sie zeigen Wohnen auf kleinstem Raum in einer urbanen Zukunft. Umgesetzt haben sie ihre Ideen mit der Inhaberin des Bünder Unternehmens Trendfilter, Katrin de Louw. | © Katharina Georgi

Kreis Herford Möbelzulieferer zeigen ihre Ideen auf der ZOW

Aus dem Kreis Herford und Bad Oeynhausen sind 23 Unternehmen in Bad Salzuflen vertreten. Die Messe feiert unter neuer Leitung ein Comeback, die Aussteller sind zufrieden

Katharina Georgi

Kreis Herford. Katrin de Louw hat einen guten Riecher, das ist bundesweit bekannt. Frühzeitig weiß die Innenarchitektin und Leiterin der Bünder Agentur "Trendfilter", was in den kommenden Jahren die Möbelbranche bewegen wird. Auf der ZOW in Bad Salzuflen zeigt sie die Trends der Zukunft auf: OBERFLÄCHEN "Holz rückt wieder mehr in den Vordergrund", sagt de Louw. Und zwar auch auf größeren Flächen wie Küchenfronten. Gerne soll das Holz dabei natürlich aussehen, mit Astlöchern. "Insgesamt ist das Holz nicht mehr so rustikal", sagt sie. Das bestätigt auch Oliver Hunger von Hunger Möbelproduktions GmbH aus Bünde. "Das ist ein Trend der sich seit zwei Jahren abzeichnet" sagt er. Reproduktionen von Hölzern seien ebenfalls gefragt. Dabei ist auch die Haptik wichtig: "Es soll nicht nur wie Holz aussehen, sondern sich auch so anfühlen", erklärt er. Mit 60 Mitarbeitern stellt sein Unternehmen seit 31 Jahren solche Oberflächen (600 Dekore) für die Möbelbranche im Umkreis von rund 100 Kilometern her. Bei den Rollläden von Knoke Beschlagtechnik aus Enger sind die Lamellen einer ausgestellten Holz-Rollade so fein, dass sie schon einen Meter entfernt wie eine Holzfläche aussehen. Außerdem sind "hohe Lamellen, weniger Fugen und ein aufgeräumtes, flächiges" Design aktuell Trend, erklärt Geschäftsführer Jens Koch. Etwa 50 Prozent der in Enger hergestellten Rollläden bleiben in Deutschland und werden von Küchenherstellern geordert. Aber auch Ladenbau und Werkstätten gehören zu den Kunden. Die andere Hälfte liefert das Unternehmen, das 20 Mitarbeiter beschäftigt, ins Ausland. "Viel bleibt in Europa, wie liefern aber auch nach Australien oder Korea", sagt Koch. FARBEN Bei Küchen sind mittlerweile auch farbige Rollläden gefragt, "um Akzente zu setzen", erklärt Koch. Das bestätigt auch Trend-Kennerin Katrin de Louw: "Man sieht wieder viele matte Oberflächen." Die sind durch Weiterentwicklungen mittlerweile deutlich pflegeleichter als früher. "Legen Sie hier mal ihre Hand drauf", sagt Ralf Brinkmann von Danielmeyer aus Löhne (seit sieben Jahrzehnten, 3. Generation) und nimmt seine schon wieder von einer schwarzen Arbeitsfläche. Nach wenigen Sekunden sind die Flecken verschwunden. Schwarz und weiß im satten Matt zeigt der Arbeitsplatten-Hersteller. Im Trend außerdem: weiße Leimfugen und flächenbündiger Einbau von Spüle und Herd. Arbeitsplatten werden in verschiedenen Dicken angebracht (Foto). Die meisten Kunden des 80 Mitarbeiter starken Unternehmens kommen aus dem Kreis Herford. LICHT "Die Bedeutung von Licht wächst", sagt de Louw. Die Lichtfarbe rücke mehr in den Mittelpunkt: "Morgens darf es kaltweiß sein, um wachzuwerden, am Abend lieber ein warmes Weiß, um besser zur Ruhe zu kommen", sagt sie. Darum zeigt Lampenhersteller Kalb aus Bünde vornehmlich Lampen, die per Knopfdruck oder Wisch ihre Lichtfarbe wechseln können. LED-Bänder werden vom Unternehmen auch direkt in den Schrank integriert und schlägt in einer Fräsfuge sanfte Wellen über die Schrankfront. Im Badbereich kann das Licht stufenlos gedimmt werden oder das Licht wird mit einem einfach klopfen an die Schrankwand an- und ausgestellt werden. "Das Holz kann bis 40 Millimeter dafür stark sein", sagt Kalb, der sein Unternehmen vor fünf Jahren gegründet hat und sieben Mitarbeiter beschäftigt. SMART HOME Die Wohnungen werden intelligenter, vieles kann künftig per App oder Sprache gesteuert werden. "Wir werden morgens im Spiegel die E-Mails lesen", sagt de Louw. Das können Besucher vielleicht schon auf der nächsten ZOW sehen.

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