Experimentieren mit Leuchtfarbstoff: Kolja Heidbrink (v. l.), Laura Knöner und Michelle Hoock. - © Ralf Bittner
Experimentieren mit Leuchtfarbstoff: Kolja Heidbrink (v. l.), Laura Knöner und Michelle Hoock. | © Ralf Bittner

Herford Jugend forscht: Von leuchtenden T-Shirts, Apfelvitaminen und Ester

Beim regionalen Vorentscheid sind drei Teams vom Ravensberger Gymnasium dabei. Die Fragestellungen finden die Teilnehmer im Alltag

Ralf Bittner

Herford. „Wir wollten uns von Anfang an mit Lebensmitteln beschäftigen", sagte Lea Wiengarn, die sich im Team mit Alanis Heidkamp und Laurien Gohrbrandt am regionalen Vorentscheid des Bundeswettbewerbs „Jugend forscht" beteiligt. Jedes Jahr nehmen mehrere Schülergruppen aus Herford daran teil. „Äpfel sind beliebt, leicht zu bekommen, gesund und voller Vitamine", sagt Gohrbrandt. Letztlich ging es der Gruppe vom Ravensberger Gymnasium um den Vitamingehalt verschiedener Apfelprodukte im Vergleich. Die Schülerinnen konzentrierten sich auf Apfelchips, die sich im heimischen Backofen leicht herstellen lassen. Mit verschiedenen Experimenten bestimmten die Schülerinnen den Gehalt an verschiedenen Vitaminen in industriell hergestellten Apfelchips und in den Chips aus dem eigenen Backofen. Ihr Ergebnis: Die selbst getrockneten Apfelscheiben haben einen höheren Vitaminanteil als die aus dem Supermarkt. „Wenn sie trocken gelagert werden und keine Luftfeuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen, halten sich die Apfelchips auch recht lange", sagt Alanis Heidkamp. Leucht-T-Shirts in vielen Farben und Designs Auch die zweite aus Michelle Hoock, Laura Knöner und Kolja Heidbrink bestehende Gruppe hatte sich ein klares Ziel gesetzt. „Wir wollten etwas zum Leuchten bringen", sagt Heidbrink. In der Disco kamen sie auf die Idee. „Manche T-Shirts leuchten im Schwarzlicht. Das sieht zwar ganz chic aus, aber weder Muster noch Farbe können von den Trägern bestimmt werden", sagte Heidbrink: „Wir wollten etwas Individuelleres." Die Gruppe entschied sich für den fluoreszierende Farbstoff Fluorescein. „Das ist ein gebräuchlicher, nicht umweltschädlicher Farbstoff", sagt Hoock. Das Trio untersuchte, wie sich der Farbstoff idealerweise auf Textilien aufbringen lassen könnte, löste ihn in verschiedenen Dosierungen im Wasser oder Glycerin. „Die Kombination mit Glycerin überzeugte uns auch dadurch, dass sie sich wieder auswaschen lässt", sagt Knöner. Wohlriechender Parfümgrundstoff aus Säuren und Alkohol Jonas Lange, Konstantin Rohn und Manuel Lourenco beschäftigten sich mit der „Herstellung des reinen und neutralen Ethansäurepentylesters". „Ester ist ein Stoff, der bei der Parfümherstellung verwendet wird", sagt Rohn. Ester sind farblose Flüssigkeiten, die sich durch intensive, fruchtartige Gerüche auszeichnen. Ester wird aus Carboxylsäure, Alkohol und Schwefelsäure als Katalysator hergestellt. „Die Verwendung in Parfüms brachte uns auf die Frage, wie sich ein hautverträglicher, neutraler Stoff herstellen lässt", sagt Lourenco. In einem ersten Experiment konnte der Ester mittels Titration mit einer Lauge neutralisiert werden, allerdings nicht rein. Als zweiten Weg entschied sich die Gruppe für die Destillation. Da die Stoffe unterschiedliche Siedepunkte haben, konnten sie so voneinander getrennt werden. „Außerdem setzten wir verschiedene Salze ein, an die sich Wasser, Säure-Rest-Ionen und Hydroxid binden", sagt Lange: „Das machte die Trennung bei der Destillation deutlich leichter." Jugend forscht als Projektkurs am Ravensberger „Jugend forscht ist ein Projektkurs, der in der Oberstufe belegt werden kann", sagt RGH-Chemielehrer Paul Stephan. Bisher umfasste der Kurs zwei Wochenstunden, wird aber auf drei aufgestockt, damit nicht nur die Stunden, sondern auch die Noten in die Qualifikation für das Abitur eingehen können. Angeboten wird der Kurs im zweiten Halbjahr der Q1 und im ersten Halbjahr der Q2. „Der Grund dafür ist der Termin des Wettbewerbs", sagte Stephan. Projektkurse sollen das selbstständige projekt- und anwendungsorientierte Arbeiten fördern, wie es bei „Jugend forscht" gefragt ist.

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